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Die Haltestellen der Seniorenbuslinie – Wann der Betrieb starten kann, ist ungewiss

Rückschlag für Projekt in indersdorf

Bürokratie blockiert Buslinie für Senioren

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Die Idee klang so schön. Indersdorf wollte als erste Gemeinde im Landkreis eine Seniorenbuslinie ins Leben rufen. Alles wäre startklar. Haltestellen, Zeitplan, passendes Unternehmen – alles stünde bereit. Jetzt legt eine bürokratische Vorschrift alles lahm.

Indersdorf– Manche Sätze muss man zweimal lesen. Erst dann merkt man, wieviel Irrsinn eigentlich drinsteckt.

Eine Person hat die Berechtigung, beruflich regelmäßig mehrere Personen in einem Neunsitzer von A nach B zu fahren. Die selbe Person darf im selben Auto aber nicht die Fahrten für die Indersdorfer Seniorenbuslinie übernehmen. Dafür reicht ihre Berechtigung nicht. Denn: Der Seniorenbus hat Liniencharakter. Kurz gesagt: Es ist egal, ob die Person regelmäßig zig mal acht Leute zu verschiedenen Zielen zu verschiedenen Zeiten fährt – sobald es fixe Zeiten und fixe Haltestellen sind, braucht sie einen anderen Schein, der sie dazu berechtigt. Und weil sie diesen Schein nicht hat, liegt das Projekt Indersdorfer Seniorenbus derzeit auf Eis.

Aber zurück zum Anfang: Die Indersdorfer Gemeinderäte haben heuer im Juli auf Vorschlag von Bürgermeister Franz Obesser einstimmig beschlossen, eine Seniorenbuslinie ins Leben zu rufen, ein Jahr Vorarbeit steckte in der Planung. Die Seniorenbuslinie soll 13 Haltestellen umfassen (siehe Grafik rechts). Obesser war damals für die Gestaltung der Buslinie mit der Indersdorfer Seniorenbeauftragten Gertraud Spaderna, der Indersdorfer Seniorenrunde sowie verschiedenen Taxi- und Fahrunternehmen im Gespräch.

Zusammengefasst soll der Seniorenbus so gestaltet werden: Die Fahrten werden mit einem Acht- oder Neunsitzer angeboten, der Platz für Rollatoren, aber nicht für Rollstühle bietet. Pro Woche will die Gemeinde je zwei Fahrtenrunden anbieten. Pro Fahrtangebot werden drei Runden gefahren. Das bedeutet: Die 13 Haltepunkte werden alle dreimal angefahren.

So weit, so schön das Konzept. Mittlerweile hatte die Gemeinde einen passenden Betreiber für die Seniorenbuslinie gefunden. Man dachte zumindest, dass der Betreiber passend ist. Zu verdenken war es der Gemeinde nicht, denn die betroffene Person hat bereits jahrelange Erfahrung im Personenbeförderungsbereich. Will sagen: Sie fährt beruflich regelmäßig und völlig legal mit ihrem Neunsitzer vor allem Bewohner aus Schönbrunn zu verschiedenen Zielen. Das Unternehmen übernimmt Fahrten ins Stadion, zum Einkaufen, zu Arztbesuchen, Dialysebehandlungen und vieles mehr. Dafür reicht die Berechtigung, die diese Person hat, völlig aus. „Deswegen sind wir und sie gar nicht auf die Idee gekommen, dass es für den Betrieb unserer Buslinie auch ein Problem geben könnte“, erklärt Indersdorfs Geschäftsleiter Klaus Mayershofer. Gibt es aber. Und was für eines. Denn wie es bürokratisch so schön heißt: „Für die Durchführung von Linienverkehr ist vom ausführenden Beförderungsunternehmen ein Antrag auf ,Genehmigung für Einrichtung, Linienführung und den Betrieb für einen Linienverkehr’ bei der Regierung von Oberbayern zu stellen. Irrelevant ist hierbei, ob der Linienverkehr mit einem großen oder kleinen Bus durchgeführt wird.“ Und diese Berechtigung hat die Person eben nicht.

„Wir können auch nachvollziehen, dass sie diese Prüfung nicht nur wegen uns machen möchte. Das ist mit hohen Kosten und viel Zeit verbunden“, sagt Mayershofer. Die Gemeinde will die Linie ja zuerst im Probebetrieb laufen lassen, da ist das Risiko für das Unternehmen groß. „Das ärgert uns natürlich sehr, dass wir wegen bürokratischen Gründen den Seniorenbus nicht starten können“, sagt Mayershofer.

Die Gemeinde sucht jetzt ein zusätzliches Unternehmen, das über die entsprechende Berechtigung verfügt, um das Projekt schnell realisieren zu können.

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