Brutale S-Bahn-Attacke: Polizei fahndet nach diesen Männern

Brutale S-Bahn-Attacke: Polizei fahndet nach diesen Männern
+
Brandstiftung: In diesem Raum der früheren Papierfabrik haben Jugendliche gezündelt – er brannte völlig aus.

Jugendliche gehen ein und aus

Reges Treiben in ehemaliger Papierfabrik

Dachau - Nach dem Feuer in der ehemaligen Papierfabrik hat die Polizei angeblich nur vage Hinweise auf mögliche Brandstifter. Immerhin steht fest: Auf dem Gelände der stillgelegten Fabrik herrscht ein reges nächtliches Treiben.

„Die MD hat offenbar Kultstatus bei den Jugendlichen“, sagt Polizeisprecher Roland Itzstein. Immer wieder muss die Polizei ausrücken, weil sich Personen unbefugt auf dem Gelände der stillgelegten Papierfabrik aufhalten. Oft seien es Sprayer, allerdings gibt es immer wieder Sachbeschädigungen unbekannter Täter – und vor drei Wochen eine Brandstiftung. Flammen hatten aus zwei Fenstern der Papierfabrik geschlagen, ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte aus. Knapp 100 Männer und Frauen von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei waren im Einsatz.

Das Feuer war schnell unter Kontrolle, schließlich stellte sich heraus, dass der Brand doch nicht so schlimm war. Unbekannte hatten in dem Raum im ersten Obergeschoß der früheren Lehrlingswerkstatt gezündelt, ermittelten die Brandfahnder der Kripo. Die Polizei bat Zeugen, die verdächtige Personen bemerkt hatten, sich zu melden.

Immerhin ein Hinweis sei eingegangen, sagte nun ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Ein Zeuge habe zur fraglichen Zeit am Sonntag, 29. Mai, gegen Abend drei Jugendliche auf den Bahngleisen gesehen. „Allerdings wurden sie nur vage beschrieben“, so der Polizeisprecher. Die Ermittlungen dauern an.

Dass sich Jugendliche oder junge Erwachsene auf dem MD-Gelände widerrechtlich aufhalten, ist der Polizei bekannt. „Die Jugendlichen kommen von überall her“, sagt Roland Itzstein von der PI. Im Internet sei das Gelände schon bekannt als Treffpunkt. „Die lungern da rum und chillen“, so Itzstein. Regelmäßig treiben sich Graffiti-Sprayer dort herum. Im März und April hat die Polizei fünf Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren erwischt, die zum Teil aus dem Münchner Osten stammten. „Und vor lauter Langeweile und Übermut werden auch schon mal Scheiben eingeschmissen.“

Ende April gab es einen schwerwiegenderen Fall von Vandalismus: Unbekannte warfen laut Polizei drei Schränke mit hochwertiger Elektronik um, die so beschädigt wurde. Schaden: 10 000 Euro. Außerdem sprangen sie auf einem abgestellten Pkw herum. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, denn das Gelände ist Privatgrund. Eigentümerin ist die Dachau Entwicklungsgesellschaft, deren Geschäftsführer Herbert E. Ullmann das rege nächtliche Treiben auf dem Gelände natürlich kennt.

Ullmann stellte drei Gruppen von Besuchern fest: „Da gibt’s zum einen die Augustiner, die sich treffen und nur trinken, dann die Sprayer und die Randalierer.“ Ullmann hat das Gefühl, dass „das jeden Monat schlimmer wird“. Das Gelände werde nachts regelmäßig abgegangen und kontrolliert, „und wenn die dich sehen, dann hauen sie ab“. Verfolgt werde natürlich niemand, „nicht, dass noch was passiert“.

Ab und an finden Filmdrehs auf dem Gelände statt, „aber jede Aktion muss einzeln genehmigt werden“, so Ullmann. Die Filmgesellschaften haben nur die Erlaubnis, sich innerhalb gewisser Bereiche zu bewegen. Außerdem sind auf dem Gelände Polizeihundeführer, Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei und Personenschutz zum Training, die das Gelände dann auch kontrollieren. „Seitdem die da sind, ist es schon ein bisschen besser geworden“, sagt Ullmann.

Diese Festellung hat auch ein Anwohner gemacht, der nicht genannt werden will. Vor allem im Winter, berichtet er, habe er immer wieder Musik gehört, „so in die Richtung Gothic- oder Mittelalter- Style, es klang so, als würden die Videos drehen“. Außerdem habe er öfters Jugendliche gesehen, die auf den Wasserturm geklettert sind.

Manchmal höre er, wenn jemand versucht, „so leise wie möglich ins Fabrikgelände reinzuklettern“. Zum Beispiel am Tag nach dem Brand vor drei Wochen. Da habe er dann die Polizei gerufen, die dann mit Hunden gekommen ist. „Eine Stunde später kamen die Polizisten mit zwei Jugendlichen wieder raus.“

Nach Angaben der Polizei handelte es sich aber nicht um die Brandstifter vom Vortag. Diese Jugendlichen wollten nur Fotos machen – und ein bisschen chillen.

no

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gottseidank hier keine Mückenplage
Am Ammersee gibt es eine fiese Mückenplage, Gaststätten am Ufer haben aus diesem Grund bereits kurzzeitig ihren Betrieb eingestellt. Im Landkreis Dachau ist das …
Gottseidank hier keine Mückenplage
Großeinsatz in Karlsfeld: Acht Senioren in Klinik gebracht
Acht Senioren im Alter von 65 bis 93 Jahren sind am Samstagvormittag bei einem Rettungsgroßeinsatz ins Krankenhaus gebracht worden. Der Verdacht: Dehydrierung.
Großeinsatz in Karlsfeld: Acht Senioren in Klinik gebracht
Tragödie am Karlsfelder See: Münchner (24) stirbt
Drei Freunde waren zusammen beim Baden im Karlsfelder See.  Einer, ein 24-jähriger Münchner, wollte zurück ans Ufer schwimmen, kam aber nie an. Die Suche endete …
Tragödie am Karlsfelder See: Münchner (24) stirbt
In Summe eine Million eingespart
Die neue Grundschule wird eine teure Angelegenheit für Karlsfeld. Nur gut, dass die Architekten noch einige Posten aufgetan haben, an denen gespart werden kann. In einem …
In Summe eine Million eingespart

Kommentare