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So könnte es aussehen – Die Grafik zeigt einen Entwurf für das Sozialzentrum am Indersdorfer Bahnhof. Die Problemflächen sind rot gezeichnet: Eine kleine Fläche, auf der das Sozialzeltrum (Grundriss blau umrandet) entstehen soll, ist noch der Bahn gewidmet (rotes oberes Dreieck). Zudem will die Bahn die Fläche nicht verkaufen, auf der 12 Parkplätze hätten stehen sollen (großes rotes Dreieck).

Projekt am Bahnhof: unerwartetes Stellplatzproblem

Sozialer Wohnungsbau verzögert sich

  • vonChristiane Breitenberger
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Indersdorf - Beim geplanten Sozialzentrum am Indersdorfer Bahnhof gibt es Probleme. Weil die Bahn ein kleines Grundstück jetzt doch nicht verkaufen will, fallen beim Gebäude zwölf Parkplätze weg. Die Gemeinde hat bereits eine Lösung gefunden – doch den Zeitplan wirft dieses Problem um drei Monate zurück.

Sie hatten sich die Sache so schön vorgestellt. Nachdem sich die Planungen für das Sozialzentum am Indersdorfer Bahnhof jahrelang hingezogen haben und es diverse Probleme zu lösen galt, wollte Bürgermeister Franz Obesser mit den Projektverantwortlichen eigentlich noch vor Weihnachten einen symbolischen Spatenstich zelebrieren. Doch daraus wird jetzt nichts. Es gibt Probleme wegen der vorgeschriebenen Stellplatzanzahl.

Am Bahnhof soll mit der Wohnbaugesellschaft des Landkreises und in Absprache mit Caritas und Maria- Gschwendtner-Stiftung ein sozialer Wohnbaukomplex entstehen. In den oberen Geschossen sollen 16 behindertengerechte Sozialwohnungen entstehen. Unten will die Caritas in das Gebäude einziehen. 24 Stellplätze waren dafür vorgesehen. Zwölf davon direkt am Haus, zwölf auf der anderen Straßenseite. Doch bei diesen gibt es jetzt ein Problem, wie sich in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend gezeigt hat.   

Der Indersdorfer Geschäftsleiter Klaus Mayershofer erklärte gestern auf Nachfrage die Situation: Der Grund, auf dem die Stellplätze entstehen sollten, gehört noch der Bahn. Und die will ihn jetzt – entgegen aller früheren Annahmen – doch nicht an die Gemeinde verkaufen. „Wir haben wirklich alles versucht“, sagte Franz Obesser in der Sitzung, „und wir bleiben auch weiter dran.“ Doch die Grundstücksproblematik bedeutet, dass die Stellplätze jetzt woanders zugewiesen werden müssen. Die Verwaltung schlägt vor, dafür die gemeindlichen Parkplätze beim Fußgängerüberweg auf der anderen Seite der Gleise zu nehmen. „Das wäre ein Fußweg von 300 Metern“, sagte Bürgermeister Franz Obesser „Das ist auf alle Fälle zumutbar.“ Es sei eine legitime Möglichkeit, bei Bauvorhaben Parkplätze in fußläufiger Entfernung zuzuweisen. Zudem wird das Landratsamt diese Planungen prüfen, so Obesser.

Ganz und gar nicht angetan von dieser Lösung war Hans Lachner (CSU). Er befürchtet, dass die 300 Meter entfernten Parkplätze nicht angenommen werden. „Mir passt das überhaupt nicht mit den Stellplätzen. Jedem Häuslebauer sagen wir, er braucht Stellplätze. Wie sollen wir denn so eine Entscheidung nach außen vertreten?“, fragte Lachner. Doch andere Gemeinderatskollegen widersprachen. Florian Socher von den Umweltdenkern betonte: „Stellplätze woanders auszuweisen ist ein legitimes Mittel, das haben wir schon öfter gemacht, das ist kein Problem.“ Diese Ansicht teilten Helmut Ebert (FW) und Thomas Loderer (Bürgerblock Niederroth) in ihren Wortmeldungen. Loderer betonte zudem: „Wir haben im Moment keine andere Möglichkeit, das Projekt zu realisieren. Für mich hat das auch einen anderen Stellenwert als ein normales Bauvorhaben. Wir sollten dabei bleiben.“ Diese geänderte Planung muss jedoch neu ausgelegt werden. „Das wirft uns ungefähr drei Monate im Zeitplan zurück“, informierte Obesser.

Zudem gibt es ein weiteres Problem: Der Grund, auf dem das Gebäude entstehen soll, gehört zwar der Gemeinde, doch ein kleiner Teil der Fläche ist noch „zu Eisenbahnzwecken gewidmet“, wie Klaus Mayershofer erklärte.   

Und die Bahn weigert sich, die Widmung aufzuheben. Das bedeutet: Rein theoretisch darf die Bahn „dort Bahnanlagen, wie Kabel, reinbauen, selbst wenn ihnen der Grund nicht mehr gehört“. Doch Mayershofer ist felsenfest davon überzeugt, dass „da an dieser Stelle definitiv nie wieder was kommen wird.“ Um sich aber beim Bau abzusichern, hat sich die Gemeinde einen rechtlichen Beistand gesucht. „Uns ist das Projekt so wichtig, da haben wir uns einen der besten auf diesem Gebiet gesucht“, sagt Mayershofer. Er geht ohnehin davon aus, dass die Widmung aufgelöst wird, wenn sich die Personalsituation bei der Bahn mal ändert. Die Lage schließe völlig aus, dass das Grundstück noch von der Bahn gebraucht wird. „Das liegt ja auf der anderen Straßenseite.“

Die Gemeinderäte haben in der Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Planung entsprechend mit Beratung eines Rechtsanwalts angepasst wird. Die geänderte Planung soll ausgelegt werden. Klaus Mayershofer hofft, dass es im Frühjahr wirklich zum Spatenstich kommt.

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