Er bedrohte offenbar seine eigene Familie: Polizei erschießt Mann

Er bedrohte offenbar seine eigene Familie: Polizei erschießt Mann
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Ein Jahr im Gefängnis kommt nun auf den Angeklagten zu - wegen einer Prügelei im Indersdorfer Mexicanos.

Verurteilung vor dem Dachauer Amtsgericht

Prügelei im Mexicanos: Indersdorfer (23) muss wieder ins Gefängnis

„Das ist die einzige Wahrheit, alles andere ist eine Lüge!“ Mit diesen Worten versuchte der 23-jährige Indersdorfer B. den Richter Christian Calame von seiner Unschuld zu überzeugen. Doch der Richter glaubte ihm nicht.

Indersdorf/Dachau –  Calame verhängte eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung.

Im vergangenen Juni war B. im Restaurant Mexicanos in Markt Indersdorf in eine Auseinandersetzung mit dem 31-jährigen Indersdorfer H. verwickelt. Deshalb stand er in Dachau vor Gericht.

„Ich habe das aus Angst gemacht, ich wollte niemanden verletzen“

H. habe ihn von hinten gepackt und von einem Barhocker auf den Boden gezogen, sagte der Angeklagte aus. Anschließend sei er auf den Boden gedrückt und gewürgt worden, bis ein Freund, ebenfalls angeklagt, den Angreifer von ihm heruntergezogen habe. 

Aus reiner Verzweiflung und Benommenheit und weil der Angreifer sich vor ihn gesetzt, sein Bein festgehalten, ausgelacht und bedroht habe, habe er H. mit dem Bein ins Gesicht gestoßen. „Ich habe das aus Angst gemacht, da war keine Aggression, ich wollte niemanden verletzen.“ Es hätte auch nur diesen einzigen Tritt gegeben.

Wieso er angegriffen wurde, wisse er aber nicht. H. und er seien in der Vergangenheit allerdings schon öfter aneinandergeraten.

Die Version des Angeklagten bestätigte auch ein Zeuge – ein Freund. Alle anderen hatten das Geschehen jedoch etwas anders wahrgenommen. Version zwei: Es kam vor der Bar zu einer Rangelei zwischen B. und H., beide gingen zu Boden, rauften dort weiter. Freunde des Angeklagten kamen hinzu – der Mitangeklagte F. soll sogar über Tische gesprungen sein, um mitmischen zu können.

Zum Schluss ein Tritt gegen den Kopf

Ein Gast und die Barkeeperinnen sagten aus, es sei zu einem Drei-gegen-einen gekommen. Auf den bereits in Schutzhaltung am Boden liegenden H. sei mehrfach eingetreten und eingeschlagen worden, er habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. „Der war schon völlig k. o.“, so eine Zeugin.

Als H. bereits bewusstlos im Eingangsbereich lag, trat der stark alkoholisierte B. laut Zeugenaussagen noch einmal gegen dessen Kopf – und lief dann mit seinen Helfern weg.

Die Fahndung der Polizei blieb zunächst erfolglos. Erst die Befragung der Zeugen, die die Täter anhand von Fotos identifizieren konnten, brachte Klarheit.

„Wenn ich jetzt zwei, drei Jahre bekomme, ist mein Leben vorbei“

Als nach dreieinhalb Stunden Verhandlung und sieben weiteren Zeugenvernehmungen Zeit für die Urteilsverkündung war, versuchte B. abermals, den Richter umzustimmen. „Wenn ich jetzt zwei, drei Jahre bekomme, ist mein Leben vorbei. Ich hab keinen Job mehr, ich hab dann nichts.“

B., der bis vor eineinhalb Jahren im Gefängnis war – wegen gefährlicher Körperverletzung – sei, wie der Staatsanwalt es nannte, ein „Bewährungsversager“. Verschiedene Bewährungs- und Drogenprogramme brach der Angeklagte ab, auch zu Drogen greift er wieder, aber nur, wie er selbst sagt, weil sein Leben vorbei wäre, er sonst nicht schlafen kann und unter schweren Depressionen leide.

Für Richter Calame war die Sachlage eindeutig. B. wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt, F. nach Jugendstrafrecht zu einem einwöchigen Arrest. Das Opfer war bei einer vorherigen Verhandlung schon freigesprochen worden.  fsa

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