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Ernst Bauer ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Trauer um Ernst Bauer

Er war ein Kämpfer für die Eltern von krebskranken Kindern

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Ernst Bauer ist tot. Der Indersdorfer gründete vor 32 Jahren die Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München - und hat viel bewegt.

Indersdorf – Sie lässt alles aus den Fugen geraten – die Diagnose: „Ihr Kind hat Krebs.“ Diesen Eltern wollte Ernst Bauer bis zum Ende seines Lebens helfen. Vor 32 Jahren gründete er mit anderen Eltern die Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. Mit seinem Einsatz hat der Indersdorfer viel bewegt. Jetzt ist Ernst Bauer im Alter von 76 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben. Erst schien es ihm besser zu gehen, doch dann bekam er eine Lungenentzündung und erholte sich nicht mehr.

Ernst Bauer hat seinen Sohn Martin verloren – der Krebs, er war einfach zu stark. Martin war damals erst zehn. Ihm widmete Bauer seine Arbeit, seine unzähligen Stunden im Einsatz, um die Situation für die Eltern von krebserkrankten Kindern „lebenswerter zu machen“, wie er immer sagte.

1985, als Martin starb, gab es noch keine Psychologen für die Eltern auf der Kinderkrebsstation, auch feste Besuchszeiten mussten eingehalten werden. Eine Regel, die vielen Eltern das Herz brach. Mit seiner Arbeit bei der Elterninitiative Intern 3 wollte Ernst Bauer das ändern. 20 Jahre lang war er dort Vorsitzender, bis zuletzt der Motor der Initiative. Schon von Beginn an war Franz X. Ziegler einer seiner Wegbegleiter, noch heute ist er dort Schriftführer. Er weiß: „Ernst war ein sehr umgänglicher Mensch, doch kompromisslos in der Sache und durchsetzungsstark. Für ihn gab es neben seiner Frau Carola und seinen Kindern Luis und Ana nur den Verein, für den er sich immer und jederzeit einsetzte.“ Dieser Einsatz hat sich ausgezahlt – für viele Eltern: Unter seiner Federführung wurde die erste Tagesklinik für an Krebs erkrankte Kinder in Deutschland im „Hauner“ etabliert. Feste Besuchszeiten gib es nicht mehr, für Eltern stellt die Initiative sogar fünf Wohnungen in Kliniknähe zur Verfügung.

Bauer regte eine Petition an, um die Politiker auf die Personalprobleme am Dr. von Haunerschen Kinderspital aufmerksam zu machen – heute gibt es 20 Prozent mehr Pflegedienststellen. Er regte die Gründung eines Psycho-Sozialen-Teams an, das Kinder und Eltern betreut. Unter seiner Federführung konnte eine Station für Blutstammzelltransplantation geschaffen werden. Auch war er sofort bereit, die Finanzierung des Nachsorgeprojekts „Perspektive“ zu übernehmen. Für seinen Einsatz erhielt Bauer 2006 das Bundesverdienstkreuz.

Diesen Einsatz bewies er bis zum Ende, weiß Franz X. Ziegler: „Ernst scheute keinen Streit mit der Klinikleitung, wenn er die Versorgung der an Krebs erkrankten Kinder verbessern wollte und es nicht so schnell voranging, wie er sich das vorstellte.“ Noch zwei Wochen vor seinem Tod wollte er etwas bewirken: „Noch nach seinem Schlaganfall machte er bei einem Telefonat mit mir Vorschläge zur Verbesserung der Personalsituation auf der Station Intern 3. Ernst hinterlässt eine große Lücke in unserem Verein“, betont Ziegler.  


Die Beerdigung

Das Requiem vor der Beerdigung von Ernst Bauer beginnt am Donnerstag um 10 Uhr in der Marktkirche Indersdorf. Bauer bat in seinem Testament anstatt von Kränzen um Spenden für die Initiative Intern 3.

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