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80 Euro Hundesteuer zahlen die Indersdorfer für ihre Vierbeiner. Wer im Besitz eines Hundeführerscheins ist, zahlt nur die Hälfte. 

Gemeinderat Indersdorf beschäftigt sich noch einmal mit dem Thema

Viel Ärger wegen Hundesteuererhöhung

  • vonChristiane Breitenberger
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Vergangenen Oktober beschlossen die Indersdorfer Gemeinderäte, die Hundesteuer zu erhöhen – nach 16 Jahren. Es hagelte Kritik von Hundebesitzern. Die Verwaltung bekam nicht nur wütende Mails und Anrufe, viele kamen auch persönlich ins Rathaus, um sich – meist nicht höflich – zu beschweren. Jetzt hat sich der Gemeinderat nochmal mit dem Thema Hundesteuer befasst und einiges angepasst.

Indersdorf– So was hat es noch nicht gegeben. Nicht mal, als die Abwassergebühren erhöht wurden. Kämmerer Philipp Blumenschein weiß, was im Indersdorfer Rathaus los war, nachdem die Gemeinderäte im vergangenen Jahr beschlossen haben, die Hundesteuer ab 2020 zu erhöhen (wir haben berichtet). Sehr viele Hundebesitzer schrieben wütende E-Mails an die Verwaltung, riefen sauer an oder kamen gleich persönlich vorbei. Alles sehr emotional. „Das war für die Mitarbeiter nicht immer angenehm“, erklärte Blumenschein in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.

Deshalb ordnete Blumenschein die Entscheidung des alten Gemeinderats noch einmal ein und schlug auch ein paar Anpassungen vor. Fest steht – auch heute noch – Verwaltung und Gemeinderäte sehen die Erhöhung von früher 35 Euro auf 80 Euro als absolut angemessen an. Zumal geplant ist, „die Hundesteuer wieder rund zehn Jahre nicht zu erhöhen“, erklärt Blumenschein. Er ordnet weiter ein: „Hätten wir jährlich die Steuer erhöht, wären das gerade Mal drei Euro pro Jahr.“ Andere Gemeinden hätten vergleichbare Steuersätze, wieder andere verlangen für den zweiten Hund mehr als für den ersten, wie Weichs und Jetzendorf, das gebe es in Indersdorf nicht, so Blumenschein.

Doch nicht alle Hundebesitzer müssen 80 Euro Hundesteuer zahlen. Wer einen Hundeführerschein hat, zahlt nur 40 Euro. Blumschein erklärte noch einmal die Intension hinter der Idee, die die Gemeinderäte damals hatten: Es sollte eine Lenkungswirkung sein, dass diejenigen, die sich intensiv mit dem Thema Hundehaltung beschäftigen, auch „belohnt“ werden. „Mit Hundeführerschein 40 Euro Steuern zahlen – da sind wir konkurrenzlos billig – nirgends im Landkreis gibt es eine Kommune, die so wenig verlangt“, betonte Blumenschein in der Sitzung. Sich nachsagen lassen, „die Gemeinde will sich damit bereichern“, will Blumenschein nicht so stehen lassen. „Es ist ja nicht so, dass die Hundesteuer eine scharfe Einnahmequelle der Gemeinde wäre.“ Für diesen Satz gab’s viele grinsende Gesichter unter den Gemeinderäten. „Die Hundesteuereinnahmen machen nicht mal ein Tausendstel aus“, erklärte der Kämmerer weiter und betonte: „Wir haben Personalkosten im fünfstelligen Bereich allein für das Leeren der Hundetoiletten.“

Doch Blumenschein sagt auch: „Wir sind für Kritik offen. Alles kann man immer irgendwie besser machen.“ Also schaute sich die Verwaltung an, welche Kritikpunkte der Hundebesitzer gerechtfertigt sind. Die Räte beschlossen im Oktober, dass die Ermäßigung mit Hundeführerschein nicht für Kampfhunde gilt – das sei laut Blumenschein ungerecht und wurde nun geändert. Ohne Führerschein zahlen Kampfhundbesitzer mit Negativzeugnis 300 Euro und ohne Negativzeugnis 960 Euro. Zudem wurde geändert, dass Hunde, die sehr alt sind und deshalb keinen Hundeführerschein mehr machen können, künftig automatisch die Ermäßigung bekommen. Das gilt für Hunde, die vor dem 1. Januar 2012 in der Gemeinde gemeldet waren. Zudem soll die Ermäßigung für alle Hunde für zehn Jahre gelten, wenn ein Halter mehrere Tiere hat. Den Führerschein muss er nur mit einem Tier machen.

So etwas wie Bestandsschutz – das mussten sich die Verwaltungsmitarbeiter des Öfteren von wütenden Hundebesitzern anhören – gibt es „selbverständlich nicht. Wenn man die Einkommenssteuer erhöht, kann man auch nicht sagen, du hast jetzt Bestandsschutz, weil du ja vorher schon Einkommenssteuer gezahlt hast“, so Blumenschein.

Gemeinderat Olaf Schellenberger (CSU) begreift die ganze Aufregung der Hundehalter nicht: „Ich verstehe das Ganze einfach nicht. Ich halte die ganze Aufregung für übertrieben, aufgebauscht. Wenn ich einen Hund habe, ist doch die einmal jährliche Hundesteuer nur ein unbedeutender Posten. Da kommen doch ganz andere Kosten auf einen zu, wie Futter, Versicherung und vieles mehr!“ Die Änderungen wuden gegen die Stimme von Andreas Geier (BBN) beschlossen. Die Änderungen gelten rückwirkend zum 1. Januar 2020.

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