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Lässt sich nicht unterkriegen: Optiker Ralph Otterbach vor seinem leergeräumten Sonnenbrillenregal. 

Einbruch in Optiker-Geschäft in Indersdorf

Brillen im Wert von 50 000 Euro erbeutet

Spektakulärer Ladeneinbruch in Markt Indersdorf: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde ein Optiker am Augustinerring ausgeraubt. Die Einbrecher erbeuteten Ware im Wert von 50 000 Euro.

Indersdorf – Geschmückte Schaufenster, Kunden lassen sich beraten, und das zerstörte Schloss ist bereits ausgetauscht – wäre da nicht die klaffende Leere im imposanten Sonnenbrillenregal direkt hinter der Verkaufstheke des Optikergeschäfts in Markt Indersdorf, würde niemand auf die Idee kommen, dass hier vor wenigen Stunden ein Einbruch stattgefunden hat.

Der oder die Täter, die hier in den Morgenstunden des Mittwochs einbrachen, sind gründlich und nahezu spurlos vorgegangen. Hunderte Brillen wurden entwendet, den Schaden beziffert die Polizei auf bis zu 50 000 Euro. Hauptkommissar Roland Itzstein verdeutlicht die Dimensionen der Tat: „Mir ist kein vergleichbarer Fall mit einem solch hohen Wert des Diebesguts im Landkreis bekannt.“

Für Inhaber Ralph Otterbach beginnt am Morgen nach dem Einbruch das mühselige und deprimierende Aufarbeiten des Einbruchs: „Immerhin haben sie mir nichts kaputt gemacht“, meint er resigniert und spielt damit auf das nahezu spurlose Vorgehen der Täter an. „Das Schloss wurde professionell geöffnet“, bestätigt Björn Scheid, Pressesprecher der PI Dachau. „Das lässt zumindest die Vermutung zu, dass es sich um professionelle Serientäter oder eine Bande handelt.“ Es gebe aber bisher keine näheren Hinweise, dass so eine Gruppe in der Umgebung unterwegs sei.

Neben dem gewaltsam geöffneten Schloss zerstörten die unbekannten Täter auch die Überwachungskamera und machten deren Material somit unbrauchbar. Ralph Otterbach vermutet, dass der Raub in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben muss: „Ein Anwohner hat gegen drei Uhr morgens Schritte gehört.“

Die Liste der entwendeten Dinge ist lang: „Rund 300 Sonnenbrillen sind weg“, berichtet der Optiker. RayBan, Armani, Dolce Gabbana – die Täter waren nicht gerade wählerisch: „Das war praktisch 100 Prozent meines Sonnenbrillensortiments“, so Otterbach. Auf Grund der anstehenden Sommersaison waren besonders viele Modelle vorrätig. „Ich denke, dass im Vorfeld jemand die Lage ausgekundschaftet hat“, vermutet der Augenoptiker.

Zusätzlich wurden etwa 200 Sehbrillen, der Inhalt der Kasse und ein Fotoapparat gestohlen. „Viel schlimmer als der materielle Schaden ist der Stress und der bürokratische Aufwand, der jetzt auf mich zukommt“, meint Otterbach, gibt sich aber kämpferisch: „Das Geschäft hat ganz normal geöffnet, so schnell wie möglich werde ich wieder ein vollständiges Sortiment anbieten.“

Die Regale mit den normalen Brillen sind bereits wieder ordentlich gefüllt, nur an Sonnenbrillen fehlt es logischerweise. „Mir kommt etwas zu Gute, dass der Frühling noch etwas auf sich warten lässt“, sagt Otterbach lächelnd, der das Geschäft am Augustinerring seit 17 Jahren führt.

Das von der Spurensicherung gesammelte Material wird nun ausgewertet: „Das kann locker drei bis vier Monate dauern“, erklärt Itzstein. Ralph Otterbach macht sich keine großen Hoffnungen: „Die Dinger sind wohl weg.“ Auf die Frage nach seinem weiteren Vorgehen antwortet er postwendend: „Ich werde auf jeden Fall meinen Laden noch besser absichern.“

Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Dachau unter der Telefonnummer 0 81 31/56 10 entgegen.

ahu

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