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Solche indirekten Beleuchtungen um die Sitzinseln, wie sie Stadtplaner Heinz Kindhammer in der Juni-Sitzung des Gemeinderats vorstellte, wird es in Indersdorf zwar nicht geben. Dafür soll nun immerhin das Rathaus angestrahlt werden.

Gemeinderat ändert seine Meinung

Das Indersdorfer Rathaus wird nun doch beleuchtet

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Das Thema Licht am neuen Indersdorfer Marktplatz beschäftigt die Gemeinderäte weiter. Auf ihren Beschluss, den Platz nicht stimmungsvoll zu beleuchten, gab es viele Rückmeldungen von Bürgern. Jetzt stimmten die Räte erneut ab – mit einem anderen Ergebnis.

Es soll keine Beleuchtung am neuen Indersdorfer Marktplatz geben, die rein dem Ambiente dient. Diesen Beschluss haben die die Indersdorfer Gemeinderäte in ihrer Juni-Sitzung mehrheitlich gefasst. Daraufhin gab es viele Rückmeldungen von Bürgern gegen den Beschluss – Bürgermeister Franz Obesser erzählte in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend von Indersdorfern, die zu ihm ins Rathaus kamen, Helmut Ebert (FW) von „so überraschend vielen Leuten“, die ihn wegen des Themas angesprochen hätten, dass er es „nicht für möglich gehalten hätte“.

Zudem unterzeichneten innerhalb von einer Woche 120 Indersdorfer einen entsprechenden Bürgerantrag. Antragstellerin Claudia Cramer wünschte sich darin, dass sich die Räte entweder noch einmal mit dem Thema befassen oder die Entscheidung über die Beleuchtung den Bürgern überlassen wird – und fand damit mehr als 100 Unterstützer.

Also drehte es sich in der Mittwochssitzung wieder um die Fragen: Soll das Rathaus abends indirekt beleuchtet werden? Und: Sollen um die Sitzinseln Ringe in diffusem Licht mittels LED-Beleuchtung gezogen werden?

Für einige Räte war es absolut unverständlich, wieso sich der Rat nun erneut mit der Thematik befassen soll: „Gibt es denn eine neue Erkenntnis?“, wollte Thomas Loderer (Bürgerblock Niederroth) wissen. „Wir haben ja beschlossen, dass wir das nicht wollen.“ Auch Peter Keller (FW) sah keinen Grund, sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen. „Mich erstaunt, dass hier nochmal geredet wird. Die Argumente sind die gleichen wie beim letzten Mal.“ Keller bedauert, dass die Bürger nicht von Anfang an zu dem Thema befragt wurden, schob aber nach: „Jetzt nochmal den Bürger abstimmen zu lassen, ist für mich uninteressant.“ Rund 900 hätten ja bereits abgestimmt – „Ich versteh’ also die Verhältnismäßigkeit nicht, wenn sich jetzt 120 eine andere Beleuchtung wünschen.“ Was Keller bei dieser Argumentation außer Acht lässt: Diesen 120 Leuten war es bisher nirgends möglich, ihre Meinung zum Thema stimmungsvolle Beleuchtung am Marktplatz zu sagen – dieses Thema stand bei keiner Bürgerbefragung zur Debatte.

Hubert Böck (SPD) ordnete dazu ein: „Nur weil jemand gegen einen grünen Kreis am Boden gestimmt hat, können wir nicht darauf schließen, dass er jetzt auch keine Beleuchtung will. Das sind zwei verschiedene Sachen.“ Eigentlich hätte man das ganze Thema Beleuchtung dem Bürger überlassen müssen, fand Simon Reichlmair (CSU). „Wir fragen nach Brunnen, Kunst und grüner Farbe, aber das zentrale Element, das Licht, das ist bei der Bürgerbeteiligung überhaupt nicht thematisiert worden.“ Den demokratisch gefassten Beschluss vom vergangenen Monat einfach umzuwerfen, sieht er kritisch: „Da machen wir uns ja lächerlich!“ Schließlich fasste Martina Tschirge (SPD) zusammen: „Ja, das Ganze ist eine emotionale Diskussion, jeder will einen für sich schönen Marktplatz haben. Aber 120 Leute haben einen Bürgerantrag unterzeichnet. Jetzt sind wir gefragt, das Thema nochmal zu behandeln.“

Stadtplaner Heinz Kindhammer nannte in der Sitzung die genauen, nicht mehr nur die geschätzten Kosten für die möglichen Beleuchtungen: 3000 Euro fürs Rathaus, 25 000 Euro für die Lichtbänder um die Bänke.

Am Ende stimmten die Räte für die Rathausbeleuchtung und gegen die Lichtbänder im Boden um die Sitzmöglichkeiten. Die Rathausbeleuchtung soll aus Umweltschutzgründen nicht zu lange und eher flexibel, nur zu bestimmten Anlässen eingeschaltet werden.

Claudia Cramer, Initiatorin des Bürgerantrags, ist mit dem Ergebnis großteils zufrieden, sie hat ihr Anliegen erreicht, sogar ohne dass sie den Antrag abgegeben hat. „Ich seh’ es positiv, dass wir jetzt doch Licht am Marktplatz bekommen. Auch wenn es schade ist, dass die Sitzinseln nicht beleuchtet werden.“ Was Cramer hingegen bedauert, ist, dass man als Buhmann dastehe, „wenn man die Beteiligung, die einem versprochen wurde, auf demokratisch legitimem Weg einfordert.“ Sie hätte es sich gewünscht, dass die Gemeinderäte ihr Versprechen, die Bürger zu beteiligen, eingehalten hätten. Geschmäcker seien so unterschiedlich – deshalb „wäre es schön gewesen, zu wissen, was die Indersdorfer wollen“.

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