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Von oben sieht es wie eine bunte Zeltstadt aus: Momentaufnahme vom Glonntalfestival im vergangenen Jahr. 

Das Glonntalfestival wird sehr vermisst

Das „Glonntal“ darf nicht sterben

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2020 wird es kein Indersdorfer Glonntalfestival geben. Das ist keine Überraschung. Doch das bedeutet weit mehr, als ein Jahr nicht zusammen zu feiern.

Indersdorf – Eigentlich war die Sache schon Ende März recht klar. Feiern auf dem Glonntalfestival – das haut heuer wohl nicht hin. Auch das noch sehr junge Festival auf der Jugendfreizeitanlage in Indersdorf kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Auch wenn die Absage niemanden mehr überrascht hat, denken gerade jetzt scheinbar viele Fans an „ihr Glonntal“, wie sie es liebevoll nennen. Man kann sie sehen, diese Sehnsucht nach gemeinsam feiern, gemeinsam tanzen, gemeinsam lachen: Obwohl auf der eigenen Facebookseite des Festivals derzeit überhaupt keine Neuigkeiten veröffentlicht werden, besuchen viele die Seite, lassen ein „gefällt mir“ da.

„Man merkt, dass die Menschen jetzt vermehrt an uns denken“, sagt Festival-Organisator Sebastian Jaeger. „Man merkt, wie sehr die Menschen es vermissen, zusammen zu sein, wie zerbrechlich solche Dinge sind.“ Er weiß: „Oft spüren Menschen erst, was sie wirklich brauchen, wenn es plötzlich weg ist“. Kultur ist eine solche Sache. Selbstverständlich braucht ein Mensch nur bestimmte Dinge, um zu überleben. Aber damit unsere Psyche gesund bleibt, das Leben ein erfülltes ist, dazu braucht es eben mehr.

Jaeger weiß genau, wie schwer es für alle Beteiligten war, dass das Fest heuer nicht stattfinden kann. Es ist ein Mitmachfestival; alle, die sich beteiligen, spenden einen Teil ihrer Einnahmen, damit das Fest im kommenden Jahr wieder stattfinden kann.

Die Mitmacher bezeichnen sich selbst als „Glonntal-Family“, ihren Einsatz als „Herzensangelegenheit“. Deswegen „waren alle furchtbar traurig“, als klar war, dass es 2020 kein Glonntalfestival geben wird. Es wäre erst das vierte gewesen.

Jaeger weiß, wie fragil solche Dinge sind, wenn man sie „nicht kontinuierlich durchzieht“. Schon vergangenes Jahr hatte sich die „Family“ dazu entschieden, das Festival auf jeden Fall stattfinden zu lassen, selbst wenn der Wetterbericht Regen angesagt hatte. Aber der Zusammenhalt der Gemeinschaft ist mittlerweile sehr stark. „Alle haben sofort Ton in Ton gesagt: Dann machen wir’s einfach nächstes Jahr doppelt so toll. Dann feiern wir einfach umso schöner.“

Jaeger ist stolz auf sein Team, freut sich, dass alle soviel positive Energie mitbringen. „Manche haben gesagt, vielleicht fällt uns fürs nächste Jahr ja irgendwas Besonderes ein.“ An der Motivation der Mitgestalter soll es also nicht liegen, ob Indersdorf kommendes Jahr wieder sein Glonntalfestival feiern kann“.

Allerdings sagt Jaeger, gibt es da das Thema Finanzen. Das Festival wird zum Großteil aus Spenden refinanziert, ein Teil kommt aus den gespendeten Einnahmen, einen Teil übernimmt die Gemeinde. „Aber den großen Sponsoren wie dem Flughafen, der allein 2500 Euro gespendet hat, geht es wie vielen in der Krise nicht gut.“ Es sei ungewiss, was die Finanzierung 2021 betrifft.

Doch für einen steht völlig außer Frage, ob es 2021 ein Glonntalfestival geben wird – mal abgesehen von den Entwicklungen der Corona-Pandemie. Bürgermeister Franz Obesser liebt dieses Fest: „Wir als Gemeinde stehen hinter dem Glonntal. Ich als Bürgermeister steh‘ hinter dem Glonntal.“ Er wisse genau, wieviel Engagement die Verantwortlichen in dieses Fest stecken. Da ist es nicht mit Aufbau und Abbau getan. „Da läuft unglaublich viel im Hintergrund, damit sich das Fest wie jedes Jahr so toll weiterentwickeln kann.“

Obesser „möchte auf alle Fälle, dass das Fest stattfinden kann“. Er betont: „Was gibt es gerade jetzt in der Krise für ein besseres Zeichen als ein Fest von Indersdorfern für Indersdorfer?“ Und auch wegen der Finanzierung ist er sich sicher: „Da finden wir eine Lösung!“

Obesser und Jaeger haben einen gemeinsamen Wunsch: Wenn es wieder möglich ist, zusammen zu feiern, sollen die Menschen zeigen, wie sehr ihnen diese Art von Zusammenleben gefehlt hat, wie sehr ihnen das Glonntalfestival gefällt und wie wichtig ihnen diese Dinge sind.

Bürgermeister steht
hinter dem Festival

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