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Blümchen und ein kleines Geschenk: Kreisbäuerin Emmi Westermeier (links) und ihre Stellvertreterin Roswitha Göttler (rechts) mit Veronika Rainer. 

Sie haben sich den Respekt hart erarbeitet

Landfrauen verschaffen sich selbstbewusst Gehör

Schon 70 Jahre gibt es die Landfrauen in Bayern. Beim Landfrauentag in Gut Häusern wurde nun nicht nur das Jubiläum gefeiert, sondern auch über das Thema „Heimat“ in all seinen Facetten diskutiert.

Indersdorf Anfangs trafen sich die Bäuerinnen in ihren eigenen Stuben – ein Gasthaus alleine als Frau zu betreten war tabu. Und weil kaum eine von ihnen über einen Führerschein verfügte, mussten sie von ihren Männern gefahren werden. Jene Männer, die dann auch festlegten, welche Frauen für die Posten bei den Landfrauen geeignet wäre. So schilderte Kreisbäuerin Emmi Westermeier die Anfänge der bayerischen Landfrauen.

Seitdem sind 70 Jahre vergangen, und es hat sich viel getan. Die Frauen verschaffen ihren Anliegen ganz selbstbewusst Gehör, wie sie beim Landfrauentag mit dem Thema „Das ist Heimat“ auf Gut Häusern zeigten.

Bei Fragen zum Strukturwandel, dem Flächenverbrauch oder der Akzeptanz in der Bevölkerung für eine Landwirtschaft mit großen Maschinen standen Vertreter der Lokalpolitik und anderer landwirtschaftlicher Verbände Rede und Antwort. So erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Anton Kreitmair, dass er nach reichlicher inhaltlicher Auseinandersetzung die Petition der Grünen im Landtag zum Flächenverbrauch trotz anfänglicher Zustimmung doch nicht unterstützen könne. Grund sei das darin geforderte staatliche Eingreifen in die Planung der Kommunen. Er kritisierte außerdem, dass die Petition in ihrer aktuellen Fassung den Ballungsraum München stark favorisiere und die ländlichen Gebiete in Bayern so weiter unter dem Wegzug junger Menschen zu leiden habe.

Vize-Landrat Helmut Zech appellierte an die Frauen, als Bindeglied zwischen Verbrauchern und Landwirten zu fungieren und ein Bewusstsein zu schaffen, wie die täglich konsumierten Lebensmittel überhaupt entstünden. Und er lobte: „Sie haben in Ihren Orten schon viel geleistet, und keiner ist so gut bis ins letzte Dorf vernetzt wie die Landfrauen.“

Diesen Respekt haben sich die Frauen mit ihrem Engagement über die Jahre hinweg hart erarbeitet. Waren sie 1948 mit dem Ziel gestartet, die Hauswirtschaft zu verbessern und zu modernisieren, begannen die Bäuerinnen schon bald, sich auch in sozialen Fragen, Umweltschutz und Politik zu engagieren. Seit 1954 sind die Landfrauen auch verstärkt in der Bildungsarbeit tätig. Seitdem haben mehr als 420 000 Kinder über 8000 Bauernhöfe besucht und 65000 Schüler an dem Projekt „Landfrauen machen Schule“ teilgenommen.

Damit folgen die Bäuerinnen ihrem selbstgestellten Auftrag, die Heimat zu gestalten. Doch was ist Heimat eigentlich? Mit dieser Frage beschäftigte sich Gastredner Wolfgang Öxler, Erzabt von St. Ottilien. Er zeigte ganz verschiedene Aspekte von Heimat auf. Für den einen ist es ein ganz bestimmter Geruch oder ein besonderes Ereignis, für den anderen sind es Familie und Freunde, die einen Ort zur Heimat machen.

Öxler erinnerte auch daran, dass es in der Flüchtlingskrise zahlreiche Menschen gäbe, die ihre Heimat verloren haben und appelliert an die Anwesenden: „Ein Großteil von uns hat genügend, um seine Heimat teilen zu können.“ Seine Worte kamen an, Öxler wurde mit großem Beifall gefeiert.

Ebenfalls viel Applaus bekam die 22-jährige Veronika Rainer. Sie ist die einzige neue Hauswirtschaftsmeisterin bei den Landfrauen und wurde von Kreisbäuerin Emmi Westermeier mit einem kleinen Geschenk ausgezeichnet.

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