Vier Großprojekte

Straßenprojekte in Indersdorf: Jede Sanierung kostet rund eine Million

  • schließen

Einige Straßen in Indersdorf sind in desaströsem Zustand, immer wieder wurden sie nur notdürftig zusammen geflickt. Deshalb hat die Gemeinde einen Sanierungsplan erstellt. Allerdings hat sie jetzt die Reihenfolge geändert – das Hin und Her bei der Straßenausbaubeitragssatzung verschafft der Gemeinde Planungssorgen.

Indersdorf – Das Ingenieurbüro Heinhaus ist mit einer Kamera Indersdorfs Straßen abgefahren und hat alle Schäden dokumentiert. Was auf den Bildern, die Ingenieur Alexander Schwindel in der jüngsten Gemeinderatssitzung gezeigt hat, zu sehen ist, gefällt gar nicht. Abgebrochene Gehwegkanten, Schlaglöcher, Risse, kaputte Bankette, manchmal fehlen die Gehwege auch ganz. Die Indersdorfer kennen das. Seit vielen Jahren beklagen sie sich über fehlende Sanierungen. Deshalb will die Gemeinde diese Straßen einfach wieder instandsetzen, um ihre Lebensdauer zu verlängern – ausufernde Maßnahmen sind nicht geplant. Das Konzept für vier Projekte hat der Ingenieur in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Die Bereiche Aichacher Straße, Eisfeld, Hochstraße und die Gemeindeverbindungsstraße Niederroth/Weyhern sollen saniert werden. Natürlich kam hier auch das Streitthema Straßenausbaubeiträge zur Sprache, denn: Nach derzeit geltender Regel müssten die Anlieger der Ortsstraßen bei der Sanierung mitzahlen. Doch derzeit wird hitzig diskutiert, ob die Regelung gekippt wird, oder nicht. Die Gemeinde hat deshalb die Reihenfolge der zu sanierenden Straßen geändert. Plan ist jetzt, mit der Gemeindeverbindungsstraße Niederroth/Weyhern zu beginnen. Da stellt sich nämlich die Frage nicht, ob Anlieger zur Kasse gebeten werden, oder nicht. Gemeinderat Thomas Loderer vom Niederrother Bürgerblock ärgerte sich in der Sitzung zum wiederholten Male über die Regelung. „Können wir da nicht irgendwas geschlossen als Gremium dagegen tun?“ Umweltdenker Hans Wessner gab allerdings zu bedenken: „Bevor wir hier über Maßnahmen reden, sollten wir erstmal klären: Sind wir hier wirklich alle dagegen?“ Damit war das Thema Straßenausbaubeitragssatzung erst einmal wieder vom Tisch.

Ob Ortsstraße oder nicht, Bürgermeister Franz Obesser stellte in der Sitzung klar: „Wir wollen neue Straßen, aber keinen Luxus.“ Die Kosten belaufen sich pro Projekt trotzdem auf je rund eine Million Euro – mit Ausnahme der Aichacher Straße, die könnte für rund 400 000 Euro saniert werden. „Und das, obwohl wir hier von wirtschaftlichen und minimalen Sanierungen reden“, so Obesser.

Für die Arbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße rechnet die Gemeinde mit Fördergeldern. Ingenieur Alexander Schwindel schlug vor, hier den Oberbau zu verstärken und die Bankette um 50 Zentimeter zu verbreitern. Gerade die kaputten Bankette seien bei der Straße ein großes Problem, sagte Hans Lachner (CSU) in der Sitzung. Wenn sich auf der 4,50 Meter breiten Straße Autos und Laster begegnen, müssen die Fahrer auf die Bankette ausweichen. Parteikollege Olaf Schellenberger wollte deshalb wissen, ob es möglich sei, die Straße zu verbreitern. Den Vorschlag will die Verwaltung mit er Regierung von Oberbayern abklären. Je nach Förderbescheid könnten die Arbeiten bereits nächstes Jahr beginnen. Hier entstehen Baukosten von rund 850 000 Euro.

Das zweite Projekt sind diverse Straßen im Eisfeld. Wer dort öfter unterwegs ist, weiß: Gehwege sind hier oft Fehlanzeige, die Straßen sind eng, es fehlt an Parkmöglichkeiten. Dort, wo es Gehwege gibt, sind sie oft zu schmal, Sie können aber nicht verbreitert werden. Hier werden Rothbachstraße, Michael-Steiger-Straße, Weiherweg und deren Nebenstraßen saniert. Die Baukosten belaufen sich hier auf rund 1,3 Millionen Euro. Dieses Projekt steht ab 2019 auf der Prioritätenliste, wird wohl aber erst ab 2020 angegangen. Es erfordert einen Gesamtplan und die Arbeiten sind abschnittsweise über mehrere Jahre geplant.

Genauso sieht es bei den Sanierungsarbeiten in der Hochstraße aus. Die Arbeiten sind für 2020 vorgesehen und erfolgen über mehrere Jahre abschnittsweise. Hier geht es auch um den Bereich Schwedenhang und Teile der Simon-Rabl-Straße. Auch hier können die schmalen Gehwege nicht verbreitert werden. Bei diesem Projekt ist von Baukosten in Höhe von rund 900 000 Euro die Rede.

Bei dem Sanierungsprojekt Aichacher Straße sollen vorher noch die Ortskanäle und die Hausanschlüsse saniert werden. Die Straße soll von der Einmündung in die Freisinger Straße bis zur Einmündung in die Staatsstraße ab 2019 saniert werden. Fördermittel gib es hier keine.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Suchaktion erfolgreich: Vermisste (54) durch Rettungshund gefunden
Am Montag kreiste ein Hubschrauber über Dachau. Der Grund: Seit dem heutigen Vormittag war eine 54-Jährige vermisst worden. Am Abend gab es Entwarnung.
Suchaktion erfolgreich: Vermisste (54) durch Rettungshund gefunden
Unfall mit schwer verletztem Motorradfahrer: Polizei ermittelt wegen Fahrerflucht
Ein Motorradfahrer (54) ist bei einem Unfall am vergangenen Freitag gegen 16.50 Uhr bei Einsbach schwer verletzt worden. Die Polizei sucht nun nach einem beteiligten …
Unfall mit schwer verletztem Motorradfahrer: Polizei ermittelt wegen Fahrerflucht
Schlägerei bei Jugendfußballspiel: Jugendliche im Krankenhaus
Zu ziemlich unschönen Szenen kam es am Freitagabend bei einem Jugendfußballspiel in Sulzemoos. Junge Männer traktierten sich mit Fäusten, es brachen Knochen. Nun …
Schlägerei bei Jugendfußballspiel: Jugendliche im Krankenhaus
Feuer in Altenheim: Bewohner zum Teil evakuiert
Ein Brand im Altenheim „Friedrich-Meinzolt-Haus“ in der Ludwig-Ernst-Straße am Montag Mittag ist äußerst glimpflich verlaufen. Nur drei Bewohner mussten mit einer …
Feuer in Altenheim: Bewohner zum Teil evakuiert

Kommentare