Rosalie Vanidestine arbeitet im Indersdorfer Jugendzentrum.
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Hat ihren Traumjob gefunden: Rosalie Vanidestine arbeitet im Indersdorfer Jugendzentrum.

Interview mit Rosalie Vanidestine, neu im Team der Indersdorfer Jugendarbeit

„Wir beraten teilweise noch spät nachts“

  • vonChristiane Breitenberger
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Indersdorf – Mitten in der Pandemie hat das Team der Indersdorfer Jugendarbeit Verstärkung bekommen. Rosalie Vanidestine arbeitet seit September beim Zweckverband Jugendarbeit. Im Interview erklärt sie, welche fatalen Folgen die Pandemie für Kinder und Jugendliche hat, was sie und ihr Team tun, um in dieser Zeit für ihre Schützlinge da zu sein, und was ihre Ziele für die Jugendarbeit in der Gemeinde sind.

Für alle, die Sie noch nicht kennen, bitte stellen Sie sich doch kurz vor:

Mein Name ist Rosalie Vanidestine, ich bin 26 Jahre alt und gelernte Jugend- und Heimerzieherin.

Wie kommt’s, dass Sie jetzt beim Zweckverband Jugendarbeit arbeiten?

Jetzt mache ich das, was ich eigentlich schon immer machen wollte. Mein Traum war es eigentlich schon immer, in einem Jugendzentrum zu arbeiten. Leider muss das Juz ja derzeit coronabedingt geschlossen bleiben.

In der Jugendausschusssitzung haben Sie erklärt: „Auch wenn unser Haus geschlossen ist, wollen wir den Jugendlichen immer das Gefühl geben: Wir sind trotzdem für Euch da!“ Wie schaffen Sie das?

Wir sind auf vielen sozialen Medien vertreten und sind natürlich noch mehr als sonst im Ort unterwegs. Bei allen Kontakten fällt auf: Der Gesprächsbedarf bei den Kindern und Jugendlichen hat extrem zugenommen.

Welche Auswirkungen der Pandemie beunruhigen Sie, wenn Sie mit den Kindern und Jugendlichen sprechen?

Die Auswirkungen sind teils fatal: Jugendliche, die schon zuvor Probleme hatten, wie psychosomatische Erkrankungen oder Essstörungen, leiden jetzt verstärkt darunter, denn: Auf ihre alternativen Verhaltensweisen, die sie sonst ausleben, können sie jetzt nicht zurückgreifen. Heißt: Alles, was sie normalerweise machen, um sich abzulenken, geht im Moment nicht.

Sicher kamen jetzt pandemiebedingt noch viele neue Probleme hinzu, bei denen Sie beraten müssen, oder?

Ja, viele haben ihre Jobs verloren, viele haben massive Zukunftsängste, andere kommen mit dem Homeschooling nicht zurecht und haben Angst um ihren Abschluss. Viele bekommen natürlich zuhause die Sorgen ihrer Eltern mit und haben deswegen Ängste. Wir beraten also jetzt noch viel mehr als früher – teilweise sogar noch spät nachts.

Gerade für Kinder und Jugendliche ist die Pandemie so schwer, weil sie kaum noch Gleichaltrige treffen können. Was tun Sie, um ihnen diese Zeit wenigstens etwas zu erleichtern?

Die Isolation ist ein großes Problem, weil der Kontakt zu Gleichaltrigen in den verschiedenen Entwicklungsstufen so wichtig wäre, damit die Kinder und Jugendlichen ihre Sozialkompetenzen lernen. Das Problem ist: Für die Kinder ist das Leben gerade nur noch: Schule und Familie. Wir versuchen hier, natürlich neben den Beratungen, alles anzubieten, was irgendwie ablenken kann. Sie sollen einfach mal den Kopf freibekommen können und über etwas anderes sprechen als die Pandemie.

Und wie sehen diese Ablenkungen so aus?

Natürlich hängt das immer stark davon ab, was gerade pandemiebedingt erlaubt ist, da passen wir unsere Ideen ständig an. Es gab Schnitzeljagden durch den Ort, eine Weihnachts- und eine Osteraktion und Online-Juz-Abende. Als wir noch geöffnet hatten, gab es coronakonforme Spiele wie Bingo- und Quizabende und vieles mehr.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit in Indersdorf?

Es ist ein toller Ort zum Arbeiten. Es ist zum Beispiel schön zu sehen, wenn wir bei der mobilen Arbeit am Jugendfreizeitgelände unterwegs sind und sehen, wie viele hier ihre Zeit verbringen. Es war auch extrem toll zu erleben, wie viele Jugendliche beim Bau am neuen Sparkassenspielplatz mitgeholfen haben – und das, obwohl sie ja gar nichts von dem Spielplatz haben. Da war ich sehr stolz.

Wie sehen Ihre Ziele für die Jugendarbeit in der Gemeinde aus?

Ich freue mich besonders auf viele kulturelle Projekte, die ich gerne mit meinem Team verwirklichen würde. Auftrittsmöglichkeiten für regionale Bands schaffen, mal ein Poetry-Slam, solche Sachen. Zudem will ich dem Juz-Image einen frischen Wind verpassen, es soll einfach jeder Lust bekommen, mal vorbeizuschauen. Dafür hat das Jugendzentrum auch einen bisschen anderen Look bekommen. Zudem will ich den Kids neue Perspektiven in der Natur zeigen. Dazu mache ich gerade eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin.

Wer Rosalie Vanidestine kennenlernen will oder mal Hilfe braucht, egal ob Kinder, Jugendliche oder Eltern, kann sie so über Soziale Medien oder Messenger kontaktieren: Instagram: juz.marktindersdorf; Facebook Rosalie JUZ Indersdorf/JUZ Markt Indersdorf; Mail: rosalie.vanidestine@zweckverband-jugendarbeit.de; Telefon 01 57/37 23 19 93.

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