1 von 17
Ein Selfie mit dem Ministerpräsidenten vor dem vollen Indersdorfer Festzelt: Markus Söder gab sich volksnah.
2 von 17
3 von 17
4 von 17
5 von 17
6 von 17
7 von 17
8 von 17

Ministerpräsident Söder im Festzelt Indersdorf

„I bin der Markus und da bin i dahoam“

  • schließen

Ministerpräsident Markus Söder hat seinen Antrittsbesuch im Dachauer Landkreis absolviert. Im Festzelt in Indersdorf gab sich der Franke volksnah und unbescheiden.

Indersdorf – Für die kommende Landtagswahl wünscht er sich für seine CSU nichts weniger als die absolute Mehrheit – natürlich mit vielen Stimmen aus dem Dachauer Land!

Nein, Bescheidenheit ist Markus Söders Stärke nicht. Die lobenden Worte seiner Vorredner, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath, „sie waren angemessen“! Doch während die rund 1900 Besucher im Festzelt noch über diesen Scherz lachten, rüstete sich Söder bereits für einen einstündigen Parforceritt durch die bayerische, deutsche und europäische Politik. Um Söders Botschaft vorweg zu nehmen: Bayern ist großartig, dank der CSU. Und damit dies auch so bleibt, muss die CSU im Herbst bei den Landtagswahlen auch wieder die absolute Mehrheit erhalten.

In Jeans, ohne Schlips und Redemanuskript, erinnerte der 51-Jährige sein begeistertes Publikum zunächst an die Einzigartigkeit seiner Heimat. Landrat Stefan Löwl sei „einer der besten und schönsten, die wir in Bayern haben“; Landtagsabgeordneter Anton Kreitmair sei „die Stimme der Landwirtschaft“, und Bernhard Seidenath würde es sogar fertig bringen, den Ministerpräsidenten „bis an die Grenzen von dessen physischer Belastbarkeit“ mit den Problemen des Wahlkreises Dachau zu belasten. Dies alles, so Söder, weil die heimischen Abgeordneten „was erreichen wollen für ihre Heimat“!

Doch auch Söder will viel erreichen! Was genau, das erläuterte er mit markigen Worten und immer wieder unterbrochen von Bravo-Rufen des Publikums. So sei sein oberstes Ziel der Schutz der heimischen Bevölkerung und die Bewahrung der bayerischen Identität. Denn: Das Land Bayern helfe anderen Menschen gern, „aber wir dürfen die einheimische Bevölkerung nicht vergessen“. Dies wolle er unter anderem dadurch erreichen, dass pflegende Angehörige im Freistaat künftig Pflegegeld erhalten und dass sich junge Eltern im „christlichen Familienland Bayern“ selbst aussuchen können, ob sie ihre Kinder daheim oder in einer öffentlichen Einrichtung betreuen lassen.

Entscheidend aber ist für Söder die Bewahrung der Rechtsstaatlichkeit. Die Politiker bräuchten sich nicht wundern, wenn sie das Vertrauen der Bevölkerung verlieren würden. Viel zu oft, so Söder, würden verschiedene Maßstäbe angelegt. Während bayerische Bürger gnadenlos Strafzettel oder Steuerforderungen bekämen, würden straffällige Asylbewerber oft viel zu spät zur Rechenschaft gezogen: „Es ist ein falsches Signal, wenn der Staat nicht in der Lage ist, sein Recht zu organisieren“, so der Redner unter dem Beifall des Publikums. Um die Sicherheit der Bayern zu organisieren, brauche es jedoch nicht nur zusätzliche Polizisten – 3500 neue Stellen würden diesbezüglich vom Landtag beschlossen – sondern auch die Möglichkeit, dass die Polizisten Straftaten verändern könnten. Auch wenn Söder hier das umstrittene Bayerische Polizeiaufgabengesetz, gegen das vergangene Woche tausende Menschen in München auf die Straße gegangen waren, nicht beim Namen nennen wollte, machte er doch deutlich: „Die Gefahren von früher sind nicht die Gefahren von heute.“ Viel zu oft seien die bayerischen Polizisten zuletzt „zur Untätigkeit verdammt gewesen“. Mit ihm, Söder, werde Bayern aber zur „No-go-area“ für Kriminelle!

Lesen Sie auch: „Ungeeignet“, „populistisch“ und „verfassungswidrig“ - Experten nehmen Söders Polizeigesetz auseinander

Vehement verteidigte Söder auch seinen Kreuz-Erlass für bayerische Behörden: Das Kruzifix stehe „für die Identität unseres Landes“. Und dazu gehöre, dass man „am Sonntag in die Kirche geht und am Montag in modernsten Unternehmen über künstliche Intelligenz spricht“!

A propos Sprache: Jeder Mensch im Freistaat müsse „Deutsch können, Bairisch verstehen und, wenn er besonders sprachbegabt ist, Fränkisch reden!“ Am besten sollten natürlich alle Bayern am 14. Oktober ihr Kreuz bei der CSU und ihm als Spitzenkandidat machen. Denn: „I bin der Markus und da bin i dahoam. Und da bleib i dahoam, wenn Sie es wollen!“

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Haimhausen
Audi und BMW kollidieren bei Haimhausen - Fotos
Im Begegnungsverkehr auf der B13 bei Haimhausen ist es am Dienstag gegen 9.20 zu einem schweren Unfall gekommen.
Audi und BMW kollidieren bei Haimhausen - Fotos
TSV 1860
Volksfeststimmung in Pipinsried bei der Meisterkrönung der Löwen
Meisterfeier in der bayerischen Provinz: TSV 1860 München machte den Sack zu. 
Volksfeststimmung in Pipinsried bei der Meisterkrönung der Löwen
So ging es beim Indersdorfer Volksfesteinzug zu
Musikkapellen, Brauereigespanne, Vereine und zahlreiche Besucher: Es ist wieder soweit, das Indersdorfer Volksfest wurde am Freitag eröffnet.
So ging es beim Indersdorfer Volksfesteinzug zu
Dachau
Maibäume im Landkreis Dachau: Eindrücke in Text und Bild von 16 Maifeiern
Von Weichs bis Tandern, von Thahausen bis Biberbach: 16 Dörfer feierten am 1. Mai ihren neuen Maibaum. Wir waren bei allen dabei. Vor-Ort-Berichte und Bilder von jedem …
Maibäume im Landkreis Dachau: Eindrücke in Text und Bild von 16 Maifeiern

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.