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Ein letztes Prosit: Sepp Dandl (rechts) mit Bürgermeister Franz Obesser. 

Wieder ein Gasthaus weniger

Uihofer Wirtshaus schließt für immer

Wirt Sepp Dandl hat seinen 80. gefeiert, damit verabschiedet er sich in den Ruhestand. Für das Traditionsgasthaus in Eichhofen bedeutet das das Aus.

Eichhofen Sepp Dandl, der „Uihofer Wirt“, hat seinen 80. Geburtstag gefeiert. Für die vielen Stammgäste eigentlich ein Grund zu Freude. Doch als die letzten Gäste um 2 Uhr früh die Geburtstagsfeier verlassen hatten, schloss dieses Traditionswirtshaus, das Sepp Dandl mehr als 60 Jahre führte, für immer seine Pforten. So vermischte sich bei vielen die Freude über den Geburtstag des allseits geschätzten Gastwirts auch mit Wehmut, denn Sepp Dandl war Wirt mit Leib und Seele, konnte aber gesundheitsbedingt nicht mehr weitermachen.

„Es ging nicht anders“, sagte Sepp Dandl, als ihn Bürgermeister Franz Obesser in seinem neben dem alten Wirtshaus liegenden Wohnhaus besuchte. In den vergangenen Jahren haben schon Sepps Bruder Heini und dessen Frau Kathi den Wirtshausbetrieb tatkräftig unterstützt, doch das war keine Lösung für die Zukunft. Jetzt, wo das Wirtshaus geschlossen hat, erinnern sich viele an die fröhlichen Stunden, die man beim Wirt in Uihof verbringen durfte. Ewig in Erinnerung bleiben die legendären Bälle im Saal, wo man nie eine Sperrstunde kannte.

Sepp Dandl war in all den Jahren der heimliche Bürgermeister des kleinen Ortes im Nordwesten der Marktgemeinde. Er ist Träger der Bürgermedaille der Gemeinde Indersdorf, er gehört sieben Vereinen an.

Große Verdienste erwarb er sich in der Feuerwehr, wo er 29 Jahre erster Kommandant und 23 Jahre Vorsitzender war. Insgesamt 55 Jahre gehörte er der Feuerwehr an. Unter seiner Regie wurde 1984 das Feuerwehrhaus gebaut und später ein Löschfahrzeug angeschafft. Eine Attraktion in der Ära Dandl war das Seilziehen über den Eichhofen-Bach mit benachbarten Feuerwehren und der Feuerwehr Eichhofen an der Laaber.

Dandl kümmerte sich auch als Ortssprecher im Marktgemeinderat viele Jahre um seinen Heimatort. Darüber hinaus war er bei der Flurzusammenlegung mit freiwilligem Landtausch von 1998 bis 2003 federführend tätig. Er ist auch der Gründungsvater im Wasserzweckverband Albersbach, dem er von 1991 bis 2011 vorstand. Als Gründungsmitglied schätzt man den Gastwirt auch beim örtlichen Tennisclub.

So war sein Gasthaus beim Weißwurstfrühstück anlässlich seines 80. Geburtstags voller Gratulanten. Auch die Vertreter der Westerholzhauser Schützen, des SFC Eichhofen, des Krieger- und Soldatenvereins, des Gartenbauvereins, des TSV Indersdorf und des Pfarrverbandes Indersdorf waren dabei.

Was Gaststätten angeht, schaut es nun im nördlichen Bereich der Marktgemeinde düster aus. Ainhofens Wirtshaus wurde schon vor zwei Jahren abgerissen, Westerholzhausen hat ebenso schon länger geschlossen, und mit Eichhofen fehlt nun ein weiterer Treffpunkt. Einziger Lichtblick ist das Gasthaus Wackerl in Arnzell, wo ein junges Wirtepaar die Führung übernommen hat. ost

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