Claudia Beck in der Buchhandlung Beck & Boy in Indersdorf.
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Im Moment zu oft allein im Laden: Claudia Beck in der Buchhandlung Beck & Boy in Indersdorf.

Flammender Appell: „Vergesst uns nicht!“

Corona-Folgen sind „der Horror“ für kleine Läden wie die Indersdorfer Buchhandlung Beck & Boy

  • vonThomas Leichsenring
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2009 haben sich Jasmine Boy-Bobik, heute 40, und Claudia Beck, 51, einen Traum erfüllt: Sie eröffneten in Indersdorf ihren eigenen Buchladen, damals an der Ludwig-Thoma-Straße. Seit 2012 befindet sich der hübsche Laden am Augustinerring. Doch dort fühlen sich Jasmine Boy-Bobik und ihre Kollegin derzeit ziemlich verlassen: „Es kommt keiner mehr“, sagt Boy-Bobik – wegen Corona und den Auflagen.

Indersdorf ‒ „Die Leute haben den Überblick verloren, was sie noch dürfen.“ Dabei hat der Laden namens Beck & Boy weiterhin geöffnet. Klar, unter Auflagen, aber jeder Kunde bekommt, was er wünscht. Man kann sich seine Bücher im Internet aussuchen (www.beckundboy.de) und online bestellen, aber auch per Anruf und E-Mail kann man Kontakt aufnehmen und ordern. Im Laden können Kunden ihre bestellte Ware abholen. Mit negativem Corona-Test können Bücherfreunde auch so vorbeikommen und sich umsehen. Allerdings darf sich nur jeweils ein Kunde im Laden aufhalten.

Vor einem Jahr sei der erste Corona-Lockdown ein Schock gewesen, berichtet Jasmine Boy-Bobik. Schlichtweg „der Horror“ jedoch war der zweite Lockdown im Dezember – im Weihnachtsgeschäft! „Aber die Leute haben uns wahnsinnig unterstützt. Wir haben viele Stammkunden, ohne die würden wir das gar nicht schaffen“, so Boy-Bobik weiter.

Auch nicht ohne Hilfe der Familien. Gerade im so wichtigen Dezember packte so ziemlich jeder mit an, der ein paar Minuten erübrigen konnte, vor allem beim Ausliefern. Beck & Boy bringt die Bücher nach wie vor auch ins Haus, wenn der Kunde sie nicht abholen kann. „Wir liefern sogar bis Dachau“, betont Boy-Bobik. Rund 2000 Titel haben die beiden Damen in ihrem Laden, „aber wir können natürlich alles besorgen“, betont Boy-Bobik.

Beck & Boy befindet sich am Augustinerring in einer netten Ladenzeile mit einem kleinen Café, einem Reisebüro, einer Apotheke und einem Wäscheladen als Nachbarn. „Wir arbeiten da alle zusammen, die Stimmung ist eigentlich gut“, sagt Jasmine Boy-Bobik. So können Kunden bestellte Bücher auch in der Apotheke abholen, sollte der Buchladen nicht geöffnet sein.

Jasmine Boy-Bobik und Claudia Beck wollen noch einen Appell loswerden in diesen schwierigen Tagen: „Vergesst bitte die kleinen Einzelhändler nicht, wir machen alles möglich, was geht!“

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