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Wer Hilfe bei bestimmen Fahrten braucht, kann sich an die Indersdorfer Nachbarschaftshilfe wenden. Die Engagierten wie Gertraud Spaderna (l.) und Christa Casper begleiten zum Beispiel zum Arzt oder mal zum Einkaufen. Doch der Verein leistet weit mehr.  

Interview mit Christa Casper von der Nachbarschaftshilfe

"Wir würden sehr gerne mehr helfen"

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Christa Casper erklärt im Interview, was die Nachbarschaftshilfe Inderdorf  alles leistet und warum sie leider immer wieder an ihre Grenzen kommt

 

Indersdorf – Sie sind da, wenn Nachbarn Hilfe brauchen. Oder wenn sie sich mal allein fühlen. Seit vielen Jahren engagiert sich die Indersdorfer Nachbarschaftshilfe im Ort. Aber: Sie könnte noch viel mehr Menschen unter die Arme greifen, wenn sich mehr Indersdorfer engagieren würden. Christa Casper (68) erzählt stellvertretend im Interview, was die Nachbarschaftshilfe leistet, wer ihre Hilfe braucht und wie man sich einbringen kann. Und sie verrät eine Geschichte, die zeigt, dass man zum Helfen gar nicht jung genug sein kann.

Was leistet die Indersdorfer Nachbarschaftshilfe?

Wir bieten einmal im Monat einen Treff für Ältere an – unser Seniorencafé. Dazu kommen rund 30 Leute, jeder ist willkommen. Die Besucher fühlen sich dort sehr wohl, die Stimmung ist immer herzlich. Wir bieten dort selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und versuchen, uns immer ein bisschen Programm zu überlegen. Mal kommt ein Zauberer, mal hält jemand einen Vortrag. Aber wir sind für jede Idee oder jeden, der etwas beitragen möchte, dankbar. Seien es Kinder, die ein bisschen musizieren, oder jemand, der etwas vorführen oder erzählen möchte.

Brauchen also vor allem Senioren die Nachbarschaftshilfe?

Natürlich nutzen gerade Ältere unsere Dienste, aber auch junge Leute brauchen Hilfe – wie eine Mutter, die ins Krankenhaus muss, oder Eltern, die mal Zeit für sich brauchen und niemanden sonst im Ort haben.

Welche Hilfsdienste bieten Sie dann an?

Das ist sehr vielschichtig. Wir übernehmen mal für ein paar Stunden die Kinderbetreuung, damit Eltern mal eine Verschnaufpause haben. Wir zeigen Menschen, die neu im Ort sind, die wichtigsten Dinge. Wir übernehmen Einkaufsfahrten oder Fahrten zum Arzt. Wir helfen auch beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen. Oder wenn mal eine Mama ins Krankenhaus muss, übernehmen wir den Notfallhaushalt, bis zum Beispiel die Oma anreisen kann. Doch wir könnten hier viel mehr anbieten, wenn wir mehr Leute wären.

Wie viele Ehrenamtliche engagieren sich bei Ihnen?

Wir sind ein rühriges Dutzend. Aber wir könnten viel mehr anbieten, wenn wir mehr Helfer hätten, die bei uns mitmachen möchten.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die Freiwillige mitbringen müssen, wenn sie bei Ihnen mitmachen möchten?

Nein, prinzipiell kann jeder helfen. Erst vor kurzem hat sich ein 13-jähriges Mädchen bei uns gemeldet, das sich einbringen möchte. Sie sagt, sie kann Nachhilfe für Kinder in der zweiten und dritten Klasse geben. Sie bietet auch an, Senioren beim Einkaufen zu helfen. Das ist einfach großartig.

Sie bräuchten also dringend neue Helfer?

Wir würden wirklich gerne mehr stemmen. Aber dafür bräuchten wir eben mehr Leute. Wir sehen uns auch als eine Anlaufstelle für Notfälle. Denn wir wissen, wie beruhigend es ist, wenn man weiß, wo man sich hinwenden kann, wenn man mal bei etwas Hilfe braucht.

Wer sich einbringen will

kann sich bei der Vorsitzenden der Nachbarschaftshilfe, Gertraud Spaderna unter den Nummern 0 81 36/76 65 oder 01 70/8 00 29 22 melden

Das Interview führte

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