Was soll mit MD-Gelände passieren?

Dachau könnte Impulsgeber sein

Dachau - Was soll mit dem Gelände der MD passieren? Das Bündnis für Dachau wünscht sich eine Zweitnutzung der ehemaligen Papierfabrik – und hat Ideen aus dem österreichischen Linz präsentiert.

Wie so etwas gehen könnte, welche Maßnahmen getroffen werden müssten, darüber sprach Markus Eidenberger, Geschäftsführer der Tabakfabrik Linz auf dem Themenabend im Dachauer Ludwig-Thoma-Haus. In einem Vortrag berichtete er über die Umwidmung des Industriestandortes in Linz zu einem Areal mit modernsten Arbeitsplätzen mitten in der bestehenden Architektur.

„Dachau“, erklärte Artur Lackner, ein Vorstand des Bündnis für Dachau, „ist auf gutem Weg, die Ansprüche an Modernität und Urbanität, die man an eine Stadt stellt, zu erfüllen.“ Zu Recht werde Dachau von seinen Bürgern als eine attraktive und lebenswerte Stadt wahrgenommen. Um die Lebensqualität erhalten zu können, gebe es jedoch viele Bereiche, „die es noch zu verbessern gilt“. Doch: „Durch die kritische Finanzlage wird es Dachau immer schwerer fallen, auch in Zukunft Probleme bewältigen zu können.“

Der Steirer-Wirt Lackner sprach von einer stetigen Bevölkerungszunahme einerseits und der mangelnden Arbeitsplatzversorgung andererseits. Lediglich 30 von 100 Erwerbstätigen finden in Dachau Arbeit, „Tendenz fallend“. Aus Stadt und Landkreis pendeln allerdings täglich 38 000 Menschen nach München, Augsburg und anderen großen Städten. „Das hohe Arbeitsangebot in München, aber der dort fehlende Wohnraum üben einen enormen Siedlungsdruck auf Dachau und seine Gemeinden aus“, so Lackner weiter. Dachau profitiere zwar zu einem Teil mit, die Einnahmen seien allerdings im Vergleich zu dem, was es an Wirtschaftskraft an München verliere, relativ schwach.

Der Vorschlag des Bündnis’: Dachau soll auf Kreativwirtschaft bauen. Darunter versteht man die Verbindung traditioneller Wirtschaftsbereiche mit neuen Technologien und Kommunikationsformen. Lackner ist sich sicher: „Dachau könnte Impulsgeber sein. Auf bestehenden Konversionsflächen könnte die Ansiedlung von innovativem Gewerbe mit qualifizierten Mitarbeitern gefördert werden.“ Das Beispiel der Tabakfabrik Linz soll als Denkanstoß für Dachau dienen, „es bietet uns auch wertvolle Informationen aus der praktischen Erfahrung eines solchen Projektes.“

Nicht nur das Bündnis für Dachau, auch Oberbürgemeister Florian Hartmann und Landrat Stefan Löwl und um die 50 Besucher waren vom folgenden Vortrag des Linzers begeistert. Denn auch in Linz gab es ein brachliegendes Fabrikgelände. 2009 wurde der Tabakbetrieb eingestellt, und die Stadt Linz entschloss sich dazu, das 38 148 Quadratmeter große Fabrikareal zurückzukaufen.

Mit vollem Erfolg. Mittlerweile arbeiten bereits wieder 300 Personen auf dem Areal, „das sind in etwa so viele wie vor der Schließung des Werks. Und das, obwohl bis jetzt erst wieder ein Drittel des Geländes saniert und wiederbelegt worden sind“, erklärte der Linzer Referent Markus Eidenberger. Seit der Gründung der „Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft“ ist Markus Eidenberger der kaufmännische Direktor.

Wurden auf dem Gelände die ersten Jahre nach Schließung Konzerte, Wanderausstellung und andere kulturellere Events durchgeführt, werden Teile der ehemaligen Fabrik nicht einmal sieben Jahre nach Schließung der Fabrik schon wieder als Büroräume und ähnliches genutzt. Die Kreativwirtschaft hat Einzug in Linz erhalten. Das Firmengelände bietet bietet Raum für Experimente und die konkrete Umsetzung politischer, gesellschaftlicher und sozioökonomischer Zukunftsmodelle.

reg

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