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Interessiert sich für Zahlen und offenbar für den FC Bayern München (siehe Mousepad): Indersdorfs neuer Kämmerer  Thomas Koch präsentiert seinen ersten Haushalt für die Gemeinde.  

Vorstellung im Gemeinderat

Indersdorf verabschiedet neuen  Rekordhaushalt

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Viele Projekte werden heuer wieder in Indersdorf realisiert. Das zeigt ein Blick auf den neuen Haushalt. Doch Bürgermeister Franz Obesser ist auch besorgt.

Indersdorf– Thomas Koch ist seit vergangenem August Kämmerer in Indersdorf und hat jetzt seinen ersten Haushalt im Gemeinderat präsentiert – und zwar gleich einen neuen Rekordhaushalt. Für die Kommunalpolitiker hat Koch eine ganze Reihe farbenfroher Diagramme zusammengestellt. Gleich zu Beginn stellte er klar: „Es liegt sehr, sehr viel Geld auf dem Tisch, das wir wieder in die Hand nehmen müssen. Mehr Geld, als es für 2017 vorgesehen war.“ Heißt in einer Zahl: Das Haushaltsvolumen für 2018 liegt bei 28 372 800 Euro – etwa nochmal eine Million mehr als im Vorjahr. Koch verwies auf die vielen Investitionen, die heuer geplant sind.

Für den Kämmerer ist es vor allem interessant zu beobachten, dass sich der Verwaltungshaushalt in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt hat. „Das zeigt, wie enorm die Kosten nur für den laufenden Betrieb angestiegen sind. (2008 11 Millionen Euro; 2018 20 Millionen Euro). Dass es der Gemeinde gut geht, sieht man laut Koch an der Steuerkraft und somit an der Tatsache, dass heuer mit 840 000 Euro weniger Schlüsselzuweisung als 2017 vom Freistsaat kommt. Der Kämmerer freut sich wegen der guten wirtschaftlichen Lage über die hohen Gewerbesteuereinnahmen (2 580 000 Euro).

Bürgermeister Franz Obessers Stimmung ist in der Haushaltssitzung nicht ganz so passend zu den fröhlich bunten Diagrammen. Er sieht nämlich „Quellwolken am Horrizont auf uns zukommen.“ Heuer gilt es im Vergleich zum Vorjahr eine Finanzlücke von 1,7 Millionen Euro zu kompensieren. Nämlich 420 000 Euro weniger Schlüsselzuweisung und 620 000 Euro mehr Kreisumlage. Zudem sind 700 000 Euro als Einnahmen bei den Straßenausbaubeiträgen zwar gebucht, aber keiner wisse, wie sich das Thema entwickle. Das sorgte für Frust in der Sitzung (Bericht folgt).

Deshalb mahnte Obesser: „Mit Blick auf die Kreisumlage ist eine sparsame Haushaltsführung unumgänglich.“ Er rechnet sogar damit, dass die Kreisumlage künftig weiter steigen wird. „Wegen der geplanten Verbesserung des ÖPNV, des neuen Gymnasiums und des neuen Landratsamts“, ordnete Obesser die Ausgaben des Landkreises ein. Auch wenn ihn die gute wirtschaftliche Lage freut, sieht er auch viele Schattenseiten: „Die Betriebe sind ausgelastet, und deshalb es ist schwerer, gute Firmen zu bekommen, zudem steigen die die Preise immer weiter.“

Doch einiges lässt Obesser auch aufatmen: „Mit Ausnahme des Breitbandausbaus konnten alle Investitionen in dieser Legislaturperiode ohne Kreditaufnahme realisiert werden.“ Zudem konnte die Gemeinde wieder viele freiwillige Leistungen in den Bereichen Kinder, Senioren Sport- und Kulturförderung umsetzen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle Ausgaben schultern, denn alle Mitarbeiter legen hier wirtschaftliches Handeln an den Tag“, zeigte sich Franz Obesser am Ende optimistisch.

Kann er auch. Denn auch wenn die Gemeinde vor allem für den Breitbandausbau (jetzt noch 7,91 Millionen Euro) viele Kredite aufnehmen musste, „ist man schon wieder dabei, die Schulden abzubauen“, erklärte Kämmerer Thomas Koch. Allein heuer kommen wieder 440 000 Euro an Pachteinnahmen für das gemeindeeigene Glasfasernetz herein, in 18 Jahren sollte es abbezahlt sein.

Auf einen Blick: In diese Projekte investiert die Gemeinde heuer – ein Auszug

Feuerwehren

Am Feuerwehrgerätehaus in Indersdorf wird gebaut: Dafür sind 120 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Für die Fassade am Schlauchturm und den Funktischumbau stehen 55 000 Euro bereit. Für den Neubau des Niederrother Feuerwehrhauses sind 550 000 Euro eingestellt und für den Kauf eines neuen Löschgruppenfahrzeugs 120 000 Euro.

Kinder und Freizeit

Für den Austausch von Spielplatzgeräten sind 30 000 Euro eingestellt, für Elemente am Freizeitgelände 35 000 Euro. Für ein öffentliches WC am Schneiderturm 60 000 Euro.

Straßen

Beim Thema Straßen stehen im Haushalt: Gemeindeverbindungsstraße Niederroth/Weyhern 460 000 Euro, Gemeindeverbinungsstraße nach Eichstock 100 000 Euro, Austausch von Straßenbeleuchtung 270 000 Euro, Herstellung von Parkplätzen 60 000 Euro. Für alle Straßenprojekte sind insgesamt 1 980 200 Euro veranschlagt.

Kanal und Kläranlage

Für die Kanalsanierung Langenpettenbach stehen 491 000 Euro im Haushalt und für Rückbaumaßnahmen an der Kläranlage Ainhofen 40 000 Euro. Insgesamt stehen für das Thema Abwasserbeseitigung 1 536 000 Euro im Haushalt.

Kindergärten

Für die Bauarbeiten am Kindergarten Niederroth stehen 160 000 Euro bereit. Für eine neue Ausstattung im Langenpettenbacher Kindergarten sind 23 500 Euro vorgesehen.

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