Eine Turnhalle
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Viel heller und freundlicher wirkt die neue Dreifachturnhalle in Indersdorf.

Turnhalle ist fertig

Rundgang durch die 6,7-Millionen-Euro-Halle in Indersdorf

  • vonChristiane Breitenberger
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Die Verbandsturnhalle an der Grund- und Mittelschule in Indersdorf wurde für insgesamt 6,7 Millionen Euro generalsaniert. Ein Rundgang durch das neue Werk.

Indersdorf – Bitter ist: Wenn ein Millionen-Projekt fertig ist, und eine Pandemie bei allen Feierlichkeiten dazwischen funkt. So theoretisch, also so ohne Pandemie, könnten in Indersdorf jetzt dank der Generalsanierung der Verbandsturnhalle Indoor-Großveranstaltungen für bis zu 600 Menschen steigen. Wie gesagt, theoretisch. Und theoretisch hätte diese neue Location bereits ihre Feuerprobe hinter sich. Wie gesagt, ohne Pandemie. Denn bereits im März hätten 600 Gäste den Auftakt zum Festjahr 900 Jahre Kloster Indersdorf in der neuen Turnhalle gefeiert.

„Das ist natürlich bitter, jetzt haben wir eine fantastische neue Halle und konnten sie immer noch nicht einweihen“, bedauert der Vorsitzende des Zweckverbandes Grund- und Mittelschule und Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser. Er ist stolz auf das Ergebnis. Bis auf die Mauern ist alles in der Halle neu gemacht. „Wir haben jetzt nicht nur eine topmoderne Sporthalle, sondern auch eine Halle, in der wir endlich große Veranstaltungen feiern können“, freut sich Obesser. Alles sei auf dem allerneuesten Stand. Er schwärmt: „Akustik: super, Beleuchtung: super, Boden: super!“ Nach der 6,7 Millionen Euro teuren Generalsanierung ist die Halle wieder auf dem Stand eines Neubaus. Seit Mitte September ist die Halle wieder regulär freigegeben, Arbeiter sind dabei, ihr den letzten Feinschliff zu geben.

Kein schöner Anblick: Das Bild zeigt die alte Verbandsturnhalle. Sie war 40 Jahre alt und wirkte sehr dunkel.

Schon wer den Eingangsbereich zur Turn- und Schwimmhalle betritt, sieht einen völlig umgestalten Bereich. Geschäftsleiter Klaus Mayershofer und Betriebsleiter des Hallenbads, Manfred Schmid, führen bei einem Rundgang durch die neuen Räume und stellen die wichtigsten Neuheiten vor:

Sicherheit

Früher, da geisterte ein Gerücht durch Indersdorf: „In die Turnhalle kommt rein, wer will. Da hat sowieso jeder im Ort einen Schlüssel.“ Aber bei der neuen Halle? Denkste. Hallenbad und Turnhalle haben jetzt jeweils einen separaten Eingang, die Tür zur Halle geht nur noch mit einem Transponder auf – aber nicht völlig beliebig, wenn man grade will: Sprich – der jeweilige Transponder der Handballtrainerin ist nur für ihre Trainingszeit freigeschaltet, genau wie der des Yogalehrers. „Steht jemand draußen und will rein, kann er klingeln“, das sieht man dann in der Halle“, erklärt Manfred Schmid.

Sollte ein Feuer ausbrechen, ist die Halle jetzt mit Brandschutztüren ausgestattet, die automatisch schließen.

Völlig umgestaltet ist der Eingangsbereich mit den neuen Sicherheitstüren. 

Umkleiden und Sanitäranlagen

Wer als erster den Gang zu den Umkleiden entlang geht, den empfängt die neue Halle höchstpersönlich – eine Lampe nach der anderen geht automatisch an. Die zweite Neuerung, die sofort auffällt: das Dreier-Farbsystem. Es gibt jetzt blaue, grüne und gelbe Umkleiden, Böden und Sanitäranlagen. Jeweils entsprechend für ein Hallendrittel.

Die Sanitärräume erscheinen ab jetzt in Gelb. Wegen der Pandemie ist nur die Hälfte der neuen Duschen und Waschbecken nutzbar.
Gemeindegeschäftsleiter Klaus Mayershofer zeigt die neuen in Blau gehalten Umkleiden.

Sound, Licht und Spielstandanzeige

Will ein Trainer oder Lehrer künftig Musik in der Halle spielen, geht das „super easy“, freut sich Schmid. „Man kann sogar sein Handy direkt mit der Anlage verbinden. In jedem Hallendrittel kann man seine persönliche Wunschmusik spielen.“ Weitere technische Neuheit: Den Spielstand kann man jetzt per Fernbedienung eingeben. Toll für Veranstaltungen oder Entspannungskurse: Das Licht in der Halle lässt sich jetzt dimmen, „lässt sich aber natürlich so hell machen, dass es sogar jeder Bundesligaspiel-Vorschrift entspricht“, betont Klaus Mayershofer.

Barrierefreiheit

Der Zugang zur Halle ist jetzt komplett barrierefrei, „mittels Aufzug kommt man jetzt rauf zur Halle und zur Tribüne“, erklärt Manfred Schmid. „Den Aufzug und die behindertengerechte Toilette kann man nur mit einem Euroschlüssel aufsperren.“

Tribüne

Die neue Tribüne ist jetzt für 150 Zuschauer zugelassen, das Beste: Auch kleine Besucher können künftig alles vom Geschehen verfolgen: Die Brüstung ist komplett durchsichtig.

Die Sporthalle

Auch die Sporthalle selbst hat natürlich neue Spezialitäten bekommen: Trennwände aus Vlies, Fußbodenheizung, Prallschutzwände, und 80 Prozent der Sportgeräte sind jetzt neu – der Hallenboden selbstredend. Deshalb betonen Mayershofer und Schmid unisono: „Deswegen ist es auch ab sofort verboten, dass Handballer Harz verwenden – egal welches!“ Was am Auffälligsten ist: Die Halle ist viel, viel heller. So viel heller, dass jemand Franz Obesser bei einer Begehung fragte: „Habt ihr etwa drangebaut?“ – so viel geräumiger wirkt die neue Halle. Das liegt zum einen daran, dass jetzt viel mehr Tageslicht in die Halle kommt, zum anderen an den hellen Farben.

Lüftung

Ein Segen in der Pandemiezeit ist die neue Lüftungsanlage: „Sie ist so leistungsfähig, dass hier wirklich anstrengender Sport gemacht werden kann und trotzdem gewährleistet ist, dass ein Luftaustausch stattfindet“, versichert Klaus Mayershofer. Das Zuckerl: „Die Lüftung ist so leise, dass so mancher Sportler schon besorgt war, ob sie überhaupt läuft. Ein Lämpchen soll dort künftig Abhilfe schaffen.

cb

Die Generalsanierung der Turnhalle zieht sich schon seit längerem hin. 2016 hat die Gemeinde erstmals Pläne für die Sanierung gemacht. Doch während der Bauphase war lange kein Sport möglich.

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