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Den kirchlichen Segen erteilten (v.l.) der evangelische Pfarrer Robert Maier und der katholische Diakon Raimund Richter.

Holzpavillon für die Nachmittagsbetreuung eingeweiht

Und nachmittags  gibt‘s Hüttenzauber am Indersdorfer Gymnasium

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Um sich das Leben im Landkreis Dachau leisten zu können, arbeiten meist beide Elternteile – und ihre Kinder müssen nachmittags betreut werden. Dafür wurde am Indersdorfer Gymnasium jetzt ein Holzpavillon gebaut. 

Indersdorf – Das Bauprojekt für die Offene Ganztagsschule kostete insgesamt 2,1 Millionen Euro und wurde in den vergangenen sieben Monaten verwirklicht. Architekt Ludwig Wappner versprach auf Nachfrage: „Der Pavillon wird schon so 20, 30 oder 40 Jahre halten“ – danach könnte der Großteil des Gebäudes wiederverwendet werden. Am vergangenen Montag wurde der Pavillon bei einem Festakt eingeweiht, musikalisch begleitet von der Schul-Big Band „Jazz Cakes“ und dem Unterstufenchor

Der Holzpavillon – mit einer Länge von 66 Metern und 490 Quadratmetern Nutzfläche – wurde in Brettsperrholzbauweise errichtet, also vor allem mit unbehandelten Brettsperrhölzern, erklärte Landrat Stefan Löwl in der Aula des Gymnasiums. Er sprach von „Hütten- und Almzauber“ im Pavillon, denn farblich dominiere das Holz. Das schaffe eine wohnliche Atmosphäre – und stehe im Gegensatz zu den Klassenzimmern.

Es gibt übrigens schon lange Bedarf an Nachmittagsbetreuung am Indersdorfer Gymnasium: Vor zehn Jahren wurden einige Schüler nachmittags noch in der Schulmensa von Fördervereins-Mitgliedern betreut – „inmitten von Küchendünsten“, erzählte Rektor Thomas Höhenleitner. Danach gründete sich der Verein „Checks nach Eins“ und kümmerte sich um die Nachmittagsbetreuung. Im Oktober 2018 übernahm die Arbeiterwohlfahrt. Bis vor kurzem verbrachten die Ganztagsschüler ihren Nachmittag noch in der Mensa und erledigten die Hausaufgaben in freistehenden Klassenzimmern.

Damit ist jetzt Schluss, dazu gratulierte auch Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser: „Ich wünsche den Schülern, dass sie sich immer im Pavillon und in Markt Indersdorf wohlfühlen“, sagte er. Architekt Wappner übergab symbolisch den Schlüssel für den Ganztags-Pavillon an Schulleiter Höhenleitner – seine dritte Schlüsselübergabe: 2002 wurde das Gymnasium gebaut, 2007 die Mensa, und jetzt der Pavillon. Wappner sagte dazu: „Der Landkreis Dachau implodiert“ und witzelte: „Vielleicht wird die Schule doch noch erweitert.“

Höhenleitner sprach von einer „neuen Ära der Ganztagsbetreuung“ mit dem Pavillon. Darin sind ein Gemeinschaftsraum, Küche, vier Hausaufgabenräume sowie Lese- und Entspannungsräume: „Für uns endet damit ein zehnjähriges Provisorium.“ Und er übergab einen Blumenstrauß an Sabine Braun von der Schulleitung, die sich um das Projekt Ganztagsschule federführend kümmerte.

Anschließend verließ das Publikum aus Gemeinde- und Kreisräten sowie der Schulfamilie die Aula und schritt zum Pavillon. Diesen segneten der katholische Diakon Raimund Richter und der evangelische Pfarrer Robert Maier. Richter wünschte sich, „dass hier Wärme und ein Miteinander wachsen kann, das brauchen wir in unserer Gesellschaft“ – insbesondere in einer Zeit von Hasskommentaren und Morddrohungen gegen Politiker, so Raimund Richter.

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