Provisorische Lösung für Kindertageseinrichtung

Notsituation bei der Kinderbetreuung in Indersdorf

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In Indersdorf gibt es ab September nicht mehr genügend Kinderbetreuungsplätze – deshalb will die Gemeinde eine neue Kita aus dem Boden stampfen. Doch es gibt Probleme. Sogar das Jugendzentrum muss dran glauben.

Indersdorf– In der Gemeinde Indersdorf herrscht heuer eine „Not-Not-Not-Situation“ was das Thema Kinderbetreuung betrifft. So nennt es die Leiterin des Haus für Kinder, Renate Krämer. Deshalb hat die Gemeinde in einer Ruck-Zuck-Aktion im März beschlossen, bereits im September eine neue Einrichtung an der Rieder Straße zu errichten (wir haben berichtet). In der Kita sollen zwei Gruppen für je 25 Kinder Platz finden. Container sollten bestellt werden, eine Pavillonanlage entstehen. Klang toll. Ist aber nicht problemlos umzusetzen, wie sich jetzt in der Gemeinderatssitzung zeigte.

Wie schwierig sich heuer die Situation der Kinderbetreuung in Indersdorf darstellt, zeigte sich gleich zu Beginn der Sitzung: 24 Kinder hätten ohne die neue Einrichtung im September keinen Platz bekommen. Eine Mutter aus Niederroth ist betroffen und wandte sich bittend an die Räte: Ihr Kind hat keinen Platz mehr in Niederroth bekommen und soll künftig in Indersdorf unterkommen. „Wir im Ort waren alle zusammen in der Spielgruppe – jetzt werden wir auseinander gerissen“, sagte sie traurig. „Wir wissen, wie unglücklich die Situation ist,“ sagte Renate Krämer. „Bei uns steht sonst immer das Kindeswohl an erster Stelle, aber wir waren in großer Not und konnten keine weiteren Plätze schaffen.“ Bürgermeister Franz Obesser pflichtete Krämer bei allem Verständnis für die Familie bei: „Derzeit werden 505 Kinder in Indersdorf betreut, da bitte ich um Verständnis, dass nicht immer der 100-prozentige Wunschplatz verfügbar ist. Es werden sich bei jedem Kind sehr viele Gedanken gemacht, was das Beste ist. Wir versuchen wirklich alles.“

Alles heißt in diesem Fall, eine neue Einrichtung aus dem Boden zu stampfen. Innerhalb von fünf Monaten vom Beschluss zur Eröffnung sollte alles fertig sein. „Ein sehr sportlicher Zeitplan“, sagte Planer Sevket Dalyanoglu, der in der Sitzung das Konzept der neuen Einrichtung vorstellte. Schnell nimmt er den Gemeinderäten die Illusion von der problemlosen Umsetzung: Das Problem: Die Container, in denen die Einrichtung entstehen soll, sind frühestens im Dezember verfügbar. Solange müssen die Kinder alternativ untergebracht werden.

Auch dafür hat sich die Gemeinde bereits einen Notfallplan überlegt: Die bereits 24 angemeldeten Kinder werden so lange im Jugendzentrum betreut. Der Nachteil: die Kinder und Jugendlichen, die dort sonst von der Jugendarbeit betreut werden, verlieren in dieser Zeit ihren Treffpunkt. Doch Franz Obesser betont: „Wir sind dabei, in engem Kontakt mit der Jugendarbeit, einen guten Ersatz für die Jugend zu finden. Das ist uns sehr wichtig.“

Ingenieur Sevket Dalyanoglu vom Projektbüro 678 stellte den Gemeinderäten dann das Konzept vor, wie die Einrichtung werden soll, sobald die Container geliefert werden. Das Wichtigste: Von Containern soll dann nichts mehr zu sehen sein. Außen wird die Fassade mit Holz verkleidet, innen wird Estrich verlegt, es wird mit Trockenbauwänden gearbeitet. „Es sieht dann aus wie ein Haus“, betonte auch Franz Obesser. Insgesamt soll eine Fläche von 520 Quadratmetern für die Kita genutzt werden. In der Anlage wird es zwei Gruppenräume, zwei Nebenräume, einen Schlafraum, einen Bewegungsraum, eine Küche, einen Personalraum, ein Büro, einen Garderobenbereich, einen Abstellraum, einen Technikraum, zwei Toilettenanlagen für Kinder sowie ein Personal WC mit Anschlussmöglichkeit für Waschmaschine und Trockner geben. Draußen entstehen KFZ- und Fahrradstellplätze, eine Spielwiese und ein Spielplatz.

Dalyanoglu rechnet damit – vorsichtig ausgedrückt – dass die Kinder vom Jugendzentrum in den Weihnachtsferien in ihre neue Kita umziehen können. Die Einrichtung ist grob für die nächsten fünf Jahre vorgesehen – langfristig plant die Gemeinde einen Neubau einer Kita in Karpfhofen. Über Kosten wurde in der Sitzung noch nicht gesprochen.

Rubriklistenbild: © dpa / Uwe Zucchi

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