+++ Eilmeldung +++

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“
Eine Gruppe Kinder.
+
Die Atmosphäre bei den Indersdorfer Jungbürgerversammlungen ist immer locker und intim, der Rathaussaal ist oft voll, so wie hier bei der Premiere 2014. Deshalb hat Franz Obesser die Versammlung für heuer abgesagt.

Es findet vieles nicht statt

Termine in Indersdorf: Bürgermeister Franz Obesser muss beliebte Veranstaltungen absagen

  • vonChristiane Breitenberger
    schließen

In den nächsten Monaten fallen in Indersdorf eine Menge Veranstaltungen aus. Bürgermeister Franz Obesser erklärte im Gemeinderat, was geht und was nicht.

Indersdorf – Franz Obesser war sichtlich geknickt: „Was alles zwischenmenschlich und gesellschaftlich verloren geht, das ist Wahnsinn!“ Er stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die lange Liste an Veranstaltungen vor, die in den nächsten Monaten in der Gemeinde ausfallen. Obesser und den Gemeinderäten war wichtig, zumindest all das stattfinden zu lassen, was auch in einem anderen Rahmen noch Sinn macht. Es ging um Jungbürgerversammlung, Neubürgerempfang, Neujahrsempfang, Bürgerversammlungen, Bürgerehrungen Neujahrskonzert, Adventsmarkt, und den Faschingsumzug.

Jungbürgerversammlung

Besonders schwer fiel es ihm zum Beispiel, die Jungbürgerversammlung im November abzusagen. Die Veranstaltung hatte Obesser selbst bei seinem Amtsantritt ins Leben gerufen, der Termin liegt ihm am Herzen. Obesser erklärte nochmal das Konzept: Diese Veranstaltung soll nicht irgendwo stattfinden. „Sie soll im Rathaus sein, im Sitzungssaal, dort, wo wir sonst die Entscheidungen fällen. Das ist wichtig, um den Kindern zu zeigen: Wir sind ein offenes Rathaus, hier kann man dort mitgestalten, wo es wichtig ist.“ Zudem sei bei dieser Veranstaltung auch der enge Kontakt, der enge Austausch wichtig, und „natürlich auch das gemeinsame Pizzaessen am Schluss. Gemeinderätin Sylvia Becker (BBN) schlug vor, die Versammlung doch woanders zu machen – dort wo es möglich sei, ein Hygienekonzept einzuhalten, das sei besser, als sie ganz ausfallen zu lassen. Doch Franz Obesser betonte, dass es eben genau um diesen speziellen, besondern Ort, das Rathaus, ginge. „Dafür habe ich mich damals ganz bewusst entschieden. Wir hätten das auch im Juz machen können, das wollte ich aber nicht.“ Wer schon mal bei einer Jungbürgerversammlung war, weiß: Hier wird geratscht, getuschelt, und manchmal werden gemeinsame Ideen in Workshops erarbeitet. Das geht nicht in einer großen Turnhalle, die Atmosphäre wäre nicht dieselbe.

Neubürgerempfang

Dasselbe gilt für den Neubürgerempfang, den Obesser in Indersdorf eingeführt hat. „Auch diese Veranstaltung lebt davon, dass möglichst viele Gemeinderäte und Vereinsmitglieder kommen, um mit den Neubürgern ins Gespräch zu kommen.“ Auch das sei derzeit schlicht nicht möglich. „Einfach ein paar Folien über Indersdorf zu zeigen, – dafür kommen die Leute nicht zum Neubürgerempfang.“ Obesser betont aber: „Wir wollen diese Veranstaltungen nachholen, sobald es wieder im richtigen Rahmen möglich ist. Die Absage bedeutet nicht, dass sie jetzt definitiv erst wieder in einem Jahr sind.“

Advent am Kloster

Doch andere Veranstaltungen kann man nicht einfach ein paar Monate später nachholen. Wie den Adventsmarkt am Kloster oder das Altbayerische Adventssingen in der Klosterkirche, das es seit 31 Jahren gibt. „Der Markt soll so stattfinden, wie in all den Jahren zuvor und nicht mit irgendwelchen Beschränkungen“, betonte Obesser. Und da dies eben nicht möglich ist, müsse der Markt ausfallen. Einen schwachen Trost hatte Hans Lachner (CSU) und Mitglied im Organisationsteam Advent am Kloster: „Aber den Baum am Kloster werden wir trotzdem aufstellen!“

Neujahrsempfang

Auch für den jährlichen Neujahrsempfang der Gemeinde im Rathaus gilt: „Hier sollen die Bürger miteinander ratschen. Das können wir diesmal leider nicht machen“, bedauerte Obesser.

Was die Gemeinde hingegen möglich machen will, ist die jährliche Bürgerehrung im Herbst. Theoretisch können hier bis zu fünf verdiente Indersdorfer geehrt werden, „wenn wir heuer nur zwei oder drei auszeichnen, können wir die Hygienemaßnahmen gut einhalten“, erklärte der Bürgermeister.

Candle-Light-Shopping

Unklar ist, in welchem Rahmen und mit welchen Änderungen das Candle-Light-Shopping im Ort stattfinden soll. „Die Geschäftsleute haben heuer schon so viel wegen Corona gelitten. Wir wollen jetzt nicht pauschal sagen, es geht nicht“, sagte Obesser. Er machte aber auch klar: Die Regeln sind sehr streng und das Konzept muss ein anderes sein als die Jahre davor. „Allein die Verköstigungen würden so nicht funktionieren, das wäre nur auf professioneller Ebene erlaubt. Was hier nötig ist, können zum Beispiel Vereine nicht leisten.“ Die Meinungen der Geschäftsleute seien laut Obesser ganz unterschiedlich. „Von ,Ich will nicht der Auslöser sein, wenn was passiert’ bis zu ,Die Geschäftswelt soll unterstützt werden’ war alles dabei.“

Neujahrskonzert

Auch das Neujahrskonzert der Blaskapelle Langenpettenbach kann nicht wie gewohnt stattfinden – die Gruppe arbeitet derzeit an einem Ersatzkonzept – wohl ein Freiluftkonzert bereits diesen Herbst.

900 Jahre Kloster

Auch wenn in Zeiten der Corona-Pandemie so gut wie nichts sicher ist, fest steht schon jetzt: Auch 2021 wird kein Festjahr in Indersdorf sein. Das große Jubiläum 900 Jahre Kloster mit seinen vielen Veranstaltungen wird es wohl erst 2022 geben. „Darauf hat sich der Festausschuss geeinigt,“ sagte Obesser. Es wäre einfach völlig unwahrscheinlich, dass bereits im März 600 Leute in der Turnhalle mit uns den Festauftakt feiern.“ Zudem brauche „allein das große Mittelalterfest im Rahmen des Jubiläums ein Jahr Vorlaufzeit“.

Faschingsumzug

Stand heute wird es auch 2021 keinen Faschingsumzug in Indersdorf geben. Obesser gab diese Info so vom Präsidenten des Indersdorfer Faschingskomitees, Willi Heilmann, weiter. Obesser ergänzte: „Auch der Unsinnige Donnerstag im Rathaus ist, nach jetzigem Stand nicht möglich.“

Bürgerversammlungen

Für Diskussion sorgte dann das Thema Bürgerversammlungen, denn beide Termine im Herbst sollen wie geplant stattfinden. Eine im Sportheim in Indersdorf, eine in Langenpettenbach im Gasthof Gschwendtner. Andreas Geier (BBN) plädierte dafür, die Versammlungen „nicht zu machen oder zu verschieben“. Das gelte für alle Termine „überall dort, wo wir nicht steuern können, wie viele kommen, da es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt“. Doch die Gemeinde müsse die Bürgerversammlungen abhalten, erklärte Franz Obesser. Das sei so in der Geschäfts- und Gemeindeordnung festgelegt.

Also wollte Geier wissen: „Wie schafft man, dass jeder, der will, kommen kann?“ Ein Online-Ticket-System wie etwa in Dachau ist in Indersdorf nicht angedacht. Geschäftsleiter Klaus Mayershofer erklärte die Wahl der geplanten Austragungsorte: „Geht es nach den letzen 20 Jahren, würden diese beiden Veranstaltungsorte auch nach aktuellen Vorgaben reichen.“ Der Vorschlag, Versammlungen in einer Turnhalle zu machen, kam nicht gut an. HHubertus Schulz (Grüne) etwa sagte: „Wenn es keine große Halle ist, sondern ein gemütlicher Raum, trauen sich die Laute auch eher zu sprechen.“ Sollten wirklich mehr Leute an einer Bürgerversammlung teilnehmen wollen als das Hygienekonzept zulässt, betont Obesser: „Jeder, der an einer Bürgerversammlung teilnehmen will, wird die Chance dazu bekommen.“ Zur Not gebe es eben eine zusätzliche Veranstaltung.

Termine, die trotz Corona stattfinden

Im Herbst finden zwei Bürgerversammlungen statt: Am 8. Oktober im Indersdorfer Sportheim und am 15. Oktober am Gasthaus Gschwendtner in Langenpettenbach. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Es können je 50 Leute teilnehmen.

Die Bürgerehrung findet am 29. Oktober statt.

Das Candle-Light-Shopping wäre am 27. November. Allerdings ist es nur in einem anderen Format möglich, betont Bürgermeister Franz Obesser (siehe Artikel).

Auch interessant

Kommentare