Diskussion im Indersdorfer Gemeinderat

Tempo 30 nur dort, wo es Sinn macht

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Zu schnell oder zu langsam? Der Indersdorfer Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema „Tempo-30-Zonen“ beschäftigt. Einig waren sich die Räte, dass sie eine solche Zone im Ort gerne loswerden würden. Die SPD hätte gerne eine mehr – in der Holzhauser Straße.

Indersdorf – Aus der Holzhauser Straße eine 30er-Zone machen – das wünscht sich die Indersdorfer SPD. Dafür hat die Fraktion einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat eingereicht.

In diesem Zusammenhang kam die Diskussion im Gremium auf eine andere Tempo-30-Zone im Ort, die bereits viele Indersdorfer aufregt: Ein Teil der Kreisstraße DAH 3, also die Maroldstraße mit Marienplatz. Vom Krankenhaus bis unterhalb des Klosters ist sie die längste im Ort. Sie wurde erst im vergangenen Jahr zur Tempo-30-Zone. Das Landratsamt kann seit 2017 vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeheimen Tempo 30 auf Kreisstraßen erlassen. Dieses Stück der DAH 3 führt am Krankenhaus, dem Senterra-Pflegezentrum und den Vinzenz-von-Paul-Schulen vorbei. Doch das erste Stück, vom Krankenhaus zur Abzweigung nach der Tankstelle ins Eisfeld, ärgert die Leute. Es mache hier keinen Sinn, nur 30, nicht 50 zu fahren. „Es kommen viele Leute zu uns und beschweren sich“, sagte Indersdorfs Geschäftsleiter Klaus Mayershofer. Der Grund: Vom Krankenhaus bis zur Tankstelle kann ein Fußgänger gar nicht die Straßenseite wechseln. Denn auf der anderen Seite ist kein Gehweg, nur ein Grashang. Also: Muss man hier auch niemanden schützen. „Die Leute haben recht“, sagte Mayershofer. Auch die Gemeinderäte waren sich am Sitzungsabend einig, dass dieses erste Stück der 30er-Zone wieder aufgehoben werden sollte. Das zweite Stück, das später auch an den Schulen vorbeiführt, soll natürlich beibehalten werden. „Das steht ja außer Frage“, so Mayershofer. Doch die Gemeinde kann darüber nicht entscheiden, da die Straße eine Kreisstraße ist. Mayershofer: „Deswegen haben wir das Landratsamt über unseren Wunsch informiert. Mal sehen, was dabei herauskommt.“

Eine zusätzliche Tempo-30-Zone hingegen, hätte die SPD gerne in der Holzhauser Straße von der Einmündung in die Wöhrer Straße bis zum Ortsausgang. Im Antrag heißt es: „In diesem Bereich wohnen Familien mit Kindern. Die meisten umliegenden Straßen sind bereits auf 30 km/h beschränkt. In diesem Bereich sind Schulkinder unterwegs und queren die Holzhauser Straße. Aus Gleichbehandlungsgründen ist es nicht nachvollziehbar, warum hier eine unterschiedliche Regelgeschwindigkeit gilt.“

Verwaltung und Polizei sehen die Sache anders: In der Stellungnahme der Verwaltung heißt es: Bei der Holzhauser Straße handelt es sich nicht um ein Wohngebiet oder eine Siedlung, sondern diese ist als Ortverbindungsstraße zu sehen.“ Zusätzlich können Schulkinder, die Fußgängerampel im oberen Bereich der Straße nutzen. Auch die Polizei sagt: „Die Holzhauser Straße ist (....) als Hauptweg und Ortsverbindungsstraße zu sehen. Hier gilt generell 50 km/h.“ Laut Polizei müssten in Indersdorf alle Möglichkeiten im Bezug auf die Sonderregelung im Bereich von Schulen, Altenheimen, Kindergärten und Krankenhäusern ausgeschöpft sein. „Die PI Dachau lehnt, da die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, eine 30 km/h-Beschränkung in der Holzhauser Straße ab“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Am Ende der Diskussion lehnten 14 Ratsmitglieder den Antrag der SPD ab, sechs stimmten dafür. Ein zentrales Argument war auch: Wenn man hier eine Tempo-30-Regelung einführt, müsste man sie genausogut auch an anderen, vergleichbaren Stellen, von denen es unzählige gibt, einführen.

Rubriklistenbild: © dpa

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