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Jetzt wird’s persönlich: Schüler durften Petra Fuchsbichler (l.) Fragen stellen, bevor sie Schule verlässt. Hier fragen Sebastian Haag, Elvin Subasi und Delia Baisan (v.l.). Im Hintergrund steht Dagmar Höller. 

Mittelschule Indersdorf verabschiedet Rektor

Rührende Verabschiedung

Nach drei Jahren verabschiedet sich Indersdorfs Mittelschul-Rektorin Petra Fuchsbichler wieder und wechselt ins Schulamt. Es wurde ein anrührender Abschied. 

Indersdorf– Am Ende sangen alle den umgedichteten Biene-Maja-Refrain: „Wir danken Ihnen alle, Petra!“ Hunderte Schüler und Lehrer standen dabei am vergangenen Donnerstag in der Aula der Mittelschule Indersdorf, um ihre Rektorin Petra Fuchsbichler (50) zu verabschieden. Sie wechselt ans Dachauer Schulamt, ihre Nachfolge ist noch unklar.

Petra Fuchsbichler war als Pädagogin schon viel im Landkreis unterwegs: Sie arbeitete als Lehrerin an der Mittelschule Bergkirchen, als Konrektorin in Indersdorf und war Rektorin an der Mittelschule Dachau-Süd. Vor drei Jahren kam sie als Rektorin nach Indersdorf zurück: „An der Mittelschule Indersdorf da war ich dahoam“, sagte Fuchsbichler gerührt bei dem Festakt.

Eine Tempobox hatte auch ihre Stellvertreterin Dagmar Höller dabei, als sie vor dem Rednerpult stand und sagte: „Mir fällt es schwer, mich von meiner langjährigen Mentorin und besten Freundin zu verabschieden.“ Außerdem erzählte sie von Fuchsbichlers „berühmt berüchtigten Schreianfällen“ im Schulhaus, betonte aber zugleich: „Wir konnten uns immer auf Dich verlassen!“   

Allerdings gab es auch schwierige Zeiten in Fuchsbichlers Rektoren-Laufbahn: „Stichwort Lederhose“, sagte Höller: Denn am „ruaßigen Freitag“ vor zwei Jahren wurden Zehntklässler von der Mittelschule heimgeschickt, weil ihre Lederhose als Faschingskostüm galt. Fuchsbichler sagte damals: „Eine Faschingsaktion an diesem Tag ist bei uns untersagt, und das war eine Faschingsaktion.“

Bürgermeister Franz Obesser erinnerte ebenfalls an Fuchsbichlers „Hartnäckigkeit, Gelassenheit und ihr Lachen vom ersten bis zum letzten Treffen“ und betonte: „Sie haben hier einiges bewegt.“ Beispiele nannte Elternbeirätin Sabine Danzer, wie die „Aufregung um den Turnhallenausbau“ oder den Caterer-Wechsel an der Schule. Dabei lobte sie Petra Fuchsbichlers „liebevolle Strenge“ – dass sie die Schule verlässt, sei ein „großer Verlust“. Einfühlsame Lieder – passend zu dem Festakt – sang die Schulband bestehend aus Vanessa Fritz, Christina Heisler, Elisabeth Hoffer, Franziska Peschl und Marija Petronijevic.

Die persönliche Seite ihrer Rektorin kitzelten anschließend einige Schüler mit selbst ausgedachten Fragen heraus, wie: „Welche Musik hören Sie am liebsten?“ Fuchsbichler antwortete: „Morgens singe ich im Büro oft alte Schlager“, sagte sie und lachte. Eine weitere Frage aus der 7b: „Wie viele Verweise haben Sie schon unterschrieben?“ Die Rektorin sagte: „Das waren sicher schon ein paar hundert, aber nicht dieses Jahr.“ Die 7c wollte wissen: „Haben Sie schon mal einen Verweis bekommen – zum Beispiel für Rauchen auf dem Klo?“ Fuchsbichler: „Das hab’ ich als Schülerin auch gemacht“, grinste sie. Und sogar einen Verweis hat sie kassiert: „Das war in der 8. Klasse, für Geschwätzigkeit im Unterricht – ganz klassisch.“

Die letzte Frage rührte Fuchsbichler am meisten: „Was wird Ihnen am meisten fehlen?“ Die Rektorin sagte: „Das Leben an der Schule“, kurze Stille: „Und jetzt weint die Chefin.“ Sie bedankte sich bei den Schülern dafür, „dass Ihr so seid, wie Ihr seid“, unter anderem lustig, anstrengend, mit vielen Ideen in Kopf, aber auch diskussionsfreudig: „Mir hat’s Freude gemacht, hier zu arbeiten“, aber: „Jetzt möchte ich meine berufliche Richtung ein bisschen ändern.“ Am Ende ihrer Laufbahn will sie dann einschätzen: „Wo hat es mir am besten gefallen?“

Bislang gibt es für Petra Fuchsbichler noch keinen Nachfolger, sagte die stellvertretende Rektorin Dagmar Höller: „Die Stelle muss erst ausgeschrieben werden.“ Ein Team aus drei Lehrern übernimmt die Leitung zunächst kommissarisch.

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