Besorgt waren Kommandant Werner Scheib (stehend) und Jugendleiter Daniel Miarecki wegen des mangelnden Nachwuchses bei der Ainhofer Wehr. foto: bb

Kritik am Monsterlehrgang  

Nachwuchssorgen bei der Ainhofer Feuerwehr

Ainhofen - Auch die Feuerwehr in Ainhofen bleibt nicht von ihnen verschont: Nachwuchssorgen. Die Vorsitzenden denken, einen der Gründe zu kennen, und üben scharfe Kritik am: Monsterlehrgang.

Wie viele andere Feuerwehren sucht auch die Freiwillige Feuerwehr Ainhofen Nachwuchs. Doch das ist gar nicht so einfach. Jugendleiter Daniel Miarecki hat deshalb bei der gut besuchten Hauptversammlung Kritik geübt.

Miarecki stellte die für die modulare Truppmann-Ausbildung geforderten 130 Ausbildungsstunden in Frage. Auch Ainhofens Kommandant Werner Scheib hält diese umfangreiche Ausbildung für etwas übertrieben. Scheib sprach von einem Monster-Lehrgang, der junge Leute davon abhalte, der Feuerwehr beizutreten.

Die Ainhofner Jugendfeuerwehr ist von sieben auf zwei Jugendliche geschrumpft. Deshalb wandte sich die Wehr vor Kurzem schriftlich an alle Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, die im Bereich Ainhofen wohnen, und appelliert an sie, sich für den Feuerwehrdienst zu entscheiden. Noch warten die Feuerwehrler auf positive Rückmeldung.

Wie Kommandant Scheib weiter ausführte, verfügt Ainhofen nach wie vor über 27 Aktive, darunter auch fünf Frauen. Der Stand der passiven Mitglieder erhörte sich von 2015 auf 2016 von 19 auf 23. Konstant blieb die Zahl der Fördermitglieder (9) und der Ehrenmitglieder (4), so dass der gesamte Feuerwehrverein nach wie vor 65 Mitglieder zählt.

Zu den Einsätzen im Jahr 2016 stellte Scheib fest, dass es schon lange nicht mehr so ruhig war. „Wir haben nur vier Einsätze gefahren“, sagte Scheib. Er erinnerte an das Ausleuchten für einen Hubschrauberlandeplatz in Neuried, einen Kaminbrand in Ainhofen, die Sicherheitswache beim großen Badefest „Caribic-Night“ und die Absperrarbeiten bei der kirchlichen Lichterprozession im Unterdorf. Dafür schlugen insgesamt 92,75 Einsatzstunden zu Buche.

Nicht zuletzt wegen der wenigen Einsätze sparte die Feuerwehr nicht mit den Übungen. Es wurden 852,50 Übungsstunden registriert, was nicht zuletzt mit dem Vertrautmachen mit dem neuen Fahrzeug TSF und der Leistungsprüfung von drei Löschgruppen zusammenhängt. Alle drei Gruppen bestanden fehlerlos, das begrüßten in der Versammlung Feuerwehr-Vorstand Martin Hefele und Bürgermeister Franz Obesser.

Übungen und Einsätze ergaben zusammen im vergangenen Jahr 945,5 Stunden. Das nahm Obesser zum Anlass, daran zu erinnern, dass es sich hier um ehrenamtliche Arbeit zum Nulltarif handelt, die für die Allgemeinheit erbracht wird und daher Anerkennung verdient. „Wir haben im Marktgemeinderat die Jugendförderung um 50 Prozent erhöht, weil es auch bei den Feuerwehren wichtig ist, verstärkt mit der Jugend zu arbeiten“, betonte der Gemeindechef und lobte auch die gute Zusammenarbeit der Ortsteil-Feuerwehren mit der Stützpunkt-Feuerwehr in Indersdorf.

Benjamin Geisenhofer und Florian Fottner haben sich 2016 der modularen Truppmann-Ausbildung unterzogen und Anita Fottner und Melina Spielberger beendeten den Ersthelfer-Kurs erfolgreich. Den Maschinisten-Lehrgang besuchten Daniel Riedl und Johannes Riedl. Auch heuer erachtet es der Kommandant für notwendig, mehrere Aktive zum Ersthelfer-Kurs, den Wiederholungslehrgang und zum Motorsägen-Kurs zu schicken. Für einen Teilnehmer steht auch die modulare Truppmannausbildung auf dem Programm.

Die Einweihung des neuen Fahrzeugs im Sommer vergangenen Jahres erfuhr bei den Ainhofern große Resonanz. Auch die zahlreichen Helfer bei diesem Fest verdienen laut Scheib Anerkennung. So sorgte beispielsweise die Ortsbäuerin Brigitte Pfab kostenlos für den gesamten Blumenschmuck und Stefan Hefele junior spendierte bei der Hydrantenkontrolle ein Spanferkel.

Kassier Otto Polzmacher informierte darüber, dass Ainhofen von der Gemeinde eine Zuwendung über 460 Euro erhalten hat. Hinzu komme noch die Jugendförderung mit 411 Euro. Damit die Geselligkeit in der Wehr nicht zu kurz kommt, gibt es im September einen Feuerwehr-Ausflug, der nach Regensburg, zur Wallhalla und in den Biergarten von Kloster Weltenburg führt.


Josef Ostermair

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