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Besondere Herausforderung: die Sanierungsarbeiten am Glockenstuhl.

Sanierung der Indersdorfer Klosterkirche

Millionen-Projekt vor dem Abschluss

Die Sanierung der Indersdorfer Klosterkirche Mariä Himmelfahrt liegt in den letzten Zügen. Das Dach ist renoviert, der Glockenstuhl ausgewechselt, und die ganze Kirche hat einen neuen weiß-grauen Anstrich. Die Gesamtkosten werden sich bis zur Fertigstellung im September 2018 auf etwa 2,5 Millionen Euro belaufen.

Indersdorf – „Sie schaut sehr schmuck und edel aus“, erzählt Kirchenpfleger Marold Bachhuber stolz. Besonders der weiß-graue Anstrich sticht Ortskennern sofort ins Auge: „Auch wenn manche dem alten Mattgelb hinterhertrauern, mir gefällt die neue Farbe.“ Einige Faschingsnarren sahen in der neuen Farbgebung gar einen symbolischen Akt: „Beim Wart‘n auf‘d Umgehungsstraß, do wer‘n sogar die Kirchtürm’ blass!“, war auf einem Wagen zu lesen.

Der neue Anstrich ist laut Marold Bachhuber wetterbedingt dringend nötig gewesen: „Vor allem durch Hagelstürme ist die Fassade über die Jahre immer schlechter geworden.“

Die Renovierungsmaßnahmen der in dieser Form 1264 erbauten Kirche sind mehr als nur Verschönerung: „Als statische Sicherungsmaßnahmen wurden schadhafte Holzteile am Dachstuhl, im Besonderen im Traufbereich und am Glockenstuhl vorgenommen“, berichtet Andreas Kronthaler, leitender Baudirektor am Freisinger Bauamt. Konkret hieß das: viel Sägearbeit, um an die schadhaften Balken heranzukommen.

Gerade im Glockenstuhl des Nordturms waren die Herausforderungen groß, da die drei Glocken mit einer Seilwinde herabgelassen und nach den Bauarbeiten wieder heraufgezogen werden mussten. „Das war schon sehr interessant anzuschauen“, weiß Bachhuber zu berichten.

Über dem Kirchenschiff wurden die Dachziegel komplett ausgewechselt, im Kirchenraum selbst werden derzeit einige Rokoko-Fresken und -Figuren restauriert. Der Fokus liegt hier auf den Fresken unterhalb der Orgelempore. Hinzu kommen Putz- und Farbarbeiten im ganzen Raum. Die Orgel selbst wird gereinigt und ihre Empore statisch ertüchtigt. Zusätzlich wurden die Beleuchtung und die Lautsprecher zur Gänze erneuert. Einen Schwerpunkt stellt auch die noch ausstehende Restauration der barocken Sakristeiausstattung dar.

Zuletzt wurde die Kirche in den 1980er Jahren renoviert. Somit verläuft die Sanierung planmäßig im üblichen 30-Jahresturnus für Kirchenbauten, wie Andreas Kronthaler sagt.

Die Sanierung kostet rund 2,5 Millionen Euro. Die Kosten teilen sich Freistaat und Kirche jeweils zur Hälfte, vor allem die statischen Arbeiten sind Staatssache.

Marold Bachhuber erfreut sich am neuen Glanz der Klosterkirche: „Das wertet das Ortsbild schon auf, die Kirche ist wirklich vorzeigenswert.“

Der seltene Vorname Bachhubers geht übrigens auf den seligen Marold von Indersdorf zurück. Der Augustinermönch lebte im 12. Jahrhundert im 1120 gegründeten Kloster Indersdorf, das über 600 Jahre lang den kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt des Dachauer Landes darstellte.

Matthias Schneider

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