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Super Stimmung, aber ohne Bürgermeister: Marcel Fath wollte heuer in Petershausen keine Öffentlichkeit beim Hexenauftritt im Rathaus. Im Hintergrund sind Unterstützer zu sehen.

Nach Hexen-Streit in Petershausen

„Man muss was aushalten können“

Die Petershauer Hexen sind sauer: Bürgermeister Marcel Fath wollte bei ihrem Auftritt niemanden dabei haben – zumindest keine Öffentlichkeit. Das verstehen die anderen Bürgermeister im Landkreis nicht.

Dachau/Petershausen – Wenn am Unsinnigen Donnerstag die Hexen über die Lande ziehen, müssen gerade die Bürgermeister einiges aushalten, was meist über den Verlust der Krawatte hinausgeht. Den Bürgermeistern werden die Leviten gelesen, und sie werden ordentlich durch den Kakao gezogen. Am nächsten Tag wird darüber dann auch in den Zeitungen berichtet.

Das wollte Marcel Fath, FW-Gemeindechef in Petershausen, als einziger Bürgermeister im Landkreis dieses Jahr nicht mitmachen. „Ich habe zwar schon Humor, aber die Späße waren im letzten Jahr schon stark überzogen. Da waren Dinge dabei, die wirklich jenseits von Anstand und Würde waren“, findet er. Konkrete Beispiele wollte er nicht nennen. Doch sogar seine Belegschaft habe dieses Jahr zum Besuch der Hexen nicht verpflichtet werden wollen.

„Wir haben in einem Gespräch im Vorfeld zusammen mit den Hexen versucht, einen für alle akzeptablen Rahmen abzustecken, was allerdings nicht leicht war“, sagt der Bürgermeister. Daher lautete sein Kompromiss: Die Hexen dürfen zwar ins Rathaus kommen, aber die Belegschaft wird nicht verpflichtet, an dem Besuch teilzunehmen und die Presse wird von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Doch darauf wollten sich die „Bädashauser Deifisweiba“ nicht einlassen und mieden das Rathaus bei ihrer Tour durch den Ort. Den Sekt und die Krapfen, die Fath dennoch für einen Spontan-Besuch der Hexen hergerichtet hatte, genoss er dann gemeinsam mit seiner Belegschaft.

Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner (FW) kann die Hexen verstehen. „Wenn er ganz im Geheimen statt finden soll, dann kann man sich den Hexen-Besuch ja auch gleich sparen“, findet er. „Man muss da schon mal was aushalten können. Allerdings waren die Aktionen bei uns auch immer absolut im Rahmen.“

Auch der Bürgermeister von Altomünster, Anton Kerle (CSU), hat mit den Hexen bisher nur gute Erfahrungen gemacht: „Bei uns kommen jedes Jahr die gleichen Hexen ins Rathaus, und die kenne ich auch schon persönlich sehr gut. Mit denen macht das Faschingstreiben immer richtig Spaß.“

Vierkirchens Bürgermeister Harald Dirlenbach (SPD) zeigt sich einsichtig: „Ich habe ein dickes Fell, welches von den Hexen aber schon auch ausgenutzt wird. Hinter den Kritikpunkten, die die Hexen nennen, steckt meistens ja auch etwas Wahrheit. Unter der Gürtellinie war allerdings noch nie etwas.“

In Indersdorf beruft man sich auf die Tradition: „Sowas gehört eben einfach dazu. Die Hexen stellen jedes Mal ein tolles Programm auf die Beine, da steckt mit Sicherheit viel Arbeit drin. Das muss man schon mal aushalten können“, findet Franz Obesser (CSU).

Vor dem nächsten Unsinnigen Donnerstag wird es in Petershausen noch einmal zu „Friedensverhandlungen“ kommen. „Ich würde die Hexen sehr gerne wieder im Rathaus empfangen“, versichert Marcel Fath.

sr

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