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Sie haben beim Wettbewerb „Technik-Scouts“ bayernweit den 3. Platz belegt: Katharina, Lena (im Roboterkostüm), Sabine und Michaela aus der siebten Jahrgangsstufe der Mittelschule Markt Indersdorf.

„Technik-Scouts“-Wettbewerb rund um technische Berufe

Indersdorfer Schülerinnen überzeugen bayernweit mit Theaterstück

Natürlich sind technische Berufe auch etwas für Frauen – das haben vier Schülerinnen der Mittelschule Markt Indersdorf bewiesen. Beim Wettbewerb „Technik-Scouts“ haben sie bayernweit den dritten Platz erreicht. Wir haben sie vorab bei den Proben in der Schule besucht.

Es ist kurz vor den Sommerferien, noch herrscht normaler Schulbetrieb an der Mittelschule in Markt Indersdorf. In einem Klassenraum im Untergeschoss proben vier Schülerinnen für ein besonderes Projekt: Sie machen mit beim Wettbewerb „Technik-Scouts“, bei dem Schüler aus ganz Bayern einen technischen Beruf präsentieren – zunächst in einem kurzen Video. Die sechs besten Teams sollen den Beruf schließlich bei der Finalrunde in einem Theaterstück erklären.

Katharina, Michaela, Lena und Sabine haben es geschafft: Mit ihrem Kurzfilm über den „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ haben die Zwölf- und 13-Jährigen die Schlussrunde erreicht. „Wir haben gar nicht damit gerechnet“, erzählt Sabine. Ihr Lehrer hatte gleich mehrere Teams angemeldet, aber nur die vier Siebtklässlerinnen kamen weiter.

Bei der NAT AG in Dachau haben sie den Film gedreht, der die Jury offenbar überzeugt hat. Warum sie sich gerade diesen nicht ganz einfachen Beruf ausgesucht haben, hatte keinen besonderen Grund. „Wir haben überlegt, welcher Beruf sich am besten eignet“, erzählt Katharina.

Gemeinsam mit fünf anderen Teams präsentierten sie inzwischen im Wirtschaftsministerium in München den „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ mit einem fünfminütigen Theaterstück (siehe Infokasten).

Und das Drehbuch, das sich die vier Schülerinnen dazu ausgedacht haben, haben sie gemeinsam mit dem Schauspieler und Regisseur Markus Menzel eifrig geprobt. Er betreut die sechs Finalteams beim Wettbewerb „Technik-Scouts“ und ist derzeit in ganz Bayern unterwegs. Die vier Schülerinnen haben in das Skript einige originelle Ideen einfließen lassen. So wird auch das Thema „Frauen und Technik“ darin vorkommen. Und das ist durchaus gewollt, erklärt Markus Menzel. Zwei Drittel aller Teilnehmer seien Mädchen. Und der Initiator, das Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft, will mit diesem Wettbewerb Schülerinnen für technische Berufe begeistern.

Das Theaterstück spricht Probleme im Elternhaus an – Mama und Papa sind nämlich der Meinung, dass technische Berufe nichts für Mädchen seien. „Wir wollen damit Aufmerksamkeit erreichen, schließlich hat jeder Film ein Drama“, erzählt Sabine.

Sie ist allerdings bisher die Einzige, die nach der Schule einen technisch-handwerklichen Beruf lernen möchte: Sie will Schreinerin werden. Bei Katharina, Michaela und Lena stehen eher Berufe im wirtschaftlichen oder sozialen Bereich hoch im Kurs. Michaela möchte zum Beispiel Erzieherin werden. Aber wer weiß – von der 7. Klasse bis zum Schulabschluss geht ja noch einige Zeit ins Land. Oliver Gierens

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