Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Nur noch ein verrußte s Loch: Gabriele Mayer vor ihrem völlig ausgebrannten Geschäft. 

Gabriele Mayer verlor Geschäft und Zuhause

Nach Indersdorfer Großbrand: Ihr Laden bedeutete ihr alles

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Beim Großbrand in Indersdorf hat Gabriele Mayer (58) alles verloren - von einer Stunde auf die andere: ihren Laden, ihr Zuhause. Das Erstaunliche: Die dreifache Mutter hat schon neue Träume. 

Indersdorf– Der Albtraum begann, als sie den Geruch bemerkte. Der Albtraum, bei dem ihre Mutter ihr ganzes Hab und Gut verloren hat. Stefanie Brummer (34) war zufällig gerade beim Einkaufen im Indersdorfer Gewerbegebiet, als sie merkt: Die Luft riecht nach Rauch, nach Verbranntem. Sie verlässt das Geschäft und sieht die meterhohe Rauchwolke. Sie kommt genau aus der Richtung, in der der Second-Hand-Laden ihrer Mutter liegt. Sofort fährt sie zu der Halle, nur ein paar hundert Meter entfernt. Vor Ort: ein Bild des Grauens. Immer höher schlagen die Flammen aus dem Gebäude, immer mehr fressen sie sich in den Laden und die Wohnräume ihrer Mutter und ihres Bruders. In diesen ersten Momenten ist alles Materielle nebensächlich: Es zählt für Steffi Brummer nur ein Gedanke: Ist meine Familie in Sicherheit?

War sie zum Glück. Während das Feuer vor zehn Tagen wütete, waren Gabriele Mayer und ihr erwachsener Sohn gerade auf einem Geschäftstermin. Besonders tragisch für die Tochter: Sie konnte die beiden zwei Stunden lang nicht erreichen, bis sie endlich beruhigende Gewissheit hatte. Währenddessen musste sie zusehen, wie Minute für Minute alles verbrannte. Als Gabi Mayer zur Unglücksstelle kommt, bricht sie in Tränen aus. „Sie war fix und fertig. Da steckte ja ihr ganzes Leben drin. Fotos, Erinnerungen, einfach alles.“ Die Tochter weiß: „Sie konnte nur das retten, was sie an diesem Tag an und dabei hatte.“

Die Feuerwehrmänner kämpften bis zur Erschöpfung gegen die Flammen.

Beim Brand im Indersdorfer Industriegebiet entstand ein Millionenschaden

Bei dem Brand am Mittwoch vergangener Woche brannte im Indersdorfer Industriegebiet eine Lagerhalle völlig aus, in der sich auch der Second-Hand-Laden sowie die Wohnräume von Gabi Mayer befanden. 230 Feuerwehrleute plus die Ehrenamtlichen des THW und BRK standen parat, doch nichts konnte gerettet werden. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei zwischen 700 000 und einer Million Euro. Mittlerweile hat die Polizei neue Erkenntnisse zur Brandursache gewonnen: „Wir können ausschließen, dass es sich um Brandstiftung handelt. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat“, so gestern eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.

Nach dem Brand kam Gabi Mayer erstmal bei ihrer Tochter unter, jetzt wohnt sie bei Freunden. Steffi Brummer weiß: Der Laden war das Leben ihrer Mutter. Er bedeutete ihr alles. Seit 36 Jahren gibt es in Indersdorf „Gabi’s Second Hand“. Zweimal ist sie mit dem Geschäft bereits umgezogen. „Erst war der Laden ganz klein, oberhalb vom Pest“, erzählt die Tochter. Sie verbindet viele Kindheitserinnerungen mit dem Geschäft. „Ich bin damit aufgewachsen. Ich kenn meine Mama nicht ohne Second Hand. Sie hat immer gesagt: Man darf alles bringen, was ins Auto passt, das war ihr Motto.“ In dem Laden fanden Kunden so gut wie alles. Kleidung, Möbel, Kinderspielzeug. Einfach alles. Nach dem Laden über der Bäckerei Pest folgte das Geschäft in der Marold Straße. „Da haben wir auch drüber gewohnt. Jetzt ist eine Töpferstube drin“, sagt Stefanie Brummer. Danach zog sie mit ihrem Geschäft ins Industriegebiet.

Egal wie oft sie wegen des Brandes weint, sie lässt sich nicht unterkriegen

„Es ist gar nichts mehr da. Nichts ist übrig. Nichts Privates, nichts Geschäftliches“, sagt Brummer. Doch egal wie nahe Gabi Mayer der Verlust geht, egal, wie oft sie noch wegen des Brands weinen muss, sie lässt sich nicht unterkriegen. Will nach vorne schauen. Tochter Steffi beschreibt den unglaublichen Kampfgeist ihrer Mama: „Sie hat gleich gesagt, es geht weiter, und sie möchte den Laden wieder aufbauen.“ Deshalb sucht sie gerade nach einer Halle oder einem leer stehenden Geschäft, in dem sie ihren Traum weiterleben kann. „Sie will unbedingt, dass es weitergeht.“

Viele Leute haben bereits ihre Hilfe angeboten. Viele wollten Anteilnahme zeigen und kamen am Tag nach dem Brand mit Essen und Getränken zur Unglücksstelle. Mayer bekommt zudem etwas Unterstützung aus dem Sozialfonds der Gemeinde Indersdorf. Ob und wie Mayer entschädigt wird, ist unklar. Die Sache mit der Versicherung ist sehr schwierig. Es waren zwar Sachbearbeiter vor Ort. „Doch die Sache ist kompliziert. Es geht hin und her. Und es ist nicht einfach, wer was bezahlt“, so die Tochter.

Bilder: Feuer vernichtet Halle im Indersdofer Industriegebiet

Gabi Mayer hegt einen großen Wunsch: Am liebsten wäre es ihr, wenn sie zusammen mit ihrem Sohn und dessen Freundin zusammen in ein Haus ziehen könnten. „Am liebsten in Indersdorf, weil wir ja schon immer in Indersdorf sind.“ Das wäre ihr Traum von einem perfekten Neuanfang.

Spendenaktion

Die „Kette der helfenden Hände“ der Dachauer Nachrichten unterstützt Gabriele Mayer. Alle Spenden, die mit dem Verwendungszweck „Brand“ eingehen, werden direkt an die 58-jährige Indersdorferin weitergeleitet. Das sind die Kontoverbindungen: Volksbank Raiffeisenbank Dachau: IBAN DE68 7009 1500 0000 0199 50, BIC: GENODEF1DCA. Sparkasse Dachau: IBAN DE29 7005 1540 0380 9731 15, BIC: BYLADEM1DAH

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