„Ob er schön ist oder nicht, spielt keine Rolle“, sagt Dominik Härtl über den Wasserturm. hab

Ein marodes Industriedenkmal

Dachau - Für die einen ist er ein Symbol. Für die anderen ein Schandturm. Sicher ist, dass der Wasserturm auf dem ehemaligen MD-Gelände ein Denkmal ist - und zwar ein ziemlich marodes. Deshalb will der Bauausschuss alles tun, um ihn zu erhalten.

Dominik Härtl (CSU) verbringt gerade ein Großteil seiner Freizeit auf dem ehemaligen MD-Gelände, bei den Theaterproben für die „Blutnacht“. Und dabei hat er das Gelände wohl schätzen gelernt. „Je länger man sich dort aufhält, desto mehr wird einem bewusst, was diese Fläche für die Stadt überhaupt bedeutet“, erklärte er in der Sitzung des Bauausschusses. „Es ist eben ein Stück Heimatgeschichte.“ Deshalb hatte die CSU-Fraktion den Antrag gestellt, zu prüfen, welche Maßnahmen durchzuführen sind oder „auch verlangt werden können“, um den Erhalt des Wasserturms zu sichern. „Und zwar völlig unabhängig von der Nutzungsfrage“, betonte Härtl. Immerhin ist der Wasserturm mit auf der Liste der denkmalgeschützten Bausubstanz am MD-Gelände aufgeführt. „Ob er schön ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle“, so Härtl.

Zuvor wurde geprüft, wie es um den Turm steht. Das Ergebnis: schlecht. Die Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit des Wasserbehälters sind „erheblich beeinträchtigt“, stellte ein Gutachter im Februar fest - deshalb sind „zeitnah“ Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen.

Ein Rechtsanwalt erklärte daraufhin für die Dachau Entwicklungsgesellschaft, dass bereits der Treppenaufgang zugenagelt und mit Flatterleinen abgehängt und der Ausgang fest verschlossen wurde. Doch Härtl ist damit nicht zufrieden: „So ein Flatterband reicht doch nicht aus“, betonte er. „Wir wollen hier keinen Purtlhof.“ Das Bauernhaus aus dem Jahr 1607 in der Gemeinde Hebertshausen war im Februar eingestürzt, weil der Besitzer nichts für die Erhaltung getan hatte. „Das soll hier nicht passieren“, so Härtl.

Doch für Alfred Stelzer (FDP) stellt sich die Situation ganz anders dar: „Der Wasserturm ist ein Schandturm, kein Eiffelturm.“ Er wolle keine Wohnung mit Blick auf diesen Turm. „Er ist für nichts verwendbar. Er ist nur ein Schattengeber.“ Doch Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) hielt dagegen: „Ich erinnere mich an einen anderen Wasserturm, von dem wir dachten, man kann nichts damit machen“, sagte sie. „Er muss ja nicht unbedingt begehbar werden.“ Auch der OB schwärmte dem Ausschuss von Industriedenkmälern aus dem Ruhrpott vor, die „farblich gestaltet und beleuchtet“ werden.

Schließlich wurde der Antrag befürwortet - gegen die Stimmen von Stelzer, der SPD und Helmut Höfelmaier (ÜB).

Nina Praun

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