Hundeführerschein
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In Indersdorf wird es künftig steuerlich berücksichtigt, wenn Hundebesitzer einen sogenannten Hundeführerschein machen.

Gemeinderat beschließt neue Richtlinie

Indersdorf: Steuern sparen dank Hundeführerschein

  • VonChristiane Breitenberger
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Wer sich auskennt, wie man richtig mit einem Hund umgeht, der soll in Indersdorf künftig belohnt werden. Und zwar:finanziell.

Große Hunde attackieren kleinere, andere laufen ohne Leine frei über Felder und hetzen Tiere, und Hundebesitzer befinden es nicht für nötig, die Haufen ihrer Tiere wegzumachen – Bürgermeister Franz Obesser ist genervt von solchen Geschichten, die, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte: „Immer mehr bei uns im Rathaus aufschlagen.“ Doch nicht die Leute, die ihm diese Geschichten erzählen, nerven ihn, sondern die Leute, die nicht wissen, wie man richtig mit einem Hund umgeht.

Nicht nur der Bürgermeister stört sich an dem oft verantwortungslosen Verhalten mancher Hundebesitzer. Auch die Gemeinderäte fordern zusammengefasst: „Wer einen Hund hält, sollte auch wissen, wie man sich richtig verhält.“ Richtlinien darüber lernen zum Beispiel Menschen, die einen sogenannten Hundeführerschein machen. Deshalb wollen die Gemeinderäte künftig Anreize schaffen, diesen Führerschein zu machen – und zwar über den Geldbeutel. Das Prinzip lautet vereinfacht: Wer den Hundeführerschein hat, zahlt weniger Steuern. Die Idee stammt von einem Bürger, der sich mit einem mündlichen Antrag an die Gemeinde gewandt hatte.

Die Kommunalpolitiker stehen dahinter. Die Grundidee war, Hundeführerscheinbesitzern für ein Jahr die Steuer zu erlassen. Einigen geht das noch nicht weit genug. Simon Reichlmair (CSU): „Warum machen wir’s nicht so? Wer den Führerschein nicht vorlegt, zahlt das Doppelte.“ Das ginge rechtlich zwar nicht, erklärte Geschäftsleiter Klaus Mayershofer, aber „wir können es so machen: Jeder zahlt das Doppelte und der, der den Führerschein hat, nur die Hälfte“. Hans Lachner (CSU) muss als Landwirt oft mitansehen, wie Leute ihre Hunde einfach frei über die Äcker rennen lassen. „Die kommen mit dem Auto, machen den Kofferraum auf und lassen sie springen, keine Leine, kein nix. Egal ob gerade Brutzeit ist, ob Hasen in der Nähe sind oder sonst was.“ Lachner schob verärgert nach: „Und ihren Dreck lassen sie auch einfach liegen und wir wissen ja, was das alles anrichtet.“ Deshalb steht er voll hinter dem Vorschlag. „Da geht’s nicht einfach ums Sparen, so hätten einfach viel mehr Leute Ahnung von ihrem Hund. Einfach loslassen und sagen ,Jetzt los, Flocki!’ – Das geht nicht mehr!“

Die Gemeinderäte wollen allerdings „keine Anreize schaffen, sich einen Kampfhund zuzulegen“, wie Florian Socher (Um(welt)denker) sagte. Die Hundesteuer hier zu erlassen, stünde nicht im Verhältnis zu den Kosten eines Hundeführerscheins. Anreize für Kampfhundbesitzer, einen solchen Führerschein zu machen, will Thomas Loderer (Bürgerblock Niederroth) trotzdem schaffen – „gerade für die ist das ja wichtig“.

Die Gemeinderäte werden laut Geschäftsleiter Mayershofer noch heuer über eine neue Hundesteuersatzung abstimmen. In der jüngsten Sitzung beschlossen sie einstimmig, die Einführung einer Steueranpassung aufgrund eines absolvierten Hundeführerscheins einzuarbeiten.

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