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Philipp Blumenschein, Fraktionssprecher der CSU, ist Windkraftbefürworter, seit zehn Jahren Mitglied im Bundesverband Windenergie und selbst an fünf Projekten beteiligt.

Interview mit Philipp Blumenschein zum Thema Windkraft in Indersdorf, ja oder nein?

„Früher gab es weitgehend Planungssicherheit – jetzt nicht mehr“

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Philipp Blumenschein, Fraktionssprecher der CSU, ist Windkraftbefürworter, seit zehn Jahren Mitglied im Bundesverband Windenergie und selbst an fünf Projekten beteiligt. Trotzdem hat er jetzt gegen den Antrag der SPD gestimmt. Ein Grund: Wegen einer neuen Einspeiseregelung gibt es so gut wie keine Planungssicherheit mehr. Hier erklärt er die Einzelheiten:

Im Indersdorfer Gemeindegebiet wird es kein Windrad geben – zumindest vorerst. Das haben die Gemeinderäte nach einer ausführlichen Diskussion entschieden – auch Windkraftbefürworter stimmten gegen den SPD-Antrag.  Philipp Blumenschein, Fraktionssprecher der CSU, ist Mitglied im Bundesverband Windenergie und selbst an fünf Projekten beteiligt. Trotzdem hat er jetzt gegen den Antrag der gestimmt. Im  Interview erklärt er unter anderem warum.

-Wie war die Einspeisung früher geregelt?

Wie früher bei Photovoltaik gab es feste Einspeisewerte, für Projektanten und Betreiber gab es so eine gute Planungssicherheit.

-Was hat sich jetzt geändert?

Jetzt läuft das Ganze in einem komplizierten Auktionsverfahren, das mit einem hohen Risiko verbunden ist. Der, der den niedrigsten Preis bieten kann, gewinnt. Um daran teilnehmen zu können, muss man eine Kaution hinterlegen (rund 30 000 Euro pro MW). Die ist aber weg, wenn man verliert, wenn man zum Zuschlagspreis nicht bauen kann.

-Es ist also gerade im Moment kein guter Zeitpunkt, um neue Anlagen zu bauen?

Leute, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, raten dringend, abzuwarten, wie die ersten Auktionen ablaufen werden, und zu beobachten, wie sich z.B. die Energieriesen verhalten werden.

-Denken Sie, die Situation wird wieder besser?

Ich denke, dass sich die Lage in den nächsten Jahren allgemein wieder ändern wird. Auch die Akzeptanz von Windkraft wird irgendwann besser.

-Gibt es eine Zukunft für Windkraft in Indersdorf?

Man kann selber so viel dahinterstehen, wie man will – erst muss die Mehrheit in der Bevölkerung dafür sein und zwar in dem Ortsteil wo die Anlage stehen soll. Aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird sich bestimmt viel tun, was die Technik und die Regularien betrifft. Dann kann man so ein Projekt für Indersdorf auch wieder angehen.

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