Menschen auf Terrasse, einige unter großem Schirm.
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In Ainhofen wollen nicht alle den geplanten Mobilfunkmasten – Christian Schilling von Vodafone (links vorne) konnte Konrad Hefele (Fünfter von links) beim Info-Gespräch Mitte September nicht überzeugen. Jetzt muss Bürgermeister Franz Obesser (rechts) entscheiden.

Standort in Ainhofen

Widerstand gegen den Mobilfunkmasten

So problemlos, wie es nach der Info-Veranstaltung am 12. September mit dem Bau eines Mobilfunkmasten aussah, wird es nun doch nicht: In Ainhofen regt sich jetzt Widerstand.

Ainhofen – Bei der ersten Infoveranstaltung zum Thema Mobilfunkmast (wir berichteten) war eigentlich der Ainhofner Bio-Bauer Konrad Hefele der Einzige, der Bedenken wegen gesundheitlicher Auswirkungen des Projekts äußerte. Nun aber haben sich schon mehrere Bürger nach einer Flugblattaktion Hefeles dieser Meinung angeschlossen: Der Standort des vorgesehenen Mobilfunkmastens auf einem Grundstück des VfB Ainhofens (Freibad-Betreiber) sei nicht weit genug von der Wohnbebauung entfernt. Man befürchte gesundheitliche Schäden.

Mit dem im Dorf verteilten Flugblatt wirft Hefele der Gemeinde vor, die Bürger nicht ausreichend über die geplante Maßnahme informiert zu haben und auch nicht beachtet zu haben, dass der ins Auge gefasste Standort nur rund 150 Meter von den Wohnhäusern am Ortsrand und dem Freibad entfernt ist.

Der Standort liegt rund 15 Höhenmeter unter der bewaldeten Kuppe im Norden. „Üblicherweise macht den Standortvorschlag nach Anfrage und Vorgabe des Suchkreises die Gemeinde unter Einbeziehung der Fachleute vom Bauamt und unter Hinzuziehung eines Sachverständigen für Immissionsschutz sowie für Bau- und Umweltbiologie“, so Hefele in seinem Schreiben an die Dorfbewohner. „In unserem Fall hat Bürgermeister Franz Obesser die Anfrage des Mobilfunkbetreibers Vodafone zur Standortauswahl mit dem 2. Vorstand des VfB und CSU-Gemeinderat Olaf Schellenberger getroffen“, sagt Hefele. Er wies darauf hin, dass laut Immissionsschutzgesetz bei der Errichtung von Mobilfunkmasten die Kommunen gehört werden müssten.

Wie Hefele in einem Gespräch mit den Dachauer Nachrichten erklärte, gibt es eine Vier-Wochen-Frist. Er hoffe, dass diese Frist noch nicht verstrichen ist. Er habe sich bezüglich Standortfrage um einen Termin beim Bürgermeister bemüht. Der vorgesehene Standort würde nur den Vodafone-Kunden einen besseren Mobilfunkempfang bieten.

Gegner warnen vor gesundheitlichen Auswirkungen

Die Nachteile dieses Standorts sind laut Konrad Hefele aber groß: So sagte er, dass die Gefahr der Immissionsbelastung – nur 150 Meter von der Wohnbebauung entfernt – enorm sei. Der Vertreter von Vodafone, Christian Schilling, hatte am 12. September bei der Infoveranstaltung auf der Freibad-Terrasse hingegen von ganz unerheblichen Auswirkungen auf die Dorfbevölkerung und die Badegäste gesprochen.

Hefele und mittlerweile auch mehrere Bürger finden auch, dass durch den 30 bis 35 Meter hohen, frei stehenden Betonmasten das Orts-und Landschaftsbild massiv beeinträchtigt würde und die Nähe des Turms auch einen massiven Wertverlust von 30 bis 50 Prozent für die Immobilien bedeuten würde.

Zudem sei keine Empfangs-und Sendeleistung nach Norden durch das Abschirmen der Bergkuppe durch den Wald zu erwarten. Durch diese Abschirmung sei es entgegen der Ankündigung von Vodafone auch für T-mobile und Telefonica nicht attraktiv, eine Anlage am geplanten Standort mitzubenutzen, was Schilling den Ainhofnern aber in Aussicht gestellt habe.

Hefele schlägt Alternativ-Standort vor

Zusammenfassend kommt Hefele zu dem Schluss, „dass die Gemeinde die Vorsorgepflicht bezüglich Gefahren und Schaden, missachtet“ habe. In seinem Schreiben zitiert er aus einer Studie, wonach das Krebsrisiko steige, wenn der Abstand zum Masten unter 500 Metern liege. Hefele schlägt vor, den Standort unter Hinzuziehung von weiteren Mobilfunkbetreibern sowie unabhängigen Fachleuten auf die Waldkuppe der dahinterliegenden Anhöhe zu verlegen. So würde man auf eine Entfernung von rund 250 Meter hin zur Wohnbebauung und dem Freibad kommen. Dieser Standort sei auch für andere Netzbetreiber attraktiver und würde auch die Landschaft nicht verschandeln, weil der Mast nur geringfügig aus dem Wald herausragen würde. Der Alternativ-Standort im Wald verbessere auch die Sende- und Empfangsmöglichkeiten durch einen 360-Grad-Bereich, sagt Hefele.

Von den vier in Frage kommenden Grundstücksbesitzern hat laut Hefele bereits einer signalisiert, den notwendigen Grund zur Verfügung zu stellen.

Der stellvertretende VfB-Vorsitzende Olaf Schellenberger sieht den Standort auf dem VfB-Grundstück nicht ganz so dramatisch, stellte aber klar: „Wenn es größere Widerstände in der Bevölkerung gibt, wird sich der VfB diesen Schuh nicht anziehen.“ Er gehe davon aus, dass auch der Bürgermeister kein Interesse hat, den Standort auf dem VfB-Grundstück mit Biegen und Brechen durchzubringen.

Franz Obesser war gestern zu einer Stellungnahme leider nicht zu erreichen. Hefele sieht mit Zuversicht dem Gespräch mit dem Bürgermeister entgegen, das am morgigen Mittwoch stattfindet.

Josef Ostermair

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