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Das Regenwetter erforderte es, dass MFI-Chef Rainer Römer (rechts) die Siegerehrung zur Deutschen Meisterschaft der Modellflieger im Zelt vornehmen musste.

Wettbewerb unter schwierigen Bedingungen

Modellflugverein aus Indersdorf richtet Deutsche Meisterschaft aus

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Der Deutsche Aeroclub hat den Modellflugverein aus Indersdorf zum Ausrichter der Deutschen Meisterschaft in der Zwei-Meter-Thermik der Modellsegelklasse „F3RES“ auserkoren, die auf dem schon lange erprobten Fluggelände in Schönbrunn ausgetragen wurde.

Dank des engagierten Organisationsteams rund um Josef Schweiger passte alles – nur das Wetter spielte den 65 Piloten aus Deutschland, Österreich und den USA, die mit ihren Segelmodellen gegeneinander antraten, an den zwei Wettkampftagen einen bösen Streich.

Die Klasse „F3RES“ ist eine Besonderheit: Mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand (die Modelle entstehen aus Bausätzen, die größtenteils aus Holzteilen bestehen) bietet sie einerseits einen idealen Einstieg in die Wettbewerbsszene, gleichzeitig sind die Flieger aber extrem leistungsfähig, sodass auch erfahrene Piloten großen Spaß an der Sache haben. Die maximale Spannbreite des Seglers darf zwei Meter betragen. Dabei bewegt sich das Gewicht dieser Leichtbaumodelle zwischen 350 und 500 Gramm.

Bemerkenswert war in Schönbrunn die starke Beteiligung von jungen Piloten – 13 waren jünger als 18 Jahre. Um zu einer gültigen Wertung zu kommen, mussten mindestens vier Qualifikationsrunden geflogen werden, wobei bis zum Schluss nicht klar war, ob dies wegen der starken Regenfälle überhaupt möglich ist. Das Wetter machte es so besonders spannend. Besonders tragisch wäre ein Abbruch für die bis aus den USA angereisten Piloten gewesen.

Schon die Eröffnung der Meisterschaft durch Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser und den Vereinsvorsitzenden Rainer Römer musste wegen des Regens im Zelt durchgeführt werden, und der Start verzögerte sich auf die ersten regenfreien Momente gleich nach dem Mittagessen. Dann aber konnten die Neuner-Gruppen gestartet werden. Die gleichzeitig fliegenden Piloten hatten nur ein neun Minuten langes Zeitfenster zur Verfügung, um einen exakt sechs Minuten langen Flug zu schaffen. Im Zeitfenster darf mehrmals gestartet werden, und der letzte Flug kommt in die Wertung.

Jede Sekunde Abweichung von diesen sechs Minuten bringt Punkteabzug. Durch eine möglichst genaue Landung konnten zusätzliche Bonuspunkte geholt werden. Es muss während des Fluges unbedingt Thermik gefunden und genutzt werden. Nach dem Start mit einem auf dem Boden gespannten Gummiseil sind rund 100 Meter Höhe zu erreichen, aber ohne Thermik sind die geforderten sechs Minuten Flugzeit nicht machbar. „Hier ist Taktik, fliegerisches Können, ein gutes Modell und die Beobachtung der Natur unverzichtbar“, war von Josef Gergetz, einem begeisterten Flugexperten, zu erfahren.

Wegen des Dauerregens musste der Wettkampf am ersten Tag abgebrochen werden. Es war zu diesem Zeitpunkt klar, dass am folgenden Tag noch mindestens zwei Stunden trockenes Wetter notwendig sein würden. So waren am zweiten Wettkampftag die Wetter-Apps und das Regenradar die beliebtesten Anwendungen der Piloten am Smartphone. Dass die Prognosen ganz unterschiedliche Ergebnisse brachten, erhöhte die Anspannung zusätzlich.

Der zweite Wettkampftag startete zur Freude aller Beteiligten schließlich trocken. Den Zuschauern bot sich ein unvergessliches Bild mit den im Nebel kreisenden Segelflugzeugen. So setzte man alles dran, die weiteren Durchgänge ohne Unterbrechung zu fliegen. Als es sich abzeichnete, dass die Deutsche Meisterschaft mit einer gültigen Wertung beendet werden konnte, fiel allen ein Stein vom Herzen. Es konnten noch drei Finaldurchgänge geflogen werden, ehe erneut starker Regen einsetzte.

Wie schon die Eröffnung musste auch die Siegerehrung im Zelt abgehalten werden. Neuer Deutscher Meister ist der aus Österreich kommende Harald Helm. Jubel brach mit der Bekanntgabe aus, dass den zweiten und dritten Platz mit Gerhard Demegni und Stefan Schweiger zwei Piloten aus der MFI Indersdorf belegten.

Als Deutscher Jugendmeister konnte Kartig Rastogi gekürt werden. Der zweite Platz ging an den aus Hessen angereisten Paul Ole Borsdorf, vor Luis Tack.

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