Vorschläge für Bushäuschen am Marktplatz Indersdorf gab es im Gemeinderat.

Indersdorfer Marktplatz wird geplant

Bushäuschen kommen erst nachträglich

  • vonChristiane Breitenberger
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Der Indersdorfer Marktplatz soll ein paar schicke Accessoires bekommen, wie den Treppenbrunnen. Doch auch Funktionales ist wichtig, wie: überdachte Bushaltestellen. 

Indersdorf – Wer mal auf einer Jungbürgerversammlung in Indersdorf war, weiß, was die jungen Teilnehmer dort Jahr für Jahr ansprechen: Sie wünschen sich vernünftige Bushäuschen. Keine Frage, noch viele andere Dinge auch, aber das Thema Bushäuschen kommt wirklich immer wieder zur Sprache. Auch Gemeinderat Hubert Böck (SPD) betonte in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend: „Wer mal bei schlechtem Wetter zum Bahnhof geht, sieht, wie wichtig das überdachte Wartehäuschen ist“. Das soll zeigen: Wer Bus oder Bahn fährt, wünscht sich eine Haltestelle, an der er nicht klitschnass wird, wenn es mal regnet.

Am Indersdorfer Marktplatz halten laut Landratsamt sieben MVV-Linien. Hinzu kommt die gemeindeeigene Linie „BUS Senioren Indersdorf“, kurz Bussi. Diese Linie ist vorrangig gedacht für Ältere, wie zum Beispiel die Menschen, die am Marktplatz im Betreuten Wohnen leben, oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Heinz Kindhammer stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung zwei Vorschläge für überdachte Bushaltestellen am neuen Marktplatz vor. Schnell war klar: Eine Variante gefällt dem Planer, eine eigentlich nicht. Eine ist eine totale „nullachtfünfzehn Katalogware“, wie Kindhammer sagte. Im Grunde das selbe Modell, das nahe dem Kreisverkehr an der Dachauer Straße steht. Oder man entscheide sich für etwas, das „charakteristisch für den neuen Marktplatz ist, für etwas mit Wiedererkennungswert“.

Der Stadtplaner schlug vor, das Gestaltungsthema der grünen Sitzinseln auch auf die Haltestelle zu übertragen: „Man könnte einfach einen Ring in derselben Optik nehmen, der als Überdachung dient.“ Zu den Kosten konnte Kindhammer nur eine ganz grobe „Bauchgefühlsschätzung abgeben“. Die „Kataloghaltestelle“ koste pro Stück rund 15 000 Euro, die eigene Haltestelle etwa 20 000 Euro. Mit verschiedenen Visualisierungen zeigte er, wie die jeweiligen Modelle auf dem neuen Platz aussehen würden – der Standort für die Haltestellen ist recht fix.

Kindhammer machte eine Sache deutlich: Egal, für was sich die Gemeinderäte entscheiden: Wenn sie sich in dieser Sitzung entscheiden, könnte die Haltestellen gleich mit in den neuen Platz integriert werden, andernfalls, müsse „man eben das neue Pflaster in dieser Stelle wieder aufmachen und anschließend wieder neu pflastern“. Trotzdem empfahl Bürgermeister Franz Obesser, jetzt keine Entscheidung „übers Knie zu brechen“. Es sei sehr schwer vorstellbar, wie die Haltestellen in dem Platz aussehen würden, dazu müsse man erst sehen, wie der fertige Platz wirkt.

Die Gemeinderäte folgten bei ihrer Abstimmung Obessers Empfehlung, Nachfragen zu Mehrkosten gab es keine. Helmut Ebert (FW) betonte, dass er „am liebsten gar nichts in den wunderschönen neuen Platz stellen würde. Wenn überhaupt, kann ich mich mit einer Haltestelle anfreunden“. Nur Hubert Böck betonte: „Wir brauchen da auf alle Fälle überdachte Bushaltestellen!“

Franz Obesser sagte in der Sitzung: „Das ist, wie wenn man eine Wohnung baut – einrichten kann man auch später, wenn alles fertig ist“. Allerdings sagte Planer Heinz Kindhammer auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten: Aus handwerklicher Sicht mache es „natürlich viel mehr Sinn, die Bushaltestellen gleich einzubauen, als erst alles zu pflastern, dann wieder aufzumachen und dann wieder neu zu pflastern – das ist ganz klar, das ist überhaupt keine Frage“. Es sei aber „auch nicht sehr kompliziert, die Haltestellen erst im Nachhinein einzubauen“. Die zusätzlichen Kosten, die dabei entstehen – also um das neue Pflaster erst aufzumachen und dann wieder zu verlegen – schätzt Kindhammer „ganz grob aus dem Bauch heraus für beide Haltestellen zusammen auf 4000 Euro“.

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