Von Wegen nur Gaudi: Bevor Willi Heilmann, Präsident des Faschingskomitees, auf den Festwagen feiern kann, muss er eine ganze Menge organisieren. Seit Januar telefoniert er täglich mehrere Stunden wegen des Faschingsumzugs, kalkuliert Kosten oder arbeitet am Sicherheitskonzept.

Nichts dran an den Gerüchten: Faschingsumzug findet statt

Indersdorf - Der Präsident Faschingskomitees will mit Gerüchten aufräumen: Klar findet der Indersdorfer Umzug statt, betont Willi Heilmann im Interview. Aber einige Dinge machen ihm dennoch Sorgen.

-Welche Gerüchte sind gerade im Umlauf? 

Viele Faschingsfans haben Angst, dass wir heuer den Umzug absagen. Mich haben sehr viele Wagenbauer angerufen und gefragt: „Sollen wir überhaupt anfangen zu dekorieren, wir haben gehört, es gibt keinen Umzug?“ 

-Ist was dran an den Gerüchten? 

Überhaupt nicht. Unser Umzug findet auf alle Fälle statt. 

-Woher kommt dann so eine Falschinformation? 

Weil es rund um Indersdorf ganz anders aussieht. Entweder gibt es aus Personalmangel keinen Umzug mehr (Dachau), oder die Auflagen wurden stark verschärft. In Vierkirchen ist ab heuer die Teilnehmerzahl begrenzt, es wird zum erstenmal auch Startgeld erhoben, was es in Indersdorf nicht gibt. In Weichs stand der Umzug auf der Kippe, weil sich kein neuer Präsident fand. In Mainburg sagte die Stadt den Umzug ab, jetzt findet er nur wegen zwei Firmenspenden doch statt. Solche Neuigkeiten beunruhigen eben viele.

-Wie kommt es, dass Indersdorf nicht mit diesen Problemen zu kämpfen hat? 

Zum einen haben wir das Glück, dass uns Vereine wie der SV Langenpettenbach seit Jahren personell sehr stark unterstützen. Sie sind mit 15 bis 20 Mann die wichtigsten Auf- und Abbauhelfer. Am Faschingssonntag sind sie sogar mit grob 50 Personen im Einsatz - hauptsächlich an der großen Faschingsbar, die etwa die Hälfte der Einnahmen aus den Verkaufshütten darstellt. Auch arbeiten wir mit dem Burschen- und Madlverein Indersdorf sehr eng zusammen. Zum anderen könnten wir den Umzug nicht stemmen, wenn uns die Gemeinde nicht so unterstützen würde. Der Bauhof hilft enorm, und die Rathausmitarbeiter nehmen mir viel Organisatorisches ab. Alle Anmeldungen für den Umzug laufen übers Rathaus. Wir fünf Komiteemitglieder und das Ehrenkomitee könnten ohne diese Hilfe definitiv den Faschingssonntag nicht veranstalten.

Trotzdem haben Sie heuer auch ein großes Sorgenkind - welches?

Wir müssen einen ganz neuen Standort für die sanitären Anlagen finden. Wegen der Baustelle und der neuen Gebäude am Marktplatz können wir dort keine Klowagen mehr aufstellen. Wir müssen heuer also komplett neu planen. Ob wir heuer die Klowagen von den Burschenvereinen nehmen oder wesentlich teurere Sanitärcontainer bestellen, steht noch nicht fest. 

Der Umzug wird also wieder teurer für Sie. Wie haben sich die Kosten in den vergangenen Jahren entwickelt? 

Allein die Ausgaben für Sicherheitskräfte sind enorm gestiegen. Am Faschingssonntag sind zwischen 11 und 22 Uhr bis zu 40 Securities im Einsatz, am nächsten Tag kommt eine Reinigungsfirma zum Kehren des Marktplatzes. Auch die Entsorgung des Abfalls hat sich verteuert, auch wenn die letzten Jahre weniger Müll produziert worden ist. Damit alles bezahlt ist, brauchen wir rund 10 000 bis 15 000 Euro.

Wie kommt das Geld dafür zusammen? 

Einmal aus den Abgaben von den Standbetreibern am Marktplatz, und einmal von unseren Kassieren. Dabei darf man aber eines nicht vergessen: Wenn die Abgaben der Standbetreiber reichen, um die Umzugskosten zu decken, geht alles, was unsere Kassiere einnehmen, an soziale Zwecke in Indersdorf. 

 

Was bedeutet das genau? 

Von dem Geld, das die Kassiere einnehmen, spendieren wir jedes Jahr den Altennachmittag auf dem Volksfest. Hier bekommen alle Indersdorfer Senioren je eine Mass Bier und ein halbes Hendl. Dazu gibt es ein spezielles Programm. 2014 haben wir 1800 Senioren eingeladen, 1200 sind bekommen. Mit dem restlichen Geld unterstützen wir die Kindergärten vor Ort. 400 Euro gingen letztes Jahr von uns an den Sankt Vinzenz-Kindergarten, 1000 Euro ans BRK. Aber wir würden gerne mehr tun. 

 

Und wie ginge das?

Indem sich noch mehr Leute als freiwillige Kassiere melden würden. 

 

Inwiefern würde das etwas bringen? 

Ein Kassier sammelt etwa 300 bis 400 Euro ein. Aber bei so vielen Besuchern erwischen wir nicht jeden für die freiwillige Spende von zwei Euro. Unsere rund 50 Helfer schaffen etwa nur die Hälfte aller Besucher. Da geht viel Geld für gute Zwecke verloren. Es zählt wirklich jeder Kassier. 

Wie können sich neue Helfer einbringen?

Leute, die uns beim Kassieren helfen wollen, melden sich bitte bei unseren Hauptkassieren Johannes Hillreiner (E-Mail: johiba@web.de) und Siegfried Fiedler (0 81 36/ 67 08). Auch für den Aufbau der Verkaufshütten und der Dekoration am Marktplatz und für den Abbau am Rosenmontag brauchen wir noch Helfer.

 

Das Interview führte:

Christiane Breitenberger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die besten Jahrgänge aller Zeiten
Wie es in Bergkirchen Tradition ist, beginnt die Verabschiedung der Mittelschüler mit einem Gottesdienst. Danach wird gefeiert.
Die besten Jahrgänge aller Zeiten
Karlsfeld will mehr für Radler tun
Karlsfeld will mehr für Radfahrer tun. Das hat der Bauausschuss des Gemeinderats einstimmig beschlossen. Nach Möglichkeit soll ein Radverkehrskonzept erstellt werden.
Karlsfeld will mehr für Radler tun
13-Jähriger von Auto schwer verletzt
Schwer verletzt wurde am Sonntagnachmittag ein 13-jähriger Fußgänger, als er von einem Auto auf der Münchner Straße in Karlsfeld erfasst wurde.
13-Jähriger von Auto schwer verletzt
Puch-Open-Air: Frisch wie am ersten Tag
Das in der Szene bayernweit bekannte alternative Puch-Open-Air stand heuer im Zeichen eines Jubiläums, denn zum 30. Mal fand diese beliebte Freiluftveranstaltung im …
Puch-Open-Air: Frisch wie am ersten Tag

Kommentare