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Fast alle Namen auf der alten Aufnahme sind noch bekannt: Abfahrt nach Girona, 1958 mit Fred Pokorny, Franz Wolf, Hr. Moser, Hans Rumler, Herbert Schierer, Heinrich Wirth, Ottmar Walter, Arnulf Kopp, Toni Haschner, Konrad Kuffner, Michael Kreise.

Seniorennachmittag beim TSV Indersdorf

Sportler erinnern sich an eine unvergessliche Reise

Sport ist so viel mehr als nur Bewegung. Welche Funktionen er bereits vor 70 Jahren erfüllte, wurde beim Seniorennachmittag des TSV Indersdorf klar. Dank Handball hatten einige Indersdorfer zum Beispiel zum ersten Mal die Gelegenheit, ins Ausland zu kommen. Geschichten über 30-Stunden Busfahrt, einen Eselsritt und Integration.

Indersdorf– Es ist eine Reise, die er bis heute nicht vergessen hat: 1958, Girona, Nordostspanien. Hans Rumler war mit dabei. In den 50er Jahren war es nicht selbstverständlich, Handball zu spielen, spielten doch die meisten Jungen Fußball. Wenn Hans Rumler heute im Rahmen des Seniorennachmittags des TSV Indersdorf erzählt, wie er zum Handballsport gekommen ist, gibt er zu: „Fürs Fußballspielen war ich zu schlecht, deshalb bin ich halt zum Handball gegangen.“ So war er bei großen Fahrt nach Girona dabei. Er erzählte, dass die erste Handballmannschaft, auf Vermittlung eines Pfarrers, nach Spanien zu einem Freundschaftsspiel eingeladen wurde. Die lange, 30-stündige Fahrt mit dem Zug vertrieben sich die Sportler mit Schafkopfspielen. Beeindruckt hat die jungen Indersdorfer, die noch nie im Ausland waren, eine Fahrt mit dem Taxi, ein Ritt auf einem Esel oder ein Schuhputzer, der den Spielern die Schuhe putzte. Natürlich auch der Empfang durch die spanischen Handballer und der Ausflug nach Barcelona. Mit vielen Eindrücken kehrte die Mannschaft nach Indersdorf zurück.

Geschichten aus den Anfängen der Handballabteilung standen bei der Seniorenfeier im Mittelpunkt. Zeitzeugen, die 1948 die Handballabteilung in Indersdorf gegründet haben, gibt es heute keine mehr. Aber viele, die vor 60 Jahren schon auf dem Großfeld Handball gespielt hatten, kamen zum Seniorennachmittag. Sie brachten ihre Handballbilder oder Alben mit, über die sehr lebhaft geredet wurde.

Die Sportgaststätte war mit 75 Mitgliedern aus allen Abteilungen gut gefüllt. Vor dem Bildervortrag berichtete Vereinschef Bernhard Wetzstein vom Vereinsgeschehen im vergangenen Jahr. In diesem Rahmen stellte sich Andrea Günther vor, die sich bei der Handball-Versammlung für die Abteilungsleitung bewirbt. Sie leitet zur Zeit kommissarisch die Abteilung und berichtete vom großen Mitgliederzuwachs der Abteilung und von der sehr erfreulichen sportlichen Entwicklung im Jugend- und im Erwachsenenbereich.

Dann waren alle gespannt auf die 70 Jahre alten Bilder: Otto Tischner, Hans Rumler und Sigi Fiedler hatten in ihren Alben geblättert und Fotos mitgebracht. Sie zeigten die ersten Mannschaften, die noch auf dem Großfeld spielten. Tischner, der die meisten Bilder beisteuerte, kennt die Namen der ersten Männermannschaft auswendig.

Freundschaftsspiele gegen Petershausen und Schwabhausen waren der Beginn der Abteilung. Gegründet wurde sie von Indersdorfern und Vertriebenen. Über den Sport fanden die Vertriebenen in Indersdorf ihre neue Heimat. Gründungsmitglieder waren unter anderem Ernst Richter, Alfred Pokorny und Franz Habla. Sie schafften in den ersten zehn Jahren einen sportlichen Erfolg, der sogar viele Spieler von außerhalb nach Indersdorf lockte.

Revolutionär: Eine erste Damenmannschaft gab es bereits im Jahr 1959, also viel früher als beim Fußball in Indersdorf. Dort wurde der Frauenfußball erst vor zehn Jahren eingeführt. Sogar ein Jugendteam wurde Ende der 50er Jahre gemeldet.

Gespielt wurde in der Anfangszeit auf einem Großfeld mit elf Spielern. Das Sportgelände war das Gelände der heutigen Sparkasse an der Glonn. Dort wurde bis in die 70er Jahre gespielt, bis zur Aussiedlung an das heutige Sportgelände. Eindrucksvoll sind die Bilder zum Bau des Hartplatzes, der heutigen Stockschützenanlage. Die Handballer bauten ihn damals in Eigenleistung, der Platz diente bis zum Bezug der Turnhalle an der Mittelschule als Sportstätte.

Angeregte Diskussionen und das Sichten der Bilder und Dokumente – sogar die Spielerpässe aus den 50er Jahren waren noch da – rundeten den Seniorennachmittag ab.

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