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Mitreden, was im Ort passiert – 55 Kinder und Jugendliche diskutierten bei der Jungbürgerversammlung im Indersdorfer Rathaus.  

3. Jungbürgerversammlung in Indersdorf

Zusammen Projekte realisieren

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Sie wollen mitreden, was in ihrer Gemeinde passiert. Das haben jetzt 55 Kinder und Jugendliche bei Indersdorfs 3. Jungbürgerversammlung bewiesen. Doch von wegen nur Party und Mc Donalds. Die Themen klangen teils sehr erwachsen.

Indersdorf – Ein Mädchen schreibt immer wieder etwas auf, macht sich ständig Notizen über das, was sie gerade gehört hat. Lara ist 13. Es ist ihre dritte Jungbürgerversammlung. Bereits als sie erst elf Jahre alt war, hat sie sich Notizen über die Veranstaltung gemacht. Denn für Lara steht fest: Sie will etwas bewegen.

Seit drei Jahren gibt es einem Tag im Jahr, bei dem Indersdorfer Kinder und Jugendliche zwischen elf und 19 Jahren im Rathaus ihre Sorgen und Wünsche vorbringen können. Anfangs erklärt Bürgermeister Franz Obesser den jungen Besuchern, was sich im vergangenen Jahr so in der Gemeinde getan hat und was die wichtigsten Projekte sind. Dabei verzichtet er auf politisches Blabla und leere Floskeln, damit die Kinder die Zusammenhänge der Gemeindepolitik verstehen: Der neue Kreisverkehr ist fertig. Kostet aber „einen Haufen Geld“ – 800 000 Euro, um genau zu sein. In Karpfhofen wird gebaggert – „aber die Leute brauchen mehr Wohnungen“, sagt Obesser und zeigt detaillierte Skizzen.

Doch Hauptteil der Veranstaltung ist, dass sich die Kinder in diesem Rahmen mit all ihren Sorgen an Bürgermeister Franz Obesser und das Team der Indersdorfer Jugendarbeit, Nevyana Bogdanova und Sebastian Jaeger, wenden können.

Ein großer Wunsch der Kinder: attraktivere Spielplätze für Ältere. Maria (13) erklärt: „Unsere Spielplätze sind nur für ganz kleine Kinder. Das soll sich ändern.“ Sebastian Jaeger nimmt den Vorschlag ernst, will eine Lösung ausarbeiten: „Darüber sind wir uns alle einig. Wie soll ein Spielplatz aussehen, den Ihr Euch wünscht?“ Was zum Klettern, zum Hüpfen – zum Abenteuer erleben eben. „So etwas könnten wir vielleicht versuchen, gemeinsam zu realisieren“, sagt Jaeger.  

Ihm ist es ein großes Anliegen, mit Jugendlichen, die solche Pläne haben, etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Wie die Badmintonnacht am Indersdorfer Gymnasium – eine Veranstaltung für 70 Leute, die zehn Jugendliche auf die Beine gestellt haben. „Wenn Ihr ein Projekt habt, kommt zu uns. Wir helfen Euch bei der Umsetzung.“

Egal, ob eine Party für 12- bis 14-Jährige oder eine Jugendfahrt ins Ausland – die Kinder hatten viele Ideen. Für diese speziellen Projekte hat sich das Team der Jugendarbeit ein gesondertes Treffen überlegt. Am Freitag, 16. Dezember, um 18 Uhr sollen all diejenigen ins Indersdorfer Jugendzentrum kommen, die sich bei einem bestimmten Thema einbringen wollen.

Viele Kinder zeigten sich, wie sonst Erwachsene, besorgt, dass in den Straßen, in denen sie oder ihre Freunde wohnen, Autofahrer viel zu schnell unterwegs sind. „Wir können hier unsere Tempomessgeräte aufstellen“ schlug Franz Obesser vor. Für Kinder, die sich einen Unterstand an der Bushaltestelle an der Mittelschule wünschten, hatte er gute Nachrichten: „Da haben wir bereits zwei bestellt.“ Einen Wunsch nach einem zweiten Aufgang am Bahnhof Niederroth konnte er leider nicht erfüllen. „Da spielt die Bahn einfach nicht mit. Wir haben es mehrfach versucht. Ich habe sogar selber Beispielfotos gemacht, wo sowas geht – vergeblich.“

Bürgermeister Franz Obesser schätzt die Veranstaltungen mit den jungen Leuten im Rathaus sehr. Deshalb hat er auch gleich einen Termin für nächstes Jahr angesetzt: den 9. November 2017. Für Lara eine tolle Nachricht. „Es ist einfach toll, dass es sowas gibt. Man merkt, es verändert sich wirklich was, wenn man hier seine Meinung sagt. Man kann wirklich was bewirken.“

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