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Das Bild ist alt, das Problem nicht: Der Trainingsplatz der Indersdorfer ist gesperrt – zu schlecht ist der Zustand, zu groß die Gefahr, dass sich Spieler verletzen. Martin Schmeller (Mitte) und seine Jugendleiter Sven Rössner (l.) und Andreas Huyer sorgen sich.

Flutlicht und Platzsanierung für Fußballer

Finanzspritze für den TSV Indersdorf

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Indersdorf - Kaputter Trainingsplatz, kein Geld zur Sanierung. Für die vielen Kicker des TSV Indersdorf waren die vergangenen Monate sehr hart. Jetzt können die Fußballer vorerst aufatmen: Die Gemeinde hilft bei der Finanzierung einer Flutlichtanlage und der Platzsanierung.

Seit Anfang des Jahres ist der Trainingsplatz der Indersdorfer Fußballer gesperrt. Der Platz ist völlig kaputt, immer wieder verletzten sich Spieler, manche von ihnen schwer. Doch der TSV hat kein Geld, allein im vergangenen Jahr schrieb der Verein 19 130 Euro Verlust (wir haben berichtet). Doch so kann die Fußballabteilung nicht weitermachen, insgesamt wollen auf dem Sportgelände 22 Mannschaften ein bis zweimal wöchentlich trainieren. Deshalb hat der Verein einen Zuschussantrag an die Gemeinde gestellt.

Die Stimmung zwischen Fußballern und Kommunalpolitikern war in der letzten Zeit nicht die Beste. Tief saß die Enttäuschung über den abgelehnten Kunstrasenplatz. Erst kürzlich wetterten wieder einige alteingesessene TSVler bei einer Bürgerversammlung über die Gemeinderäte, wünschten sich mehr Wertschätzung für die Arbeit der Ehrenamtlichen. Entsprechend unterkühlt war bei einigen Indersdorfer Räten die Laune in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend.

Doch trotz unterschiedlicher Ansichten über die Art und Weise, wie der Antrag gestellt wurde, oder ob die Höhe der Förderung angebracht und gerechtfertigt sei, in einem Punkt vertraten alle Räte – wenn manche auch widerwillig – die Meinung: Die Gemeinde muss dem Verein helfen, so kann es nicht weitergehen.

Vereinschef Bernhard Wetzstein stellte in seinem Antrag ausführlich die Finanzlage dar. Die Gesamtkosten für Sanierung und das neue Flutlicht beliefen sich auf 155 000 Euro, 20 Prozent kämen an Förderung vom BLSV, 20 Prozent, allerdings nicht mehr, könnte der TSV bestreiten. Es blieben: 60 Prozent der Gesamtkosten für die Gemeinde.

Das Problem ist, das die Gemeinde normalerweise Vereinsprojekte mit nur 20 Prozent bezuschusst. Bürgermeister Franz Obesser sprach hier jedoch von einem Sonderfall und einer Notlage. Das wollten einige Gemeinderäte nicht gelten lassen. Thomas Loderer, der ohnehin unzufrieden über die Art und Weise des Antrags war, betonte mehrmals: „Diese Sonderrolle sehe ich hier überhaupt nicht“, und: „Wenn wir jetzt mit 60 Prozent bezuschussen, will ich, dass wir andere Vereine auch gleich behandeln.“

Auch sein Parteikollege Andreas Geier betonte: „Was wir jetzt machen, müssen wir dann auch für andere Vereine in ähnlichen Situationen so machen.“ Karl Böller (CSU) spracht die Angriffe in der Vergangenheit an: „Es ist nicht ok, die Gemeinderäte schlecht zu machen, nur weil sie nicht gleich zustimmen, da sie auch anderen wichtigen Dingen verpflichtet sind.“

Florian Ebner (EHW) missfiel der Antrag grundsätzlich. „Mir gefällt nicht, wie das der TSV immer macht. Die präsentieren eine Rechnung und wir sollen zustimmen.“ Er betonte: „Die müssen schauen, dass sie das mit Hilfe von Sponsoren hinbekommen.“ Auch Franz Obesser machte sich im Vorfeld auf den Weg, um Sponsoren zu mobilisieren – mit Erfolg. Es kamen von Sparkasse und Volksbank insgesamt 22 500 Euro zusammen, diese werden anteilig angerechet. Das Geld bekommt der TSV in zwei Raten, da die Gemeinde für diese Maßnahme kein Geld im Haushalt hat.

Doch auch andere Räte betonen die Sonderstellung des TSV Indersdorf. Hubert Böck (SPD) erklärt: „Der Verein ist riesig. Zehn Abteilungen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sind nicht vergleichbar mit einer einzigen Sparte.“ Auch Hans Wessner (Umweltdenker) sagte: „Der Verein ist groß und auch wichtig für die Gemeinde. In der Jugendarbeit beweisen sie unglaubliches Engagement.“

Am Ende stimmten alle Gemeinderäte mit Ausnahme von Thomas Loderer für den entsprechenden Zuschuss.

Nach der Sitzung zeigten sich Bernhard Wetzstein und Sigi Frost, der Vorsitzende von Taf Glonntal, erstmal erleichtert. Jetzt kann es zumindest weitergehen – auch wenn es noch lange dauern wird, bis die Fußballer wieder ihre gewohnten Trainingsflächen zur Verfügung haben und der Platz wieder nutzbar ist.

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