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Ja, wir wollen etwas ändern! Das signalisieren die grünen Karten, die die Schüler hier hochhalten. 

Podiumsdiskussion am Gymnasium Markt Indersdorf

„Macht Druck!“: Experten appellieren an Schüler, sich für die Umwelt stark zu machen

Am Gymnasium Markt Indersdorf gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Rettet die Bienen! - Aber wie?“. Geklärt wurde die Frage, wer nun was tun muss.

Indersdorf – Am Gymnasium Markt Indersdorf gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Rettet die Bienen! - Aber wie? Und wer muss was tun?“. Zu Gast waren Dr. Roderich Zauscher vom Bund Naturschutz, Helmut Steber von Naturland, Prof. Dr. Michael Schrödl von der zoologischen Staatssammlung München, Dagmar Wagner vom Bayerischen Bauernverband und Anton Kreitmair, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverband.

Die Botschaft der Veranstaltung war klar: Jeder muss etwas tun, sonst kann auch das beste Gesetz dem Artenschutz nicht helfen. Auf die Frage, was man vor allem Jugendlichen raten kann, sagte Dagmar Wagner: „Bewusst leben. Man soll sich fragen: Was esse ich?“ und dann bewusst einkaufen, das Fleisch regional und nicht vom Discounter besorgen. Auch das Konsumverhalten sollte jeder überdenken. „Wie alt ist mein Handy, brauche ich wirklich ein neues? Oder wie komme ich von A nach B?“ Wagner macht deutlich: „Es müssen sich alle gemeinsam engagieren, nur dann kann der Arten- und Umweltschutz funktionieren.“ Vor allem die die Jugend soll in die Gemeinden gehen und mitarbeiten, denn auch jungen Leuten wird zugehört.

Die ganze Diskussion hindurch riefen alle Teilnehmer dazu auf, die Schüler sollen sich gemeinsam engagieren. Kreitmairs Appell: „Wir müssen gemeinsam nach vorne schauen, die Zukunft gehört uns und wir können sie gemeinsam gestalten.“ Und Roderich Zauscher verdeutlichte, als es um die Frage der Regionalität von Produkten und den Verzicht von Fleisch geht: „Weniger Fleisch essen, besser produzieren, genau hinschauen und Gedanken machen. Denn heimisches Fleisch ist sinnvoller als Erdbeeren von irgendwo mitten im Dezember.“ Auch Helmut Steber äußert sich hierzu: „Wir müssen darauf schauen, dass wir regional sind. Und mehr das genießen, was wir selber haben. Also die Erdbeeren dann erst im Sommer.“

In der anschließenden Fragerunde zeigten sich die Schüler kooperativ und bereit, dem Aufruf des Handelns zu folgen. Doch es scheitert eben oft an den äußeren Gegebenheiten – nicht an der Bereitschaft der Jugendlichen, wie eine Schülerin deutlich macht: „Ich bin gern bereit, einen Euro mehr für meine Leberkässemmel hier zu zahlen, falls sie regional angeboten wird“, – doch das sei eben bisher nicht der Fall.

Den Zweifel, den viele der Jugendlichen haben, dass sie nichts bewirken können, versucht Schrödl ihnen zu nehmen: „Macht Druck! Als Kinder geht das, Ihr habt Einfluss. Der einzige Druck, der bei mir wirkt, ist der meiner Kinder, und das ist bei euren Eltern genauso. Ihr seid das Wichtigste, was sie haben. Auf kurz oder lang passiert dann auch das, was Ihr wollt.“ 

   FRANZISKA SAMMER

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