Land unter: Wenn die Glonn über die Ufer tritt, werden nicht nur, wie hier im Sommer 2013, Fußballfelder überschwemmt. In Glonn plant die Gemeinde, ein Regenrückhaltebecken als Schutz vor Starkregen zu errichten. kn

Hochwasserschutz und Bauplätze

Indersdorf - Regnet es in Glonn ganz besonders heftig, hat der Ort ein Problem. Das Wasser fließt über die Äcker und flutet vor allem Grundstücke an der Emmeranstraße. Jetzt will die Gemeinde ein Regenrückhaltebecken als Hochwasserschutz errichten. Doch die Krux an der Geschichte ist: Wer soll zahlen?

Viele Anwohner an der Emmeranstaße in Glonn haben hinterhalb ihrer Häuser selber einen Wall gebaut, um sich vor Überschwemmungen zu schützen. Der Gemeinderat will künftig mit einem großen Regenrückhaltebecken Abhilfe für alle schaffen. Doch die Entscheidung liegt nicht bei der Gemeinde allein.

Hans Lachner kann sich noch genau erinnern, als er vor ein paar Jahren bei Hochwasser mit Gummistiefeln durch die überschwemmten und verschlammten Grundstücke gestapft ist. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erzählt er: „Es war furchtbar. Das Wasser ist damals bei den Leuten durch den Stall gelaufen - alles war so überschwemmt, dass wir gar nicht auf die Grundstücke konnten.“ Deshalb müsse die Gemeinde unbedingt etwas tun. Seit langem sind Planungen im Gange.

Denn der Hochwasserschutz muss aus folgendem Grund geregelt werden: Zwei Familien würden gerne auf noch brachliegenden Grundstücken bauen - das geht aber nur, wenn die wasserrechtlichen Fragen geklärt sind. Heißt: Das geht nur, wenn auch das Regenrückhaltebecken gebaut wird.

Der Planer des Ingenieurbüros Wimpfler Plan zeigt, dass das rund 45 Meter breites und 100 Meter lange Becken Abhilfe schaffen könnte: „Das Becken ist für den stärksten Regen, mit dem zu rechnen ist, konzipiert. Mit 80 Zentimetern Sicherheitszuschlag. So, dass dieses Becken niemals überlaufen wird.“ Auch Umweltdenker Georg Weigl plädiert für das Becken: „Das ist für Glonn die Superlösung schlechthin.“

Doch der Punkt ist: Die beiden Anlieger an das Becken sollen Hauptträger der Kosten sein. Hans Lachner bat das Gremium um Nachsicht: „Man kann die beiden Grundstücksbesitzer damit nicht alleine lassen. Die Gemeinde sollte sich an den Kosten beteiligen, da wir hier eine Lösung für ganz Glonn bekommen.“ Doch über die Kostenfrage gab es in der Sitzung keine Antwort: „Das gehört in den nicht öffentlichen Teil“, begründete Bürgermeister Franz Obesser die Geheimhaltung.

Die Räte beschlossen einstimmig, dass die Planungen für den Bau des Oberflächenfasser-Rückhaltebecken fortgesetzt werden sollen. Fakt ist, wenn nicht beide Planbegünstigten unterschreiben, wird kein Rückhaltebecken gebaut. Mit Becken könnten drei weitere Baugrundstücke ausgewiesen werden.

(Christiane Breitenberger)

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