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Ute Siegert ist überglücklich, dass ihrer Mimi nicht mehr passiert ist. 

Unfassbarer Vorfall in Indersdorf

Tierhasser schießt auf Katze Mimi - Besitzerin hofft: „Ich will, dass das Schwein erwischt wird!“

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Ute Siegert aus Indersdorf ist immer noch geschockt. Geschockt und wütend. Ein Unbekannter hat am vergangenen Dienstagabend auf ihre Katze Mimi geschossen – und das nicht zum ersten Mal.

Indersdorf – Mimi schleppte sich gegen 8 Uhr nach Hause, humpelte stark und maunzte vor Schmerzen. „Als wir sie hochnehmen wollten, schrie sie auf.“ Schnell entdeckten Ute Siegert und ihr Sohn die blutenden Wunden an den Hinterbeinen der Katze. „Ich dachte erst, sie ist angefahren worden“, sagt Siegert. „Da habe ich sie gleich zu Dr. Gerle in der Nachbarschaft gebracht“. Was sie später bei dem Tierarzt in der Ahornstraße hört, kann sie bis heute nicht begreifen.

Als Veterinär Dr. Hubert Gerle die Katze untersucht, merkt er schnell: Das Tier wurde nicht angefahren – jemand hat auf die Katze geschossen! Wohl mit einem Luftgewehr. „Die Verletzungen am Oberschenkel haben auf eine Luftgewehrskugel schließen lassen“, erklärt der Tierarzt. Als er Mimi geröntgt hatte, holte er Ute Siegert dazu und zeigte ihr ein schockierendes Bild: In Mimis Bauchraum ist deutlich ein Projektil zu sehen. Das Unfassbare daran: Es scheint, als sei Mimi schon früher einmal angeschossen worden. „Das Projektil könnte von einem früheren Vorfall stammen, da wir keine äußere Verletzung feststellen konnten“, so Gerle.

Ute Siegert ist ein extrem tierlieber Mensch. Ihre Familie kümmert sich um ein Pferd, einen Hund und eben um die zweijährige Mimi. Siegert kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was einen Menschen dazu bewegt, ein friedliches Tier anzugreifen. „Wie krank und unzufrieden muss ein Mensch sein, dass man sowas Schreckliches tut?“

Zudem quält Ute Siegert eine andere Vermutung: Sie ist sich sicher: Der Tierquäler muss Mimi bewusst aufgelauert haben. Draußen ist es um diese Zeit bereits stockfinster und „Mimi spielt normalerweise immer in dem kleinen Wäldchen bei uns – um sie so zu erwischen, muss er ein Nachtsichtgerät benutzt und gewartet haben. Die sitzt ja nicht auf offener Straße und lässt sich abknallen.“

Familie Siegert hofft nun, dass irgendjemand den Vorfall bemerkt hat oder gehört hat, wie jemand mit der Tat prahlt. „Ich will, dass das Schwein erwischt wird. Ich kann nicht fassen, wie schlecht manche Menschen sind“, sagt Ute Siegert. Auch ihre beiden jugendlichen Kinder sind geschockt, der Vorfall hat sie ziemlich mitgenommen.

Mimi bekommt jetzt Antibiotika und Schmerzmittel. Das Projektil muss der Tierarzt in der nächsten Zeit bei einer Operation entfernen. Das Haus wollte sie tagelang nicht verlassen – ein Anblick, der Ute Siegert besonders schmerzt. „Sie ist so eine liebe, zutrauliche Katze, die hat doch keinem was getan!“

Polizeisprecher Stefan Reichenbächer sind aktuell keine ähnlichen Fälle im Landkreis bekannt. Kommen die Dachauer Beamten dem grausamen Tierquäler auf die Spur, „bekommt er mindestens eine Geldstrafe“. Es handle sich dabei um „ein Vergehen nach dem Tierschutz- und gegebenenfalls nach dem Waffengesetz, „denn für den Besitz eines Luftgewehrs braucht man eine spezielle Erlaubnis“, erklärt Reichenbächer.

Mimi macht ihrem Fell alle Ehre. Denn im Volksmund wird eine Katze mit ihrem weiß-schwarz-roten Fellmuster auch Glückskatze genannt. Mimi hat sich selbst Glück gebracht, dass ihr nicht mehr passiert ist.

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