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Wer nach der Sanierung auf den Eingang der Halle zugeht, könnte folgendes sehen: farbige Kacheln, ein Schriftzug und Sportlerbilder. So sieht zumindest der aktuelle Entwurf aus.

Generalsanierung der Turnhalle der Indersdorfer Grund- und Mittelschule

So wird die Halle für die nächsten 40 Jahre

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Bald geht es los: Die Arbeiten am Großprojekt Generalsanierung Turnhalle beginnen Ende Mai. Nicht nur für Sportler wird der Bau interessant. Hier gibt es einen Überblick über alles Wissenswerte in der neuen Halle!

Indersdorf– Das Interessante für alle Nicht-Sportler gleich vorweg: Wenn die Indersdorfer Turnhalle fertig ist, können in ihr Veranstaltungen mit bis zu 600 Leuten stattfinden. „Bisher haben wir da immer Ausnahmegenehmigungen gebraucht“, erklärt Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser. Damit wird die Halle auch ein Ersatz für ein fehlendes Bürgerhaus. „Bisher gab es immer Probleme mit dem Brandschutz, aber das ist vorbei, wenn wir mit der Sanierung fertig sind“, sagt Bauamtsmitarbeiter Erwin Friedl. Hier verrät er alles, was über die Generalsanierung wissenswert ist.

Denn Friedl muss es wissen. Er ist im Rathaus so was wie der Mister Turnhalle, also DER Ansprechpartner für das 6-Millionen-Euro-Großprojekt, die Generalsanierung der 40 Jahre alten Turnhalle der Indersdorfer Grund- und Mittelschule. Er kennt die Pläne, weiß genau, wo was gemacht wird und wieviel es kostet.

Friedl hat noch eine Info, die nicht nur für die Sportler interessant ist: Künftig ist die ganze Halle, inklusive Besuchertribühne, endlich barrierefrei zu erreichen. „Wir bekommen einen Aufzug, mit dem man jede Ebene anfahren kann“, erklärt Friedl. „So können zum Beispiel auch Oma und Opa, die nicht mehr gut zu Fuß sind und einen Rollator brauchen, den Kindern beim Spielen zuschauen.“ Künftig wird es auch ein Behinderten-WC geben, erreichbar von dem Gang aus, in dem sich der Aufzug befinden wird.

Die Änderung, die jedem sofort auffallen wird, wenn er vor der neuen Halle steht: die äußere Gestaltung. Zumindest wenn sich der derzeitige Entwurf durchsetzt. „Frisch und modern“, findet Friedl die Farbkonzeption der Platten an der Fassade in hellgrau, hellblau, hellgrün und weiß: „Es sollte mit dem bestehenden grün harmonieren. Das Konzept ist lebhaft und nicht mehr so eintönig“, sagt Friedl. Ein besonderer Hingucker: Bilder von verschiedenen Sportlern, könnten künftig die Fassade zieren.

Interessant für alle, die Turniere spielen: In die neue Halle kommt ein richtiges Regiepult oben auf die Tribüne. „Da hat der Punktrichter einen vernünftigen Überblick und muss nicht immer den Kopf rausrecken“, sagt Friedl.

Los geht es mit den ersten Arbeiten am 28. Mai. Das Gebäude wird entkernt, „alles kommt raus, bis auf den Rohbau“, sagt Friedl. Der Rest wird komplett erneuert. Türen, Umkleiden, Sanitäranlagen, Hallenboden, Beleuchtung. Künftig wird es mehr Duschen und sogar Wlan in der Halle geben. Ins ganze Gebäude (bis auf die Geräteräume) kommt künftig eine Fußbodenheizung. Die Prognose ist, dass nach der Sanierung 70 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden sollen – die Fernwärme kommt weiterhin aus Ried.

Ein Kernthema, das sich immer und immer wieder durch die Planungen gezogen hat: Absprachen. Und zwar mit allen möglichen Stellen. „Schließlich wollen wir eine Halle bekommen, die für die nächsten 40 Jahre top ist“, erklärt Franz Obesser. Als eszum Beispiel um die Linienplanung ging, war die Gemeindeverwaltung in Kontakt mit allen Sportvereinen und Schulen, damit alles abgedeckt ist, was in Indersdorf individuell gebraucht wird.

Der Hallenbadbereich wird künftig mit einer separaten Tür zum Hallenbereich abgetrennt, zudem werden viel mehr Türen eingebaut, die sich im Fall eines Brandes selbstständig schließen. Die Brandschutzmaßnahmen verschlingen einen großen Teil der Gesamtkosten, so Friedl.

Größte Herausforderung, die es zu organisieren galt: Wohin mit Schülern und Vereinssportlern während der Bauzeit? Franz Obesser ist froh, dass sich die Schulen und der TSV in Person von Bernhard Wetzstein „so reingekniet haben, um Ersatz zu finden“ (wir haben berichtet). Die Schüler werden künftig mehr das Hallenbad und die Außensportanlagen nutzen oder gegebenenfalls auf die Hallen der anderen Schulen im Ort ausweichen.

Kosten: Eine neue Halle hätte rund 6 bis 7 Millionen Euro gekostet, die Generalsanierung des 40 Jahre alten Gebäudes kostet auch rund 6 Millionen Euro. Doch Indersdorf hatte gar keine Wahl. Wegen des Schwimmbadbetriebs kam kein Neubau in Frage. „Aber nach der Sanierung hat die Halle dann Neubaustandard“, betont Friedl.

Da die Tunhalle zum Aufgabengebiet des Zweckverbands Grund- und Mittelschule Markt Indersdorf gehört, wird die Generalsanierung von den Mitgliedsgemeinden anteilig derer Schülerzahlen finanziert (siehe Infokasten). Da es sich eigentlich um eine reine Schulturnhalle handelt, hat die Gemeinde Indersdorf den Posten herausgerechnet, der das Thema Veranstaltungsstätte betrifft. Sie übernimmt diesen Teil ganz. Übrigens: Sollten künftig viele Veranstaltungen in der Halle sein, müssen sich die Sportler nicht um ihren Boden sorgen: Es gibt dann einen Schutzboden, der immer ausgelegt werden muss. Wenn alles nach Plan läuft, ist die Halle zum Schuljahresbeginn 2019 fertig.

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