1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau

„Meine Eltern wären begeistert gewesen“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Plausch: Dr. Birgitta Unger-Richter, Ruth von Bennigsen und Nachbarin Annelise von Stokar (v.l.). Foto: sch
Plausch: Dr. Birgitta Unger-Richter, Ruth von Bennigsen und Nachbarin Annelise von Stokar (v.l.). Foto: sch

Dachau - Aus einer Bauruine ist ein Schmuckstück geworden. In der Langen Nacht der offenen Türen öffnete die Ruckteschell-Villa nach sechsjähriger Sanierung wieder ihre Pforten.

Das ehemalige Künstlerhaus, das an der Ortseinfahrt von Dachau an der Äußeren Münchner Straße steht, lebt wieder. In einem Festakt wurde es, das als Museum und auch als Begegnungsstätte von Künstlern und Musikern dient, eingeweiht. Die beiden australischen Sänger und Songwriter Tim McMillan und Brad Lewis wohnen als Gäste in der Ruckteschell-Villa und gestalteten den musikalischen Rahmen.

Ruth von Bennigsen, die 91-jährige Tochter des Künstlerehepaars Clary und Walter von Ruckteschell, war überglücklich, die Sanierung ihres Elternhauses noch zu erleben: „Meine Eltern wären begeistert gewesen. Ich wünsche dem Haus, dass viel Gutes darin entsteht.“

OB Peter Bürgel sagte, das Haus habe über die Jahre „viele Bauchschmerzen bereitet“. Es sei eines der längsten Bauvorhaben, die die Stadt durchgeführt habe. Er sei oft daran vorbeigefahren und habe sich für den Zustand geschämt. Jetzt sei das Haus endlich wieder ein Schmuckstück an der Ortseinfahrt.

Clary und Walter von Ruckteschell erwarben das Wohnhaus 1921, gestalteten es mit mehreren Umbauten und einer großen Gartenanlage nach eigenen Vorstellungen. 1959 mussten sie verkaufen, 1989 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Nach wechselnden privaten Besitzern erwarb es 1994 die Stadt und vermietete es.

Nachdem die Villa aufgrund der hohen Sanierungskosten unverkäuflich geworden war, beschloss man im Juli 2005 das Konzept „Lebendige Künstlervilla“ mit musealem Teil, Atelier und Künstlerwohnungen. Die Sanierung kostete knapp 1,2 Millionen Euro. Architekt ist Christian Endter, die Außenanlagen gestaltete das Dachauer Büro Michael Luska.

Die Bautätigkeiten am Haus wurden vom Jugendhilfe-Verein „Die Brücke“ unter der Leitung und aktiven Mitarbeit von Heinz Bielmeier und Alexander Schmid durchgeführt. Die künstlerische Gestaltung hatte der Bildhauer Klaus Herbrich inne.

Vom Jugendstil geprägt, mit Clary und Walter von Ruckteschells selbst entworfenen Möbeln, ihren Kunstwerken und afrikanischen Souvenirs erstrahlt es wieder als Gesamtkunstwerk. Dank einer sensiblen Gestaltung wird die afrikanische Inspiration und die Individualität der beiden Künstlerpersönlichkeiten erlebbar. (sch)

Auch interessant

Kommentare