+
Installateur Johannes Dampf, bestens verkörpert von Helmut Reisner.

Derblecken mit Helmut Reisner

Starkbierfest in Langenpettbach: Mit dem „Niexit“ im Visier

Starkbierfest beim SV Langenpettenbach bedeutet schonungsloses Aufdecken von Gemauschel: Helmut Reisner, wusste etwa, dass die Niederrother Gemeinderäte die Selbstständigkeit ihres Orts im Visier haben: den Niexit. 

Langenpettenbach – Schon seit vielen Jahren steht das „Derblecken“ im Mittelpunkt der Langenpettenbacher Starkbierfeste, und auch heuer hat alles, was Rang und Namen hat, sein Fett abbekommen. Der Installateur Johannes Dampf, bestens verkörpert von Helmut Reisner, hatte es im brechend vollen Sportheim nicht nur auf die politische Prominenz abgesehen, sondern auch den örtlichen Honoratioren die Leviten gelesen. Die rund 200 Besucher amüsierten sich bestens.

Nachdem er mit dem Bayerischen Defiliermarsch, dargeboten von der Blaskapelle Langenpettenbach, in den Saal gespielt wurde, nahm sich Reisner gleich mal die „Bembegga“ Vereinsfunktionäre vor, von denen er so manche nicht immer ganz lustige Begebenheit in Bierlaune zu Gehör brachte. 

Hart ins Gericht ging er mit der örtlichen Jägerschaft. Gibt’s da doch tatsächlich einen Jäger, der schon Vorstand im SVL war, aber die Jägersprache nicht so recht beherrscht und als Treiber mit der Karfreitags-Ratschn durch den Wald rennt, um die Schwarzkittel aufzuscheuchen.

Frühschoppenverein sorgt für Unheil: „Der eine hat ein trautes Heim, der andere traut sich nicht mehr heim“

Applaus und schallendes Gelächter: Die rund 200 Besucher im brechend vollen Sportheim amüsierten sich bestens.

Schwer derbleckt wurde auch die Arnzeller Landbevölkerung, die er als störrisches Bergvolk bezeichnete, das sich beim ZDF-Sonntagsgottesdienst in Indersdorf voller Stolz filmen ließ. Vom SV Langenpettenbach habe er in Erfahrung gebracht, dass sich für mehr Fitness ein Schafkopf-Abzocker-Rentner-Trio etabliert hat.

Natürlich wurde SVL-Vorsitzender Gerhard Keller vom Starkbier-Redner nicht vergessen. Von ihm wusste Reisner nicht so recht, was er studiert. Aber sicher sei, dass ein Ehering nicht immer ein Zeichen des Friedens ist. Beim Bembegga Skiausflug sei eine Unterhose übrig geblieben, aber kein Modell Skihaserl, sondern eher Typ Yeti. Sie kann beim Starkbierredner abgeholt werden.

Auch beim 70-jährigen Gründungsfest der Bembegga Blaskapelle habe es verschiedene Kuriositäten gegeben. Da habe die Münsinger Blaskapelle sogar einen Musiker vergessen. Helmut Reisner schließt nicht aus, dass der Kapelle eine Bembegga Jungbläserin mitgegeben wurde.

Passend zum Aussperren örtlicher Ehemänner durch ihre Frauen wurde bei einem Trinkspruch festgestellt: „Der eine hat ein trautes Heim, der andere traut sich nicht mehr heim.“ Dass der Frühschoppenverein offenbar in einigen Familien für Unheil sorgt, war nicht zu überhören.

Löwl eigne sich als DJ in Petershausen besser wie als Chef im Landratsamt

Natürlich kam in der süffisanten Starkbierrede die Gemeindepolitik nicht zu kurz, waren doch neben Bürgermeister Franz Obesser nahezu alle Marktgemeinderäte vertreten, und jeder wollte derbleckt werden, was Reisner blendend gelang. So fragte er, wie man entsprechend der neuen Marktplatzplanung bezüglich der Darstellung von Kunst mit dem dritten Geschlecht verfahren möchte. Und dem Bürgermeister wurde vorgehalten, aus Kostengründen im Rathaus chinesischen Boden zu verlegen lassen, natürlich wurden auch die Seilbahn-Pläne von Landrat Stefan Löwl durch den Kakao gezogen. 

Löwl eigne sich als DJ in Petershausen besser wie als Chef im Landratsamt, „denn da tanzen dann wenigstens alle nach seiner Musik“. Als „Schwarzer beim Roten Kreuz“ kündigte er MdL Bernhard Seidenath an, der erst in Afrika gewesen sei, damit er endlich Farbe bekommt, die er als gesundheitspolitischer Sprecher im Landtag dringend bräuchte.

Auch Bauernverbands-Präsident Anton Kreitmair saß am Prominenten-Tisch. Ihm wurde zugestanden, dass er der Bienen wegen alles retten muss: die Bauern, die Bienen und schließlich auch noch die Bäuerinnen. Diese Überlastung habe dazu geführt, dass der Bauern-Präse bei einer Fahrt nach Israel ein Kamel mit einer Kuh verwechselt hat. Auch die Indersdorfer SPD-Gemeinderätin Anita Engelbrecht war in Israel dabei. Sie habe sich zur Sicherheit nochmals taufen lassen, „denn eine Tauferneuerung im Jordan ist besser, als über den Jordan zu gehen“.

Niederrother Gemeinderäte wollen den Niexit

Bei CSU-Gemeinderat Simon Reichlmair sei aufgefallen, dass der sich nicht mehr die Haare schneiden lässt und auch aufs Rasieren verzichtet. Man vermutet, dass das mit der nächsten Glonner Theaterrolle zusammenhängt oder Reichlmair als Dusel bei der CSU benötigt wird.

Neu war den begeisterten Zuhörern auch, dass die beiden Niederrother Gemeinderäte den „Niexit“ wollen und die Selbstständigkeit Niederroths im Visier haben, spätestens wenn das Niederrother Feuerwehrhaus bezahlt ist. 

Beim neuen Indersdorfer Kämmerer, Philipp Blumenschein, befürchtet Reisner, dass sich da keine Sekretärin lange halten kann. Unverständnis brachte Reisner dem Bürgermeister-Trio entgegen, das bei Pflichtterminen der Tempoüberwachung aus fadenscheinigen Gründen das Weite suche. Freie-Wähler-Gemeinderat Manfred Pohl, der schon Erfahrung mit Blitzern hat, soll das nächste Mal nach Töging fahren.

Ein Vergehen gegen das Steuerrecht wird bei Charly Böller vermutet. Der CSU-Mann will nämlich zum Füttern seiner Stallhasen auch im Ruhestand das Gras im Finanzamtsgarten mähen, möglichst steuerfrei, ganz am Fiskus vorbei. Bei Bürgermeister-Stellverteter Hans Lachner sei nicht ganz klar, ob er seine neue Wasserleitung für sich oder seine Wellness-Rinder braucht, oder die ersten Chlor-Bummerl herangezüchtet werden.

Urkunden auch für geehrte Herren beginnen mit der Anrede „Frau“

Auch von den stark im Saal vertretenen Herren aus dem Indersdorfer Faschingskomitee wurde so manche Schandtat bekannt, denn bei den Komiteeausflügen soll’s ja heiß hergehen. Von Sepp Kettls Orangerie sei nur bekannt, dass der Denkmalschutz wegen der langen Bauzeit schon von Altbausanierung spricht.

Reisner machte keinen Hehl daraus, dass sich Gemeindechef Obesser im Urlaub ungern von SPD-Mann Hubert Böck vertreten und lieber seinen Parteikollegen Lachner hinlässt. Das gehe so weit, dass Urkunden zur jüngsten Bürgerehrung auch bei geehrten Herren mit der Anrede „Frau“ begannen.

Mit Sprüchen wie „Dieselfahren darf net sei, dann schütt ma halt a Heizöl nei“ bekam auch die große Politik ihr Fett ab. „Trinken bricht das Fasten nicht“, unterstrich der Bräu von Kühbach, bevor Reisner mit donnerndem Applaus verabschiedet wurde. Von Josef Ostermair

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Burschen klauen mitten in der Nacht Maibaum - erst dann merken sie, wem er gehört
Die Burschen aus Prittlbach haben in Indersdorf im Landkreis Dachau einen Maibaum geklaut. Doch nicht irgendeinen, wie sie dann merkten.
Burschen klauen mitten in der Nacht Maibaum - erst dann merken sie, wem er gehört
Behörden verbieten Osterfeuer - der Grund ist absurd
Seit 40 Jahren brennen die Arnbacher Burschen in der Sandgrube hinter dem Sportgelände das Osterfeuer ab. Heuer untersagen die Behörden diese Tradition. Weil eine …
Behörden verbieten Osterfeuer - der Grund ist absurd
Vermittler zwischen Patient und Klinik
Als Ergänzung zu ihrem Beschwerdemanagement haben die Helios Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf nun eine sogenannte Ombudsstelle eingerichtet.
Vermittler zwischen Patient und Klinik
Protest gegen das „Quartier Rosenstraße“
Die Anwohner des Neubaugebiets Rosenstraße in Petershausen haben 260 Unterschriften gesammelt und widersprechen damit der Projektplanung für das „Quartier Rosenstraße“. 
Protest gegen das „Quartier Rosenstraße“

Kommentare