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Mehr zahlen muss man künftig für die Gräber am Indersdorfer Waldfriedhof.  

Gemeinderat erhöht Friedhofsgebühren

Indersdorfs Gräber kosten künftig mehr

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Wer in Indersdorf künftig ein Grab braucht, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Gemeinderäte haben jetzt eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Grund: Die Gemeinde zahlte lange kräftig drauf.

Indersdorf – Die Sache regt ihn fürchterlich auf. Gemeinderat Thomas Loderer vom Bürgerblock Niederroth hat in der Indersdorfer Gemeinderatssitzung am Mittwochabend massiv gegen die geplante Gebührenerhöhung gewettert.

Zur Erklärung: Die Gemeinde wollte von einem Fachbüro wissen: Welche Kosten entstehen uns in punkto Friedhof? Das Fachbüro kalkulierte also die Kosten für Einzel-, Familien und Urnengräber. Dabei kam heraus: Die derzeitigen Gebühren für die Friedhofsnutzer decken nicht annähernd die Kosten. Also schlug die Verwaltung vor, die Gebühren so anzuheben, dass zumindest 75 Prozent der Kosten gedeckt werden. Ein Einzelgrab würde so zum Beispiel künftig 406 Euro für zehn Jahre kosten, derzeit kostet es 330 Euro (Kostenvergleich siehe unten).

Doch in Loderers Augen ist das „eine unwahrscheinliche Unverschämtheit, wie wir da raufgehen“. Das trage er nicht mit. „So was ist dem Bürger gegenüber nicht vertretbar“, sagte er. Das Wort unverschämt fiel noch ein paar mal. Auch Helmut Ebert von den Freien Wählern sagte: „Mir ist die massive Erhöhung erst bewusst geworden, als ich meine Graburkunde von 2008 angeschaut habe.“ So eine Kostensteigerung vor dem Bürger zu vertreten – da tue er sich hart.

Bürgermeister Franz Obesser bemühte sich um eine sachliche Diskussion. Ganz langsam, mit ruhiger Stimme, sagte er: „Wir mussten kalkulieren: Wie hoch sind die Kosten? Und wir alle entscheiden heute: Wie viel der Kosten wollen wir decken? Und das beschließen wir dann.“

Was Loderer und Ebert entweder nicht bedacht hatten, oder was ihnen egal war: Wenn die Gebühren nicht an die Kosten angepasst werden, müssen alle Steuerzahler für die Diskrepanz aufkommen. Auch diejenigen, die den Friedhof überhaupt nicht nutzen. Geschäftsleiter Klaus Mayershofer erklärte nochmal langsam: „Ich empfehle ihnen, nicht zu sehr runterzugehen – schließlich sollten die Kosten doch von denen getragen werden, die den Friedhof auch nutzen. Anders finden das doch die Menschen nicht gerecht, die den Friedhof überhaupt nicht nutzen.“ Die Gebühren seien früher schlicht zu niedrig angesetzt worden und hätten wenig mit einer Kostendeckung zu tun.

Charlie Böller von der CSU ordnete ein: „Das ist ja keine Ausgabe, die man jedes Jahr aufbringen muss, sondern nur alle zehn Jahre. Und auf die Spanne gesehen ist das nicht enorm.“ Böller ist überzeugt: Das Ganze ist sachlich kalkuliert, da wird keiner sagen: Jetzt kann ich mir das Grab nicht mehr leisten. „Die, denen das Grab in der heutigen Zeit noch wichtig ist, und die es pflegen, die werden das auch aufbringen.“ Parteikollege Hans Lachner ging konform: „Natürlich wird das dem ein oder anderen wehtun, aber wir müssen die Gebühren anpassen. Jetzt war man einfach zu günstig dran.“

Auch Umweltdenker Florian Socher konnte sich mit dem Verwaltungsvorschlag anfreunden: „Ich halte die Kostendeckung von 75 Prozent für angemessen. Ein Zuschuss von 25 Prozent von der Gemeinde ist eine gute Geste.“ Hubert Böck schlug vor, die Erhöhung erstmal bei 60 Prozent anzusetzen.

Am Ende einigten sich die Räte (gegen die Stimme von Thomas Loderer) auf eine Staffelung der Erhöhung: Ab 2018 sollen die Kosten zu 65 Prozent gedeckt werden, ab 2020 dann 75 Prozent. Sogar Ebert war am Ende glücklich: „Den Kompromiss find’ ich gut. Dann schaut’s nicht ganz so wild aus.“

In Indersdorfs gemeindlichen Friedhöfen gibt es 1078 Gräber, davon sind derzeit 711 belegt. Von 788 Familiengräbern sind noch 227 frei. Es gibt 63 Einzelgräber (zehn belegt), 143 Urnengräber (101 belegt) und 84 Urnennieschen (39 belegt).

Grabgebühren vor und nach der Erhöhung 

Einzelgrab: Jetzt: 330 Euro ab 2018: 352 Euro ab 2020: 406 Euro

Familiengrab:  Jetzt: 495 Euro ab 2018: 705 Euro ab 2020: 813 Euro

Urnengrab: Jetzt: 259 Euro ab 2018: 276 Euro ab 2020: 318 Euro

Urnenniesche: Jetzt: 350 Euro ab 2018: 439 Euro ab 2020: 507 Euro

Leichenhausnutzung: Jetzt: 200 Euro ab 2018: 217 Euro ab 2020: 250 Euro

Grab ausheben: Jetzt:  Jetzt: 448 Euro ab 2018: 466 Euro ab 2020: 538 Euro

Urnenbeisetzung (Erde): 157 Euro ab 2018: 127 Euro ab 2020: 146 Euro

Urnenwandbeisetzung:  Jetzt: 110 Euro ab 2018: 92 Euro ab 2020: 106 Euro

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