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Ja zur Förderung – nach Grundsatzdiskussion

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Von: Christiane Breitenberger

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Rasenfeld
Muss dringend saniert werden: der Haupt-Fußballplatz in Niederroth. © fischer

Der Niederrother Haupt-Fußballplatz muss saniert werden. Deswegen stellte der Verein bei der Gemeinde einen Antrag auf Förderung des Projekts. Die bewilligten die Gemeinderäte auch. Es entbrannte jedoch – erneut – eine Grundsatzdiskussion.

VON CHRISTIANE BREITENBERGER

Indersdorf – Die Niederrother Fußballer wollen ihren Hauptplatz wieder herrichten. Er ist, wie der derzeitige Platz in Indersdorf, weder im Winter noch bei starkem Regenwetter bespielbar. Damit sich das ändert, plant der Verein, ein Drainagensystem und eine Versenkberegnungsanlage einzubauen. Ohne das Drainagensystem könne ein funktionierender Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten werden, heißt es in dem Zuschussantrag. Im selben Zug möchte der Verein auch einen Rasenmähroboter anschaffen – ein System, bei dem auch im Rasen eine entsprechende Verkabelung verlegt werden muss. Die Kosten für das Gesamtprojekt: 69 487 Euro.

Laut den Richtlinien des Marktes beträgt der Zuschuss grundsätzlich 25 Prozent der zuschussfähigen Kosten – doch da aus Sicht der Verwaltung der Fall genauso gelagert war wie beim Kunstrasenplatz in Indersdorf vor wenigen Wochen (wir haben berichtet), schlug diese einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent vor. So wie beim Kunstrasenfeld in Indersdorf.

Und deswegen entbrannte im Gemeinderat eine Grundsatzdiskussion. Klar, dass das Projekt gefördert werden soll, da waren sich alle Räte einig, nicht aber über die Höhe. Gemeinderäte wie Peter Keller (FW), Hans Lachner (CSU) und Florian Ebner (EHW) fürchteten Präzedenzfälle, die man so schaffen würde. „Dann kommt jeder und will 65 Prozent“ (Keller), „Da machen wir eine Sache auf, die wir nicht mehr einbremsen können“ (Lachner) und: „Wenn dann ein Schützenverein einen neuen Schießstand will, sollen wir dann sagen, Du bekommst es nicht, weil Du kein Fußballverein bist – das können wir doch nicht machen“ (Ebner), waren Sätze, die in der Diskussion fielen. Ihnen, und anderen, war vor allem wichtig, dass die Anschaffung des Rasenmähers losgelöst vom restlichen Vorhaben betrachtet und entsprechend geringer gefördert wird.

Kämmerer Philipp Blumenschein erklärte, warum er das Vorhaben als ganzes Projekt sieht und warum er einen Fördersatz von 65 Prozent angesetzt hatte – „immerhin geht es auch hier – wie beim Kunstrasenfeld darum, dass der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden kann, der Platz auch im Winter wieder bespielt werden kann und das Ehrenamt wertgeschätzt wird“. Er plädierte dafür, gleich gelagerte Fälle auch gleich zu behandeln.

Ebner widersprach dahingehend: „Der Kunstrasenplatz ist ein Projekt für die ganze Gemeinde, hier können auch die Niederrother spielen oder die Hirtlbacher. Das ist bei dem Niederrother Platz nicht so. Es tut mir leid, aber für mich ist das nicht dasselbe.“

Doch auch Simon Reichlmair (CSU) plädierte eindringlich für die Gleichbehandlung der Fälle. „Dass man solche Themen auf eine emotionale Schiene gesetzt hat, das ist vor vier Wochen passiert, indem man erklärt hat, dass man nicht dagegen sein kann, weil man sonst das Ehrenamt nicht schätzt. Aber dann kann man das hier auch nicht machen, also muss man auch hier zustimmen.“

Die erste von mehreren Abstimmungen ergab, dass der Antrag in dieser Form (alle drei Anliegen mit 65 Prozent zu fördern) abgelehnt wurde – denkbar knapp mit 12:11 Stimmen. Nach weiteren Abstimmungsrunden stand am Ende fest: Die Räte stimmten zu, das Drainagensystem und die Versenkberegnungsanlage mit 65 Prozent zu fördern, die Anschaffung des Mähroboters aber nur mit 25 Prozent.

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