Ohne sie wären die Zeiten des Wartens noch lange nicht vorbei: Berthold Fehr (l.) und Andreas Geier haben mit ihrer Bürgerinitiative den Glasfasernetzbau in Indersdorf vorangetrieben. Hier zeigen sie beim Spatenstich Glasfaserkabel. hab

Auf in ein neues Zeitalter

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Indersdorf - Über zwei Jahre hat die Bürgerinitiative Glasfaser für diesen Moment gekämpft: Das größte Indersdorfer Zukunftsprojekt Glasfaserausbau beginnt.

Nur wenige Indersdorfer wissen, wo sie ist, aber so wichtig wie jetzt war die Rieder Straße für die Gemeinde noch nie: Neben dem Jugendzentrum war am Donnerstag der Spatenstich für das größte Zukunftsprojekt Indersdorfs: Der Glasfasernetzbau beginnt.

Untragbar langsam. So bezeichnete Berthold Fehr im November 2012 die Internetverbindung in einem Interview. Der Sprecher der BI-Glasfaser war genervt vom ständigen Warten vor seinem Computer. Andreas Geier forderte damals: „Der Glasfaserausbau soll endlich Priorität bekommen.“ Am Donnerstag standen die beiden beim offiziellen Spatenstich für das rund zehn Millionen Euro teure Glasfaserprojekt an der Rieder Straße und grinsten.

„Dass es dann doch so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, sagte Geier. Wäre es ohne die Arbeit der BI auch nicht. Hans Lachner, 3. Bürgermeister, betont: „Ohne die Bürgerinitiative würde der Bau heute sicher noch nicht beginnen - fraglich, ob überhaupt was passiert wäre.“

Jetzt wird in Indersdorf ein Glasfasernetz gebaut, das anschießend Eigentum der Kommune ist und an den Münchner Netzbetreiber KMS verpachtet wird. Jeder im gesamten Gemeindegebiet, der einen Anschluss möchte, wird versorgt. Ein einmaliges Projekt. Karl Ludwig Reil verlegt mit seiner Baufirma Mühlbauer schon seit 2009 Kabel für Glasfasernetze. Er weiß: Was Indersdorf hier anbietet, gib es sonst fast nirgends: „Hier bekommt jeder einen Anschluss. Sogar in München ist nur der innere Ring mit Glasfaser versorgt. Die Menschen haben hier großes Glück.“ Reils Firma wird in den kommenden eineinhalb Jahren die Rohre für die Glasfaserkabel verlegen. „Wir versuchen dabei so wenig wie möglich Unannehmlichkeiten zu bereiten“, sagte der Seniorchef und lachte. Der Mann hat eben Erfahrung auf dem Gebiet.

Rüdiger Schmid bedankt sich im Vorfeld bei den Indersdorfern, über 60 Prozent der Haushalte haben bereits einen Vertrag bei der KMS unterschrieben. „Danke für die Vorschusslorbeeren, wir werden dann beweisen, was wir wirklich leisten.“ Und das könnte schon bald sein. Die ersten Indersdorfer werden vermutlich bereits in vier Monaten ihren Glasfaseranschluss nutzen können.

Bürgermeister Franz Obesser ist stolz, dass er erlebt, wie das Projekt, das der frühere und der neue Gemeiderat vorangetrieben haben, realisiert wird. Das Indersdorfer Modell hat bis nach Hamburg von sich reden gemacht. Auch auf Obessers Empfehlung hin wird nun etwa in Marschacht nach Indersdorfer Vorbild gebaut.

Berthold Fehr ist stolz auf das, was die BI erreicht hat: „Wir hätten keine Ruhe gegeben, bis etwas vorwärts geht. Der Zeitpunkt war längst verstrichen, dass man sich zurücklehnen konnte.“ Jetzt ist Fehr glücklich. „Das ist ein Vorzeigeprojekt für unsere Gemeinde.“ Für Indersdorf bedeutet das Netz ungeahnte Möglichkeiten. „Gerade für neue Firmen sind wir jetzt als Standort sehr lukrativ geworden“, sagt Andreas Geier. „Die Datenmengen verdoppeln sich jedes Jahr - und wir können künftig jeden Bedarf bedienen“, sagt Berthold Fehr. Und: „Jetzt geht es auf in ein neues Zeitalter.“

Christiane Breitenberger

Das Glasfasernetz wird zu folgenden Zeiten gebaut:

März 2015: Niederroth, Ried, Teile Karpfhofens, Teile Markt Indersdorfs, Gundackersdorf und Ainhofen

2. Quartal 2015: Ottmarshart, Teile Karpfhofens, Teile Markt Indersdorfs und Neuried

3. Quartal 2015: Hirtlbach, Albersbach, der letzte Teil in Karpfhofen, der letzte Teil von Markt Indersdorf und Glonn

4. Quartal 2015: Eichhofen, Westerholzhausen, Siechhäusern und Frauenhofen

März 2016: Arnzell, Langenpettenbach und Kloster Indersdorf

2. Quartal 2016: Wagenried, Eichstock und Strassbach.

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