+
Reise nach Lübeck: Josef Mederer, Marianne Klaffki und Dr. Norbert Göttler (v.l.).

MD-Gelände

Ein Museum nach Lübecker Vorbild?

Dachau - Auf dem Gelände der ehemaligen MD-Papierfabrik Dachau soll ein Museumsforum entstehen. Das Projekt beschäftigt derzeit Museumsfachleute und Politiker gleichermaßen. Eine kleine Delegation hat sich nun Anregungen geholt.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU), die stellvertretende Dachauer Landrätin Marianne Klaffki (SPD) und Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler haben sich auf den Weg nach Lübeck gemacht, um dort innovative Beispiele moderner Museumskultur zu besichtigen.

Auf dem Besuchsprogramm standen das 2015 eröffnete wirtschaftshistorische Hanse-Museum sowie das St. Annen-Museum, das als Museumskomplex mit inklusiver Ausrichtung ein Vorbild für Dachau sein könnte. Menschen mit Handicap sind dort in vielfältiger Weise in den Museumsbetrieb eingebunden. „Das Museumsquartier Lübeck ist ein Ort der Kunst und der Begegnung, in dem Inklusion seinen festen Platz findet“, zeigte sich Bezirkstagspräsident Josef Mederer begeistert.

Intensive Gespräche führte die Delegation mit dem Leiter der Lübecker Kulturstiftung, Prof. Hans Wisskirchen, sowie mit Kultursenatorin Kathrin Weiher. Ziel der Beratungen war es, von den Erfahrungen neuerer Museumsgründungen zu lernen und diese in die Planungen in Dachau einfließen zu lassen.

Marianne Klaffki fasste die Eindrücke der Gruppe zusammen: „Lübeck zeigt, dass Museen zum Publikumsmagneten werden können. Voraussetzung ist ein innovatives Konzept, das ein ausgewogenes Zusammenspiel von moderner Museumstechnik, Mitmachangeboten und Originalexponaten, die ihre Geschichte erzählen, herstellt.“

Für das Dachauer MD-Gelände laufen derzeit die Planungen weiter: Bis Dezember soll den politischen Gremien der Stadt und des Landkreises sowie des Bezirks Oberbayern eine Machbarkeitsstudie vorgelegt werden, die erstmals konkrete Umsetzungspläne und einen Kostenrahmen beinhalten wird. Derzeitige Überlegungen laufen darauf hinaus, ein Museum der Arbeiter- und Industriekultur in Kombination mit bereits bestehenden Dachauer Einrichtungen zu schaffen und damit ein Zentrum für Bildung und Forschung, Kunst und Kultur zu etablieren. kn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Dolmetscher der Opfer
Oft muss ein eskalierter Streit vor Gericht verhandelt werden. Manchmal wird er aber zum Täter-Opfer-Ausgleich weitergereicht. Denn dort darf das Opfer mitreden. …
Die Dolmetscher der Opfer
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Er ist dem Zirkus schon sein Leben lang verbunden: Stefan Cordi gastiert derzeit mit seinem Zirkus Althoff in Dachau. Mit dabei sind etliche Akrobaten und viele Tiere. …
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein Überholversuch auf der A8 endet mit mehrfachem Überschlag auf der Straße. Zwei Personen sind dabei schwer verletzt worden. Die Rettung des Fahres war schwierig.
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses
Seit den 1980er Jahren kämpfte Max Mannheimer gegen das Vergessen des Holocausts. Dafür ist ihm die Stadt Dachau dankbar – und setzt ein Zeichen gegen das Vergessen des …
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses

Kommentare