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Fast die Hälfte des künftigen Indersdorfer Gemeinderats ist neu  dabei

  • vonChristiane Breitenberger
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In Indersdorf dürfte es kommunalpolitisch künftig interessant werden: Fast die Hälfte des künftigen Gemeinderats besteht aus neuen Gesichtern.

Indersdorf –  Weil der Gemeinderat größer wird, gab es vier zusätzliche Sitze. Zwei davon hat sich die CSU gesichert, einen der Bürgerblock Niederroth, zwei die Grünen – allerdings geht diese Rechnung nur auf, weil die SPD einen ihrer Sitze verloren hat. Martina Tschirge sitzt ab Mai nicht mehr im Gemeinderat.

Gemeinderatsneuling Hubertus Schulz von den Grünen freut sich nicht nur über den eigenen Erfolg und die zwei Sitze, die die nur wenige Monate alte Gruppierung errungen hat. Er freut sich vor allem auch, dass „die Um(welt)denker ihre drei Sitze behalten haben“. Das „heißt, dass die Grün-Denkenkenden dazugewonnen haben“. Deshalb will sich Schulz auch bald mit den Umweltdenkern austauschen, „damit wir die grünen Themen weiter in der Gemeinde etablieren können“.

Große Überraschung bei den Umweltdenkern

Große Überraschung bei den Umweltdenkern: Sie konnten zwar ihre drei Sitze halten, aber zwei der amtierenden Gemeinderäte sind in der neuen Amtsperiode nicht mehr dabei. Fraktionsvorsitzender Hans Wessner und Florian Socher. Wessners knappes Ausscheiden aus dem Gemeinderat trifft nicht nur die eigene Gruppierung – auch Andreas Geier, Fraktionssprecher des Niederrother Bürgerblocks ist traurig. Hans Wessner sei ein „sachlicher, immer gut vorbereiteter Kollege“ gewesen. „Er wird uns fehlen“, ist sich Geier sicher. Auch Hubert Böck von der SPD fände es sehr schade, Wessner als Gemeinderatskollegen zu verlieren. „Er ist ein kompetenter Gemeinderat, der sich immer wirklich mit den Themen auseinander setzt.“ Böck schätzt an ihm, „dass er stets positive Ideen einbringt.“

Ganz sicher ist es allerdings noch nicht, ob die Indersdorfer künftig auf Hans Wessner im Gemeinderat verzichten müssen. Die Gruppierung der Umweltdenker erzielte trotz neuer Konkurrenz von den Grünen das drittstärkste Ergebnis in der Gemeinde, Böller hatte sich extra hinten auf die Liste setzen lassen, doch die Wähler wollten es anders und gaben ihm 1452 Simmen – er landete damit auf Platz zwei der Umweltdenker und säße, mit den beiden Neulingen Florian Conrad und Gerhard Seemüller wieder im Gemeinderat. Doch Böller sagte bereits bei der Nominierungsversammlung: Wenn er auch wieder in den Kreistag gewählt wird, schafft er es als Selbstständiger zeitlich nicht mehr, sein Gemeinderatsmandat auszuführen. „Wir freuen und natürlich sehr, dass wir die drei Sitze halten konnten“, sagte Böller gestern Nachmittag. Er und Hans Wessner wollten am Abend zusammenkommen und alles weitere besprechen. „Jetzt müssen wir erst mal die Auszählungen abwarten.“

Jubel beim BBN

Jubel gibt es natürlich auf Seiten der Niederrother mit Blick auf das eigene Ergebnis. Etwa 2400 Stimmen mehr im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 holte sich der Bürgerblock. Andreas Geier sitzt künftig mit den beiden Neulingen Christian Windele und Sylvia Becker im Gemeinderat. Er ist stolz: „Mit den beiden bekommen wir eine tolle Bereicherung für den Gemeinderat.“ Er freut sich auch auf die neuen Kollegen: „Frisches Blut bringt neue Ideen!“

Gewinner CSU

Gewinnerin ist auch die CSU, die künftig sogar mit acht Sitzen im Gemeinderat vertreten ist. Von Listenplatz 16 wählten die Indersdorfer mit 1672 Stimmen Monika Geisenhofer nach vorne. CSU-Ortsvorsitzender und Gemeinderatsneuling Jörg Westermair freut sich über das „sensationelle Ergebnis“. Er freut sich vor allem auf die Marktplatzmitgestaltung und – ganz Indersdorfer Tradition – auf „die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen“.

Die Freien Wähler konnten zwar ihre vier Sitze halten, müssen aber künftig auf den langjährigen Gemeinderat Manfred Pohl verzichten. Neu ist Christian Schuster.

Einzige Verliererin: die SPD

Die SPD ist die einzige Fraktion, die einen Sitz verloren hat. Fraktionssprecher Hubert Böck war gestern etwas geknickt. „Es ist schade, dass wir künftig auf Martina Tschirge verzichten müssen.“ Tschirge habe den Gemeinderat durch ihre Expertise in Sachen Netzwerkmanagement und Bürgerbeteiligung bereichert. Doch Böck blickt auch freudig in Richtung neue Legislaturperiode. Er betont: „Wir haben tolle neue Leute in den Gemeinderat bekommen – wie Hubertus Schulz, Gerhard Seemüller und Jörg Westermair. Das freut mich. Da ist es nicht wichtig, zu welcher Faktion sie gehören.“
 

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